19.05.2019 - 10:21 Uhr
MehlmeiselOberpfalz

Wasser als "blaues Gold"

Der abschließende Vortrag zur Ausstellung "Wasser - jeder Tropfen zählt" in Mehlmeisel regte zum Nachdenken an.

von Gisela KuhbandnerProfil

Schon mal was vom Wasserfußabdruck gehört? Nein? Das sind nicht die Spuren im Sandstrand. Das ist der H2O-Verbrauch, der durch unseren Konsum entsteht: Von der Tasse Kaffee am Morgen über eine Avocado am Mittag und ein 500-Gramm-T-Bone-Steak am Abend. "Gut 8000 Liter Wasser, kostbares Nass, wurden verbraucht, damit diese Lebensmittel vor Ihnen auf dem Tisch stehen", informierte Karl Kuhbandner in der Abschlussveranstaltung zu der von ihm initiierten Ausstellung "Wasser - jeder Tropfen zählt" im Rathaus, die der Männerchor des Gesangvereins Edelweiß unter Leitung von Martin Wiche bereicherte.

Untermalt mit beeindruckenden, teilweise auch schockierenden Bildern, beleuchtete Kuhbandner das überlebenswichtige Element - "das blaue Gold des 21. Jahrhunderts", von dem die Bewohner der westlichen Industrieländer unfassbare Mengen verbrauchten: nämlich gut 5000 Liter pro Kopf und Tag, während etwa 1,1 Milliarden Menschen nach Angaben der UN keinen Zugang zu sauberem und bezahlbarem Trinkwasser haben.

"Bei uns machen sich wohl heute viele keine Gedanken mehr über das lebenswichtige Nass, das warm und kalt - so viel jeder mag - aus der Leitung kommt, in Deutschland sogar zum Trinken geeignet."

Wasser und Abwasser seien heute schon ein internationales Geschäft mit riesigem Wachstumsmarkt. Und viele Konzerne würden hier bereits das neue "blaue Gold" eines boomenden Zukunftsgeschäfts wittern. "Droht Wasser nun immer mehr zum Handelsgut zu werden?", fragte Kuhbandner. "Die Reichen werden davon profitieren, die Schwachen leiden", warnte der Referent, obwohl jeder Mensch ein Recht auf sauberes Wasser habe. Der Kampf um sauberes Trinkwasser habe bereits begonnen. Und als Folge des Klimawandels werde befürchtet, dass in Zukunft auch Länder, in denen zurzeit noch genügend Trinkwasser zur Verfügung steht, von Wassermangel betroffen sein würden.

"Ein blühendes Geschäft ist Trinkwasser in Flaschen. Etwa 90 Milliarden Liter wurden allein im letzten Jahr abgefüllt und Marktführer weltweit kaufen Quellen und Bohrrechte auf, die sie rücksichtslos ausschöpfen." Die größte Bedrohung für das Süßwasser sei die Wasserverschmutzung durch Industrie, Landwirtschaft und in Städten. "Tägliche Hausaufgabe für jeden ist es, seinen Teil beizutragen, damit auch unsere Kinder und Enkel noch Zugang zu sauberem, gutem Wasser haben."

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