Das heutige Umspannwerk in der Carl-Zeiss-Straße stammt aus den 1970er Jahren. Direkt daneben entsteht künftig eine moderne Anlage mit deutlich höheren Kapazitäten. Nach der Inbetriebnahme wird das bestehende Umspannwerk zurückgebaut. Für das Projekt wendet die Bayernwerk Netz rund 19 Millionen Euro auf, wie das Unternehmer in einer Mitteilung erklärt. Die Bauarbeiten sollen 2027 beginnen und bis Ende 2030 abgeschlossen werden.
Das Umspannwerk Mitterteich verbindet das Hochspannungsnetz mit dem regionalen Mittelspannungsnetz und übernimmt laut Mitteilung eine wichtige Rolle für die Stromversorgung von Haushalten, Gewerbe und Industrie in der Region. Mit der Energiewende steigen demnach die Anforderungen an das Stromnetz. Im Landkreis Tirschenreuth würden immer mehr Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien an das Verteilnetz angeschlossen. Hinzu komme der wachsende Strombedarf – ob durch die Nutzung von Wärmepumpen, Elektromobilität oder den steigenden Energieverbrauch in den Unternehmen.
Deshalb erneuert und erweitert die Bayernwerk Netz das Umspannwerk. „Die Anforderungen an unsere Netzinfrastruktur haben sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Neben der klassischen Stromversorgung müssen die Anlagen heute deutlich mehr Einspeisung aus erneuerbaren Energien aufnehmen und gleichzeitig steigende Leistungsbedarfe abdecken. Mit dem Ersatzneubau in Mitterteich schaffen wir eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich die Region wirtschaftlich weiterhin stark entwickeln kann“, wird Günther Mertel, Leiter des Bereichs Hochspannung bei der Bayernwerk Netz GmbH, in der Mitteilung zitiert.
Stärkere Trafos
Die Technik des bestehenden Umspannwerks stammt demnach aus den Jahren 1971 und 1972. In der neuen Anlage stünden künftig drei Transformatoren mit jeweils 50 Megavoltampere (MVA) Leistung zur Verfügung. Die installierte Transformatorleistung steige dadurch von heute 80 MVA auf künftig 150 MVA. Das neue Umspannwerk verfüge damit über nahezu die doppelte Kapazität des heutigen Standorts.
Auch die Mittelspannungs-Schaltanlage wird laut Bayernwerk deutlich erweitert. Die Zahl der Mittelspannungs-Schaltfelder steige von heute 20 auf künftig 39. Dadurch entstünden zusätzliche Anschlussmöglichkeiten für Verbraucher sowie für Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien.
Neubau während laufendem Betrieb
Der Ersatzneubau soll unmittelbar neben dem heutigen Umspannwerk im Industriegebiet Birkgit entstehen. Wie es in der Mitteilung weiter heißt, werden für den neuen Standort rund 1,35 Hektar Fläche benötigt. Das bestehende Umspannwerk umfasst derzeit etwa einen Hektar. Während der gesamten Bauzeit bleibt die Stromversorgung gesichert, betont das Bayernwerk. Erst nach der Inbetriebnahme des Neubaus erfolgt der Rückbau der bisherigen Anlage.
Aus Mertels Sicht eignet sich der geplante neue Standort ideal: „Der Neubau direkt neben dem bestehenden Umspannwerk erleichtert den schrittweisen Übergang auf die neue Technik. Außerdem sind die Umbauarbeiten an der anschließenden Hochspannungsleitung dadurch minimal und wir brauchen keinen zusätzlichen Neubau von Hochspannungsleitungen.“
Bauarbeiten starten 2027
Nach aktuellem Stand sollen die Bauarbeiten im Frühjahr 2027 beginnen. Die Umsetzung erfolgt in mehreren Bauabschnitten. Zunächst errichtet die Bayernwerk Netz das neue Umspannwerk auf der angrenzenden Fläche. Anschließend werden die technischen Einrichtungen schrittweise in Betrieb genommen und die bisherigen Anlagen zurückgebaut. Die Arbeiten sollen Ende 2030 abgeschlossen werden.















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.