02.07.2018 - 17:03 Uhr
Miesbrunn bei PleysteinOberpfalz

"Stern von Reichenthal"

Rosa Dobner aus Hagendorf wurde die letzte Ehre erwiesen. Sie hat sich bleibende Verdienste auf dem Gebiet der Heimatpflege erworben.

Rosa Dobner
von Autor TUProfil

(tu) Eine große Trauergemeinde nahm von der im Alter von 97 Jahren verstorbenen Rosa Dobner Abschied. Sie war langjährige Vorsitzende des OWV Hagendorf-Reinhardsrieth. Stadtpfarrer Pater Hans Ring ging im Requiem in der Pfarrkirche St. Wenzeslaus auf den Werdegang und das Wirken der Verstorbenen ein. Am 21. Mai 1921 in Reichenthal im Sudetenland als Rosa Meindl geboren, erlebte sie mit zwei Schwestern eine glückliche Kindheit. Nach der Schule war sie drei Jahre als Haustochter auf dem Jagdschloss Glatzen bei Mariendorf tätig. Anschließend wurde sie zum Kriegsdienst einberufen und musste zum Fronteinsatz nach Westfrankreich. Nach einer abenteuerlichen Odyssee kehrte sie nach Hause zurück.

Am Karfreitag 1946 wurde die Familie aus der Heimat vertrieben. Mit einem Güterzug kam sie mit Angehörigen nach Münzenberg in Oberhessen, wo sie bei einem Bauern Unterkunft und Arbeit fand. Meindl besuchte die Handelsschule in Gießen und machte eine Ausbildung bei einem Lebensmittelfilialbetrieb. Bis 1961 blieb sie als Filialleiterin in diesem Unternehmen. Im selben Jahr zog sie nach Bayern, wo ihre Eltern bereits ansässig waren. Bis zur Heirat 1966 mit Karl Dobner aus Hagendorf leitete sie eine Eduscho-Filiale in Weiden. Hagendorf wurde zur zweiten Heimat, wo sie sehr glücklich mit ihrem Mann Karl lebte. Sie arbeitete einige Jahre bei der Firma Max Schmidt in Waidhaus in der Buchhaltung. und erlebte dort einen harmonischen Ausklang ihres Berufslebens. Am 8. April 2005 ging ihr der geliebte Ehegatte in die Ewigkeit voraus.

Beim Frauenbund Miesbrunn gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern. Bis vor wenigen Wochen konnte sie ihr Leben noch selbst in ihrem Haus gestalten. Ein Sturz machte eine dauerhafte Pflege notwendig.

Am Ende ihres Lebens schaute sie dankbar auf die Zeit zurück, die ihr geschenkt wurde und dankte allen, die sie eine mehr oder weniger lange Wegstrecke begleitet und sie unterstützt haben, gerade auch in den letzten Jahren.Der Seelengottesdienst wurde vom Miesbrunner Kirchenchor, vom Gesangsduo Putzer/Puff und von der Miesbrunner Stubenmusik unter der Gesamtleitung von Ludwig Putzer sowie von der Pleysteiner Stadtkapelle begleitet. Die vielen Vereinsvertreter betonten in ihren Nachrufen, dass sich Dobner mit ihrem vorbildlichem Einsatz im öffentlichen Leben bleibende Verdienste erworben habe.

Für den Frauenbund Miesbrunn sprach Pater Hans Ring, für den OWV Hagendorf-Reinhardsrieth und für die Sitzweilgruppe Miesbrunn Anton Voit, für den OWV Pleystein Max Baierl, für die KAB Hagendorf Martin Wittmann, für den Heimatkundlichen Arbeitskreis Waidhaus Andreas Ringholz und für den Heimatkreis Tachau Wolf-Dieter Hamperl, der auf die vielfältigen Leistungen Dobners für ihr Geburtsdorf Reichenthal nach der Grenzöffnung 1989 hinwies. Für die „Böhmischen Freunde“ würdigte Erwin Scherer das Lebenswerk Dobners, das zu einem beachtlichen Teil der böhmischen Heimat gewidmet war. Für die Reichenthaler Gemeinschaft nannte Agnes Dunzer die Verstorbene „Stern von Reichenthal“. deren mustergültige Arbeit bei den Landsleuten unvergessen bleiben werde. Für die Waidhauser Siedler fand Harald Koller ehrende Worte. Mit dem gemeinsam gesungenen „Böhmerwaldlied“ klangen die Trauerfeierlichkeiten aus.



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