12.01.2020 - 10:45 Uhr
MitterteichOberpfalz

"Unser Dreiklang funktioniert"

Prall gefüllt war der Saal des Josefsheims am Samstagabend: Beim Neujahrsempfang der Stadt Mitterteich zog Bürgermeister Roland Grillmeier eine positive Bilanz, teilte aber auch Seitenhiebe an Kritiker aus.

Prall gefüllt war der Saal des Josefsheims am Samstagabend. „So viele Gäste beim Neujahrsempfang hatten wir noch nie“, meinte Bürgermeister Roland Grillmeier.
von Josef RosnerProfil

„Wir hatten heuer so viele Anmeldungen wie noch nie“, sagte Martina Rüth von der Stadtverwaltung über das große Interesse. Geleitet wurde der Empfang mit Gästen aus der ganzen Region von Roland Grillmeier zum 18. und letzten Mal als amtierender Bürgermeister. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Stadtkapelle Mitterteich unter der Leitung von Oliver Lipfert. Diese wird in zwei Wochen auch bei der „Grünen Woche“ in Berlin spielen, wie zu erfahren war. Um das leibliche Wohl der Gäste kümmerte sich ein Team des Mitterteicher Gaudiwurms. Traditionell eröffnet wurde der Neujahrsempfang von den Sternsingern, die Stadtpfarrer Anton Witt mitgebracht hatte. Sie sprachen ihren Text auf und gingen durch die Reihen und sammelten für arme Kinder in der Welt.

Dank an Ehefrau Claudia

„Es ist heute ein bewegender Moment für mich“, sagte Bürgermeister Roland Grillmeier zu Beginn seiner Rede. Einen Dank richtete er an seine Frau Claudia, „die in den vergangenen 18 Jahren all das mitgetragen hat“. So habe er in dieser Zeit häufig an fünf bis sechs Abenden in der Woche nicht zu Hause sein können. „Bürgermeister ist man rund um die Uhr. Ohne Familie, die dahinter steht, ginge das nicht.“

Grillmeier freute sich über die vielen Besucher: „Sie haben mich die letzten Jahre begleitet auf einem Weg, auf dem ich versucht habe, unsere Stadt in eine positive Zukunft zu führen.“ Erneut erinnerte an die Insolvenz der Porzellanfabrik in der frühen Phase seiner Amtszeit. „Es war nicht klar, wohin es mit unserer Stadt geht, die Stimmung war unten. Aber wir haben den Kopf nicht hängen lassen und haben angepackt. Wir haben Mitterteich dahin geführt, wo es heute steht.“ Grillmeier sprach von einer „Stadt im Aufbruch mit einem enormen Entwicklungspotenzial“. Heute gebe es in Mitterteich 3700 Arbeitsplätze, 30 Prozent mehr als noch 2005. Der Bürgermeister zeigte sich überzeugt, dass die Stadt ihren Beitrag zur „Erfolgsregion Landkreis Tirschenreuth“ geleistet habe. Besonders freue ihn, dass in den vergangenen zwei Jahren jeweils mehr als 70 Kinder geboren wurden, so viele wie seit 30 Jahren nicht mehr.

„Ohne interkommunale Zusammenarbeit ginge es nicht mehr. Die Menschen leben in einer Region und nicht mehr allein in einer Stadt“, so Grillmeier weiter. In den vergangenen 18 Jahren seien in Mitterteich mehr als 80 Millionen Euro investiert worden, zum Teil mit einem Fördergeldanteil von bis zu 90 Prozent. „Unser Dreiklang funktioniert: ideenreiche und aktive Stadtpolitik, Unternehmen, die zum Standort stehen und Menschen, die sich engagieren.“ Der Bürgermeister betonte, dass die Erfolge gemeinsam errungen worden seien. „Wir können darauf stolz sein.“

Jetzt in Zeiten des Wahlkampfs versuchten manche, Sand ins Getriebe zu streuen und Leistungen schlecht zu reden. „Es ist ein Unding unserer Zeit, alles zu zerreden oder vieles besser zu wissen“, beklagte Grillmeier. Er lasse nicht zu, dass „unser aller Erfolg“ schlecht gemacht werde. „Wer etwas zerredet, soll erstmal zeigen, dass er es besser machen kann. Taten zählen, nicht Worte.“ Grillmeier dankte allen Stadträten, die in den vergangenen 18 Jahren Verantwortung getragen hätten, quer durch alle Parteien. „Wir haben Mitterteich nach vorne gebracht, wir können etwas vorweisen.“ Dennoch sei er allen dankbar, die sich für die kommende Kommunalwahl aufstellen ließen, immerhin 80 Personen.

