Die Kirwa hat in Mendorferbuch einen hohen Stellenwert. Das zeigt sich, wenn es wieder eng zugeht im Hof vom Wirtsschore Georg Reis, und das ist vor allem der Bodenständigkeit der jungen Leute und der Dorfbevölkerung zu verdanken. Die haben sich immer wieder für die Tradition stark gemacht - auch in Zeiten, als es in der Region gar nicht so gut um solche Feste bestellt war.
In einer Nachtschicht brachten die Kirwaburschen eine sauber gewachsene Fichte mit über 20 Meter Länge ins Dorf, wo sie geschält und verziert wurde. Mit viel Hilfe aus der Dorfgemeinschaft wurde das Kirwa-Wahrzeichen mit Muskelkraft aufgestellt. In den nächsten Wochen wird es bis zur Allerweltskirchweih über den Dächern des Dorfes zu sehen sein.
Nachfolger gekürt
Zu den Klängen der Bouchdna Kirwamusi, die identisch ist mit der Gruppe Wöidarawöll, tanzten die Paare den Baum am Sonntagnachmittag aus. Sternpolka, ein verzwickten Zwiefacher, der Etzelwanger, ein Boarischer, der Kirwaplattler, ein Walzer und ein Dreher waren zu sehen. Und zum Abschluss drehte sich noch das Mühlradl inmitten der Sonnenschirme. Ob Losglück oder ausgemachte Sache: Johanna Guttenberger und Martin Inselsberger halten bis zum nächsten Jahr die Kirwafahne als Oberkirwapaar in Ehren. Sie treten die Nachfolge von Annabell Ried und Jeremy Probst an.
Dass die Kirwatasche mit Schnoderhüpfl randvoll gefüllt ist, gehört im Dorf dazu. "Wir sind immer richtig neugierig, was so alles von den jungen Leuten breit getreten und auch manchen Nachbarn in die Maß gespuckt wird", hieß es am Rande. Da wurde im Dreizeiler der überbreite Rasenmäher durch das Dorf geschoben, der nicht mehr durch das Gartentürl passt, und die Weißwurst-Party in Friebertsheim gelobt.
Die Räubergeschichten vom Bouch-Michl wurden aufgewärmt und seine beim Baumaufstellen getrunkenen Maßen nachgezählt. Eine Straßenabsperrung bauten die Kirwaleute gesanglich ab, damit die Kirwaburschen besser durchkommen, und sie besangen die scharfen Kurven im Dorf. Das Hohenburger Wirtshaussterben hat man gstanzlmäßig aufgetischt und dem schlaftrunkenen Pink Panther auf die Sprünge geholfen. Abgefahrene Bulldogreifen rollten die Kirwapaare im benachbarten Voggenhof über die Straße, und für die Pferdeliebhaber im Dorf hat man um einen Büschel Gras gebettelt.
Kritischer Gesang
Die Sache mit den rauchenden Schloten und der geheimnisvollen Asche wurde neu analysiert. Und wegen mangelnder Getränke haben die Mendorferbucher den Hohenburger Kirwakrug in einem Zug geleert. Die nicht mehr auffindbaren Konzert-Tickets haben die Kirwapaare wieder schnell an die Gäste verteilt und die Hohenburger Kirwaschilder neu bemalt. Bis nach Adertshausen war man zum Fiebermessen gekommen, ehe man noch die Geschichte vom verlorenen Trichter erzählte.
Den Kirwabaum gewann heuer Wolfgang Delling aus dem Dorf. Ersteigert haben ihn letztendlich die Mitglieder der Kirwagemeinschaft aus Schmidmühlen. Ob sie daraus Bretter und Dachlatten schneiden lassen oder ein Kaminfeuer schüren, haben sie allerdings offen gelassen.















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