Michelfeld bei Auerbach
18.09.2018 - 12:29 Uhr

Die Kunst der Asams in der Kirche

Erst geht es in die Kirche, dann ins Wirtshaus. Dieses Prinzip bewährt sich am Sonntag auch in Michelfeld wieder einmal.

Schon am Kirchenportal klang den Teilnehmern an der Kirchenführung von Luitpold Dietl der Gesang der Michelfelder Moidla entgegen Bild: sck
Schon am Kirchenportal klang den Teilnehmern an der Kirchenführung von Luitpold Dietl der Gesang der Michelfelder Moidla entgegen

Mehr als 100 Besucher genossen am Sonntag die Kirchenführung mit Luitpold Dietl bei "Kirche und Wirtshaus mit Pfiff", einer Veranstaltung des Arbeitskreises mit Stadt Amberg, Landkreis Amberg-Sulzbach, Stadt Sulzbach-Rosenberg, Kulturwerkstatt Sulzbach-Rosenberg, Stadt Auerbach, EBW, KEB und AOVE.

Auf dem Programm stand diesmal die Asamkirche im Kloster Michelfeld. Anschließend ging es dann in den Gasthof Schindler. Eine gelungene Veranstaltung in der Klosterkirche des Klosters Michelfeld, so konstatierte Pfarrer Konrad Schornbaum als Vertreter des Evangelischen Bildungswerks beim Beisammensein im Gasthaus Schindler nach der Kirchenführung. Die Führung mit umfassenden Erläuterungen von Mesner und Kirchenführer Luitpold Dietl wurde musikalisch gestaltet durch Gesangseinlagen der Michelfelder Moidla unter Leitung von Sonja Schwemmer. Er vergaß nicht zu erwähnen, dass das Kloster, eine Gründung des heiligen Otto von Bamberg, kommendes Jahr sein 900-jähriges Bestehen feiert.

Geniale Kunst in der Kirche

Luitpold Dietl brachte viel kulturell und künstlerisch Interessantes über Gemälde, Statuen und Altäre ein, wie etwa beim Deckengemälde mit der Auferstehungsszene: Die Macht des Todes ist gebrochen durch Jesu Auferstehung, das Kreuzzeichen ziert die Siegesfahne des Auferstandenen, der Teufel liegt in Ketten. Geniale Kunst spricht aus der Malerei. Dass die Lanze des Soldaten im Bild sich in einem hölzernem Stab außerhalb des Bildes fortsetzt, verrät kreativen Ideenreichtum. Wahre Schätze sind die alten kunstvoll gestalteten Messgewänder, vor Jahren gefertigt in der Paramentenstickerei der Taubstummenanstalt im Kloster der Dillinger Franziskanerinnen, das kommendes Jahr sein 900-jähriges Bestehen feiert. An hohen Festtagen wird manches Messgewand auch heute noch vom einen oder anderen Zelebranten getragen.

Seit 1880 Wirtshaus

Deshalb sind die Messgewänder auch in den verschiedenen liturgischen Farben vorhanden. Kirchenführer Dietl gewährte auch in der Sakristei der Asamkirche den Besuchern interessante Einblicke. Im geschichtsträchtigen Gasthaus Schindler ergaben sich dann lebhafte Gespräche. Neben Luitpold Dietl und Pfarrer Konrad Scherbaum waren die Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Auerbach, Tanja Schwendner sowie Rektor a.D. und Heimatkundler Alfred Graf zugegen.

In dem vor zwei Jahren umgebauten Gasthaus waren Stallungen und Werkstätten des Klosters, bis es 1803 verkauft wurde. Damals beherbergten die Gebäudlichkeiten die Kommunbrauereien. 1880 wurde es das Gasthaus der Familie Preininger und durch Einheirat im Jahre 1898 zum Gasthaus Schindler.

Am Seitenaltar der Rosenkranzmadonna ist das Marienbild flankiert von der Statuen ihrer Eltern, von Mutter Anna (rechts) und Vater Joachim Bild: sck
Am Seitenaltar der Rosenkranzmadonna ist das Marienbild flankiert von der Statuen ihrer Eltern, von Mutter Anna (rechts) und Vater Joachim
Auferstehungsszene als Deckengemälde. Bild: sck
Auferstehungsszene als Deckengemälde.
Messgewand gefertigt in der Paramentenstickerei der Taubstummenanstalt im Kloster der Dillinger Franziskanerinnen Bild: sck
Messgewand gefertigt in der Paramentenstickerei der Taubstummenanstalt im Kloster der Dillinger Franziskanerinnen
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