Neue Wohnungsprojekte

Im Anschluss ging das Stadtoberhaupt auf einige Baumaßnahmen ein, darunter die Schaffung barrierearmen Wohnraums. „Wir haben Werte geschaffen“, sagte Grillmeier und sprach von vernünftigen Investitionen. In der Wiesenstraße werde ein Neubau mit 15 Wohnungen angestrebt, zudem gebe es Gespräche über den Bau von 25 „Generationen-Wohnungen“ in der Zanklgartenstraße. „Mitterteich tut etwas für die Zukunft, das war nur mit fein abgestimmter Politik und großem Einsatz möglich.“ Hoch erfreut zeigte sich der Bürgermeister von der steigenden Zahl an Übernachtungen, bald werde man in der Stadt 40 000 pro Jahr erreichen. Sein Dank galt den Betreibern des Campingplatzes in Großbüchlberg und der neuen Geschäftsleitung des Hotels „Miratel“. Ein Thema war auch die Landwirtschaft. „Wir stehen weiter für ein aktives Dorfleben, wir wissen, was die Landwirtschaft leistet“, versicherte Grillmeier.

Nicht trennen lassen

Gegen Ende seiner gut halbstündigen Rede knüpfte Grillmeier an ein Zitat von Wolfgang von Goethe an: „Tun – das war für mich immer die Devise. Etwas nach vorne zu bringen. Wir haben in meiner Amtszeit angepackt, vielen Dank dafür. Unsere Leistung kann sich sehen lassen.“ Zum Abschluss wünschte er sich, „dass wir uns nicht trennen lassen im Eintreten für unsere Stadt, dass wir auf dem Land unser Leben weiter vernünftig führen können, dass die Leistungen des Ehrenamtes anerkannt werden, dann Gesundheit und Glück und zuletzt die Bitte, an dieser Entwicklung weiter mitwirken zu dürfen“.

Beendet wurde der offizielle Teil mit der Bayernhymne und dem Deutschlandlied. Es folgte der „Sturm aufs Büfett“, danach nutzten zahlreiche Gäste die Möglichkeit zu Gesprächen.

Die Stadtkapelle Mitterteich gestaltete den Neujahrsempfang musikalisch. In zwei Wochen wird sie auch bei der „Grünen Woche“ in Berlin zu hören sein.
Traditionell wurde der Mitterteicher Neujahrsempfang von den Sternsingern eröffnet.
Prall gefüllt war der Saal des Josefsheims am Samstagabend.
Roland Grillmeier führte am Samstag seinen 18. Neujahrsempfang als Bürgermeister durch.
Im Bild (von links) die Bürgermeister Bernd Sommer und Johann Burger, Waldsassens Polizeichef Roland Heldwein, Johann Brandl, Hana Lunakova und Egers Zweiter Bürgermeister Jiří Černý, Bürgermeister Roland Grillmeier und Ehefrau, MdB Albert Rupprecht, stellvertretender Landrat Alfred Scheidler und Zweiter Bürgermeister Stefan Grillmeier.
Schornsteinfeger bringen Glück, so heißt es: Bürgermeister Roland Grillmeier und seine Frau Claudia zusammen mit Kaminkehrermeisterin Kathrin Plommer und Bezirkskaminkehrermeister Mario Weiß.
Nach dem Ende des offiziellen Teils folgte der "Sturm ans Büfett".
Nach dem Ende des offiziellen Teils folgte der Sturm ans Buffet.
Nicht fehlen durfte beim Neujahrsempfang "Weißbier-Resi" Martina Bleistein. Sie stieß mit Bürgermeister Roland Grillmeier, Zweitem Bürgermeister Stefan Grillmeier sowie Waldsassens Bürgermeister Bernd Sommer (von links) auf ein gutes neues Jahr an. Rechts im Bild Roland Heldwein, Leiter der PI Waldsassen.
Die Gäste des Mitterteicher Neujahrsempfang ließen es sich gut gehen.
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