Michldorf bei Leuchtenberg
15.03.2019 - 09:51 Uhr

"Von Hasen redet keiner mehr"

Thomas Ermer gibt nach 14 Jahren seinen Pachtteil zurück. In der Jagdversammlung in Leuchtenberg kritisiert er, es gehe inzwischen nur noch darum, möglichst viele Wildschweine zu schießen.

Pächter der Michldorfer Jagd sind Markus Hummel und Thomas Ermer. Letzterer gibt nach 14 Jahren seinen Pachtteil zurück und Hummel übernimmt diesen zum 31. März. Diese Änderung gab Jagdvorsteher Günther Ott zu Beginn der Jagdversammlung im Gasthof Maier in Leuchtenberg den 35 Jagdgenossen bekannt. Der scheidende Jagdpächter ärgerte sich, dass es scheinbar nur mehr darum gehen solle, „Sauen zu schießen“. Neun Schwarzkittel wurden im vergangenen Jahr erlegt, zudem zehn Füchse. Der geforderte Rehwildabschuss wurde erfüllt. Für ihn ist die Jagd kein Hobby mehr, wenn sich alles nur um Wildschweine dreht. "Von einem Hasen, Rebhuhn oder Fasan redet kein Mensch mehr." Genehmigt wurde ihm der Abschuss eines Bibers. Dazu merkte Ermer weiter an, dass sich der Biber mit seiner Einbürgerung so derart verbreitet habe und dies durchaus auch mit dem Wolf so kommen könnte.

Ott sagte, die geplante Gleichstromtrasse durchschneidet in vollem Umfang das Jagdgebiet der Jagdgenossenschaft. Während des Baus sei eine Bejagung nicht möglich. Aus diesem Grund hat Ott auch schon Gespräche mit der Tennet geführt. Bürgermeister Anton Kappl sagte, der Straßenneubau von Michldorf nach Kleinpoppenhof werde die Jagd ebenso einschränken an. Noch größer werden die Schwierigkeiten aber mit der Gleichstromtrasse. Kappl teilte mit, dass für die betroffenen Grundstücksbesitzer am Dienstag, 26. März, im Gasthaus Kappl in Wieselrieth eine Informationsversammlung des Bayerischen Bauernverbandes sein wird.

Der Jagdvorsteher ging weiter auf das forstliche Gutachten zur Entwicklung des Waldes ein, wonach sich der Verbiss reduziert hat und so die Abschusszahlen nicht erhöht werden müssen. Detailliert zeigte Kassier Martin Reil die finanzielle Seite auf. An Jagdpacht wurden 3192 Euro eingenommen und davon anteilsmäßig 1472 Euro ausbezahlt. Der Verleih der beiden Holzspalter brachte 210 Euro. Über 889 Euro musste ein Wildschadenanteil beglichen werden. Die Helfer vor Ort (HvO) Leuchtenberg erhielten 250 Euro Spende. Für die drei Ortschaften Michldorf, Kleinpoppenhof und Lückenrieth stehen insgesamt 1577 Euro für den Wegebau bereit. Kassenprüfer Josef Kick bescheinigte eine tadellos geführte Jagdkasse.

Ott schlug vor, 300 Euro für den Wegebau für jede der drei genannten Ortschaften vorzusehen. Michldorf, Kleinoppenhof und Lückenrieth müssten aber auch das Geld für Maßnahmen abrufen. Bei der Abstimmung über die Verwendung des Ertrags aus dem Jagdjahr 2018 votierten 26 Jagdgenossen mit 389 Hektar für eine anteilmäßige Auszahlung. Neun Jagdgenossen mit einer Fläche von 37 Hektar stimmten gegen eine Auszahlung.

Neuwahlen:

Günter Ott wurde für die nächsten fünf Jahre wieder zum Jagdvorsteher gewählt. Sein Stellvertreter ist Bernhard Frischholz. Martin Reil ist weiter Kassier, Josef Kick und Renate Maier sind Beisitzer. Bürgermeister Anton Kappl stellte fest, die einstimmigen Wahlergebnisse drückten die Zufriedenheit der Jagdgenossen mit der Arbeit des Vorstands aus.

 
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