Eine Person hat den Inklusionslauf in Mitterteich in diesem Jahr in bemerkenswerter Weise unterstützt – mit einer ganz persönlichen Spendenlauf-Challenge: Von Jahresbeginn bis zum Event im Mai 500 Kilometer erlaufen und dafür Geld von Firmen und Vereinen für die Lebenshilfe-KV Tirschenreuth einwerben, heißt es in einer Mitteilung dazu. Andreas Ott aus Mitterteich, kurz „Ade“, ist ehrenamtlich bei den Offenen Hilfen, dem Familienentlastenden Dienst Tirschenreuth, und im Ambulant Unterstützten Wohnen tätig und seit Jahren mit der Lebenshilfe verbunden. Neben seinem Vollzeitjob im Offenen Ganztag der Grundschule, seiner Tätigkeit als Kinder- und Herrenfußballtrainer seit sechs Jahren und seiner Familie hat er sich dieses Jahr spontan entschlossen: „Ich möchte 500 Kilometer für den guten Zweck laufen“, wird er in der Mitteilung der Lebenshilfe Tirschenreuth zitiert.
Am 11. Januar ging es bei klirrender Kälte los. Die Laufzeiten richteten sich nach offenen Zeitslots im Alltag – mal ist es 6.36 Uhr morgens, mal 23.22 Uhr nachts, und das kontinuierlich an 58 Tagen zwischen Januar und Mai. Meist waren es rund zehn Kilometer, teilweise aber auch ein Halbmarathon. „Durchziehen, egal wie“, war sein Motto. Ott war auf Strecken um Mitterteich, Waldsassen, Tirschenreuth, Wiesau und im Waldnaabtal unterwegs, manchmal auch zu Hause auf dem Laufband. Meistens allein, zweimal mit Begleitung. Seine größte Herausforderung: „Beim Fußball laufe ich ja auch viel. Aber da geht’s ums Sprinten, um Zweikämpfe, um den gemeinsamen Spaß. Beim Laufen hast du nur dich und die Strecke.“
Vorher war Laufen für ihn nie ein Alltagsthema. Er ist sportlich, aber kein klassischer Läufer. „Ich habe nie auf die Zeit geschaut – wichtig waren mir immer die Kilometer. Irgendwann kommt man dann in den Flow. Und das Dranbleiben, die Kontinuität. Ich habe es versprochen, und dann ziehe ich es durch. Das positive Feedback aus den sozialen Medien hat natürlich auch extrem viel Motivation gegeben. Wenn man positive Kommentare bekommt, dann macht man es richtig.“
Das erste Bild ging im Januar online. Das erste Video vom 8. April hatte unvorstellbare 21.000 Aufrufe. „Ich habe das nie für die Reichweite gemacht. Da wäre sicherlich auch noch mehr drin gewesen. Mir ging es nur ums Laufen für den guten Zweck. Und dass die Leute aus der Region es mitbekommen.“
Neben dem Laufen organisierte Ott auch das Sponsoring: auf Firmen zuzugehen, die sich einen Betrag aussuchen, den sie pro gelaufenem Kilometer spenden wollen. Die erste Zusage erhielt er vom Autohaus Krause in Mitterteich. Dann kamen Physio-Fit aus Mitterteich, Maler-Bindl aus Waldsassen, Andreas-Konrad-Bau GmbH aus Matzersreuth, Rinessa aus Waldsassen, Ronda – Events & Marketing aus Waldsassen und ein anonymer Unterstützer dazu. Weiterhin unterstützten ihn fünf Fußballvereine aus der Region sowie sieben Privatpersonen aus Deutschland und der Schweiz. So kamen insgesamt 2000 Euro für die Lebenshilfe-KV Tirschenreuth zusammen, die am Inklusionslauf am 9. Mai feierlich in Mitterteich an den Vorsitzenden übergeben werden konnten.
Beim Zieleinlauf des letzten Kilometers stand der Fanclub bereit und jubelte Andreas Ott zu. Sport funktioniere mit vielen Zielgruppen, sagt er. Menschen kommen auf ihn zu und sagen: „Hey, ich habe dich im Internet gesehen.“ Oder kommentieren: „Sportliches Vorbild! Macher!“ Auch seine Familie sei sehr stolz auf ihn und habe ihn immer unterstützt. Sein nächstes Ziel sei der Marathon in Köln. Und seine nächste Challenge: zehn Stunden durchlaufen.














Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.