(bö) Dass die Kirchweih im Dorf einen hohen Stellenwert besitzt, ist vor allem der Bodenständigkeit der jungen Leute zu verdanken. Die haben sich immer wieder für die Tradition stark gemacht - auch in Zeiten, als es in der Region gar nicht so gut um solche Feste bestellt war.
"In Bouch is Kirwa dahoam", man kennt dies gar nicht anders - so war es auch am vergangenen Wochenende wieder, als 23 Paare den Baum ausgetanzt haben. Dass es ganz schön eng im Hof vom Wirtsschore - Georg Reis - zugeht, ist immer auch Anerkennung und Zuspruch für den hohen Stellenwert des Festes.
In Nachtschicht
Zunächst wurde der Baum aus dem Sponsorenwald ins Dorf gebracht, in einer Nachtschicht geschält, verziert und kirwamäßig hergerichtet. Dazu gehörte auch die Baumwache, damit nichts Außergewöhnliches passiert. Mit viel Unterstützung aus der Dorfgemeinschaft wurde das Wahrzeichen aufgestellt, das nun in den nächsten Wochen bis zur Allerweltskirchweih weithin über den Dächern zu sehen ist.
Walzer vom Paprika
Zu den Klängen der Bouchna Kirwamusi wurde auch heuer der Baum ausgetanzt. Einstudiert worden waren die Sternpolka, ein rescher Boarischer, ein Zwiefacher, der Fensterltanz und ein Plattler. Zum Austanzen musste heuer der Walzer vom Paprika in Afrika herhalten, der auch in Mendorferbuch mehr als drei Meter hoch gewachsen ist. Selbst das Mühlradl drehte sich im heißen Sommerwind nahe der 30-Grad Marke inmitten der Sonnenschirme.
Richtig eng ist es im Wirtshof gewesen, schließlich wollten mehrere Hundert Gäste beim großen Spektakel dabei sein, wer wohl das neue Oberkirchweihpaar werden würde. Schließlich fiel das Losglück auf Annabell Ried und Jeremy Probst. Sie übernahmen das Amt von Lena Kopp und Martin Delling.
Dass auch die Kirwatasche mit Schnoderhüpfln randvoll ist, gehört im Dorf zu den Selbstverständlichkeiten. "Da sind wir immer richtig neugierig, was so alles von den jungen Leuten breit getreten und auch manchen Nachbarn in die Kirwasuppe gespuckt wird", hieß es am Rande.
Da wurde der geheimnisvolle Mähroboter der Marke "Bux" ausprobiert. Vom schlafenden Großvater am Stammtisch war die Rede. Die deprimierende Ansage von der schwächelnden Kirwahexe wurde breitgetreten, und dem Hohenburger Baum wurde Borkenkäferbefall nachgesagt.
Ein kirwamäßiges Gerangel von kräftigen Burschen hat man mit einem Vierzeiler nacherzählt. Sogar der abtrünnige Weltenbummler wurde wieder freudig im Dorf empfangen und dem Hohenburger Bartl klargelegt, wo er künftig seinen Most zu holen hat. Der angereierte Golf wurde wieder auf Hochglanz poliert und die vergessene Heimfahrt virtuell nachgeholt. Der schlafende Kirwabursch wurde mit viel Getöse geweckt, und mit einem akribischen Uhrenvergleich wurde das Open-End der Geburtstagsfeier in der Küche gstanzlmäßig verkündet.
Geplatzte Lippe
Einige Querschläger bekamen die Hohenburger ab, die sich massiv ins Schnoderhüpflsingen eingebracht hatten. Zum Schluss hat man noch die aufgeplatzte Lippe eines Kirwaburschen zugepflastert und festgestellt, dass es daheim doch am schönsten ist, wenn es die Kirwa zu feiern gilt. Den Kirchweihbaum hat heuer bei der Verlosung Patrick Jäger gewonnen. Mit nach Hause nehmen werden ihn allerdings die Kirwaleute aus Allersburg nach einer ausgiebigen Versteigerung am Montagabend zum Finale.















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