13.08.2019 - 13:30 Uhr
MitterteichOberpfalz

„AWO keine Melkkuh für ein Prestigeobjekt“

Die finanzielle Situation beim Mehrgenerationenhaus in Mitterteich bereitet dem AWO-Kreisverband große Sorgen. Falls in den nächsten Wochen keine passende Lösung gefunden wird, will sich die AWO als Träger zurückziehen.

Das Mehrgenerationenhaus am Kirchplatz ist für die AWO finanziell schwer zu schultern. Daher suchen die Verantwortlichen nach anderen Lösungen. Die Stadt will unbedingt die Arbeiterwohlfahrt als Partner im Boot behalten.
von Martin Maier Kontakt Profil

Das Mehrgenerationenhaus (MGH) und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) waren auch Thema im Mitterteicher Stadtrat (wir berichteten). Einige Äußerungen sind Edwin Ulrich, kommissarischer Vorsitzender des AWO-Kreisverbands, sauer aufgestoßen. Diese wolle er nicht unwidersprochen stehen lassen, schreibt er an den "Neuen Tag".

Bereits Anfang Mai habe der damalige AWO-Vorsitzende Thomas Döhler in einem Gespräch mit Bürgermeister Roland Grillmeier die Defizit-Probleme mit dem MGH dargelegt. Der Rathauschef habe danach eine Lösung bezüglich der finanziellen Situation in Aussicht gestellt.

Defizit belastet AWO

Die neue Basis, wie sie vom Stadtrat gefordert werde, sei nach Ansicht des AWO-Kreisverbandes eine bessere Unterstützung seitens der Stadt und auch der Bevölkerung. Das Mehrgenerationenhaus werde zwar angenommen, aber nicht in dem Maße, dass es wirtschaftlich arbeite. "Gutes Personal braucht auch eine gute Entlohnung. Dies ist Herrn Grillmeier bereits mitgeteilt worden", so Ulrich.

Laut ihm hätte der Stadtrat in seiner vergangenen Sitzung entscheiden sollen, inwieweit die Stadt Mitterteich das MGH finanziell unterstützen könne. "Keineswegs aber sollten der AWO auch noch so gut gemeinte Ratschläge erteilt werden", macht der Fuchsmühler deutlich. Und weiter: "Vielleicht sollten sich die Stadträte mal ein schlüssiges Konzept überlegen."

Die AWO sei zwar Partner für das Mehrgenerationenhaus, aber "keine Melkkuh für ein Prestigeobjekt der Stadt Mitterteich". Es bleibe einfach mehr an der AWO hängen als an der Stadt. Das Defizit, das der Kreisverband als Träger seit 2015 stemmen müsse, liege mittlerweile bei über 200 000 Euro. "Das belastet die AWO sehr." Der Bürgermeister habe Edwin Ulrich auch schon ein Gespräch angeboten. Aber der Fuchsmühler will dies noch nicht annehmen, da er momentan nur kommissarischer Vorsitzender ist.

Der Vertrag mit der Kommune sei jährlich kündbar. Ulrich verrät, dass der AWO-Kreisvorstand als das dafür zuständige Gremium diese Kündigung bereits mit großer Mehrheit beschlossen habe. "Es sei denn, es ergeben sich neue Aspekte bezüglich der Finanzierung", schlägt er die Türe noch nicht ganz zu.

Neuwahlen im September

Auf Nachfrage erklärt Ulrich, dass der Beschluss zur Kündigung Mitte Mai gefasst wurde. Vollzogen sei er aber noch nicht. Dies müsste bis spätestens Ende September geschehen. "Falls es keinen anderen Weg gibt, muss dies dann der neue Kreisvorsitzende oder die neue Kreisvorsitzende machen", verweist der Fuchsmühler auf die AWO-Neuwahlen am 1. September.

Dort stelle er sich zur Wahl. Zudem bewirbt sich Plößbergs Dritte Bürgermeisterin Susi Bittner. "Vielleicht kommen wir ja mit der Stadt noch zu einer vernünftigen Lösung", hofft Edwin Ulrich.

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