Christuskirche in Mitterteich "Hotspot" evangelischen Glaubens

Mitterteich
23.09.2022 - 13:55 Uhr

Mit einer besonderen Feier würdigte die evangelische Kirchengemeinde den 125. Geburtstag der Christuskirche. Ihre Erlebnisse dort schilderten Reinhold Csakli und Christine Etzold.

Mit einem Festgottesdienst feierte die Evangelische Kirchengemeinde Mitterteich den 125. Geburtstag der Christuskirche. Dazu war aus Regensburg Regionalbischof Klaus Stiegler gekommen, der mit Dekan Thomas Guba dem Gottesdienst vorstand. Musikalisch wurde die Feier vom Kirchen- und Posaunenchor gestaltet. Kirchenvorstand Andreas Neumayr sagte: „Wir feiern heute den Geburtstag unserer Kirche gemeinsam.“

Reinhold Csakli und Christine Etzold erinnerten an persönliche Erlebnisse im Zusammenhang mit der Christuskirche – im Posaunen- und Kirchenchor, oder auch bei Taufen und Konfirmationen. Über drei Jahrzehnte, so Chrsitine Etzold, habe sie im Kirchenvorstand mitgearbeitet. „Jetzt überlasse ich die Verantwortung gerne der jüngeren Generation.“ Kirchenvorstand Andreas Neumayr freute sich, als Zugezogener gut in die Gemeinschaft aufgenommen worden zu sein; auch habe er in der Christuskirche geheiratet.

Dekan Thomas Guba sagte: "Nach 125 Jahre Kirchengeschichte geht es hier weiter.“ In seiner Predigt nannte Regionalbischof Klaus Stiegler den 125. Geburtstag der Christuskirche einen wunderbaren Anlass zum Feiern. „Seit 1897 ist die Christuskirche ein ,Hotspot‘ des evangelischen Glaubens, ein Segensort für unzählige Menschen und nicht zuletzt ein Zufluchtsort für geschundene und geplagte Seelen“, sagte der Bischof. Der Prediger blickte auf die Anfänge des evangelischen Glaubens in Mitterteich zurück. Diese seien eng verbunden mit der wirtschaftlichen Entwicklung und der Industrialisierung von Mitterteich, als viele Evangelische aus Sachsen, Thüringen und Schlesien nach Mitterteich kamen. „Schon nach kurzer Zeit war es ihnen ein großes Anliegen, in ihrem neuen Lebensumfeld ihren evangelischen Glauben gemeinsam zu leben." Der Wunsch nach einem Kirchenbau habe nicht mehr aufgehalten werden können; am 5. September 1897 sei die Christuskirche eingeweiht worden.

Die ökumenische Entwicklung sei nicht umkehrbar und ließe sich nicht aufhalten. "Und das ist gut so“, sagte der Bischof. In der Christuskirche sah er ein markantes Bauwerk und einen Ort des Dialogs zwischen Himmel und Erde, zwischen Menschen und Gott. Nach der Predigt wurden Stellwände enthüllt, auf denen die Geschichte der Christuskirche dargestellt ist.

Für die Pfarrei St. Jakob überbrachte Stadtpfarrer Anton Witt Glückwünsche. Beschämend sei es, wie sehr das Konkurrenzdenken beider christlichen Kirchen 1897 ausgeprägt war. Der katholische Pfarrer habe Druck ausgeübt, dem Einweihungsfest der Christuskirche fern zu bleiben. „Heute erleben wir dagegen vielfältige ökumenische Begegnungen", so Pfarrer Witt. Für den Landkreis Tirschenreuth, für die Stadt Mitterteich und die Märkte Wiesau und Fuchsmühl gratulierte Bürgermeister Stefan Grillmeier. Er dankte dem kürzlich in den Ruhestand verabschiedeten Pfarrer Martin Schlenk. Er habe mit seiner Gemeinde viele starke und tragfähige Brücken geschaffen.

 
 

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