06.12.2018 - 10:43 Uhr
Oberpfalz

Mehr Schokolade auf die Plätzchen

Dass Kakao glücklich macht ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Trotzdem weckt die Süßigkeit häufig schöne Erinnerungen. Mehr davon, fordert die OWZ-Glücksexpertin.

Bleiben Sie locker und genießen Sie. Schließlich ist doch nur einmal im Jahr Weihnachten.

Weihnachten rückt näher, Sterne leuchten in den Fenstern, in der Küche duftet es immer öfter nach selbst gebackenen Plätzchen. Ich hoffe, Sie haben dabei an die Schokolade gedacht. Egal ob Vollmilch oder Zartbitter, Lebkuchen oder Dominosteine umhüllend oder in köstlichem Konfekt - Schokolade schmilzt nicht nur so herrlich im Mund, sondern macht außerdem richtig glücklich. "Schokolade ist Liebe, die man sich selbst schenkt", sagte Schauspielerin Sophie Blumenthal einmal. Oder eben anderen - ganz besonders zu Weihnachten.

Doch was ist nun wirklich dran an dem Mythos, dass Schokolade glücklich macht? Fakt ist: Der Kakao in der Schokolade enthält einige Stoffe, die Glücksgefühle in uns auslösen können. Dazu zählen natürliche Aufputschmittel wie Koffein oder der Pflanzenstoff Theobromin, auch ein Baustein des Glückshormons Serotonin steckt im Kakao. Doch laut Wissenschaft ist der Glückseffekt dieser Stoffe allerdings gering - und erklärt noch nicht wirklich, warum der Genuss der süßen Köstlichkeit bei uns wahre Freude auslöst.

Tatsächlich gibt es für das Glücksgefühl beim Naschen noch ganz andere Gründe als die Inhaltsstoffe des Kakaos. Und das sind die gleichen, die viele von uns von zu viel Schokoladengenuss abhalten: die Kalorien nämlich. Eine Tafel Vollmilchschokolade zum Beispiel enthält etwa 55 Gramm Zucker und rund 30 Gramm Fett. Die verbleibenden 15 Prozent sind hauptsächlich Eiweiße aus der Milch. Damit liefert eine Tafel Schokolade ein Viertel der Energie, die wir im Schnitt am Tag verbrauchen. Die hohe Energiedichte aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn - wir fühlen uns also einfach gut.

"Das ist aber ganz schön fies", denken Sie jetzt vielleicht. "Warum macht etwas glücklich, wenn es gleichzeitig dick macht? Und warum soll ich jetzt noch mehr davon auf meine Plätzchen tun?"

Bleiben Sie locker, schließlich ist doch nur einmal im Jahr Weihnachten. Und ganz abgesehen davon gibt es noch einen weiteren guten Grund, warum Schokolade glücklich macht: Kakaobutter schmilzt bei Körpertemperatur, sie lässt die Schokolade im Mund zergehen und hinterlässt ein angenehm volles Gefühl. Aromen reizen die Geruchszellen in der Nase und erzeugen einen intensiven Geschmack beim Kauen. Das erregt die Sinne so stark, dass positive Empfindungen entstehen. Dazu kommt, dass die Süßigkeit häufig schöne Erinnerungen weckt. "Schokolade ist Glück, das man essen kann", schrieb Autorin Ursula Kohaupt.

Backen Sie also ruhig noch ein paar Schokoladenplätzchen. Abnehmen und Kalorien zählen können Sie auch nach Weihnachten wieder. (ewa)

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