25.02.2021 - 15:29 Uhr
MitterteichOberpfalz

Endlich hinters Steuer: Fahrschulen wieder geöffnet

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Noch vor den Friseuren konnten am Montag die Fahrschulen im Landkreis Tirschenreuth wieder öffnen. Auf die Fahrlehrer wartet jede Menge Arbeit. Sie müssen den Rückstand von zwei Monaten abarbeiten.

Während der Fahrstunde gilt für Fahrschüler und Fahrlehrer eine FFP2-Maskenpflicht.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Tirschenreuth ist weiterhin hoch. Unabhängig von diesem Wert durften am vergangenen Montag die Fahrschulen den Betrieb wieder aufnehmen. Wie gehen die Inhaber von Fahrschulen mit dieser kurzfristigen Entscheidung um und welche Herausforderungen stehen an?

„Dass es bereits am Montag wieder losgehen würde, damit haben wir nicht gerechnet“, sagt Matthias Kraft. Seine „Fahrschule im Stiftland“ betreibt er in Mitterteich und Waldsassen. Eine Öffnung noch vor den Friseuren hätten er und seine Kollegen für sehr unwahrscheinlich gehalten. Dennoch stimmt ihn dieser Entschluss positiv: „Ich bin froh, dass wir endlich wieder arbeiten dürfen.“

Fahrschüler in der Warteschleife

Zu tun gibt es einiges: Fahrschüler müssen kontaktiert und Fahrstunden müssen vereinbart werden. Wie nach dem Lockdown im vergangenen Jahr wird es auch in den nächsten Wochen zu Verzögerungen kommen. „Wir konnten seit Dezember nicht mehr fahren, da sind viele Schüler jetzt in der Warteschleife“, erklärt Kraft. Auch sei die Zahl der TÜV-Prüfer in den vergangenen Monaten ja nicht gestiegen. Auf einen Prüftermin müssten die Fahrschüler also etwas länger warten.

Ein weiteres Problem für Fahranfänger: Autofahren muss trainiert werden. „Zwei Monate ohne Praxisunterricht – das wirft auch ein Stück zurück“, gibt Kraft zu bedenken. Weil seine Schüler vermutlich mehr Fahrstunden benötigen, werde der Führerschein auch teurer. „Das ist für die Kundschaft sehr ärgerlich“, meint Kraft.

Digitaler Theorieunterricht

Die kommenden Wochen werden auch für Alexander Keller und sein Team „ein Riesen-Kraftakt“. Etwas kritisch sieht er die Öffnung der Fahrschulen schon, auch wenn er auf der anderen Seite froh darüber ist. Der Inhaber der Fahrschule „Start2drive“ aus Tirschenreuth hätte sich eine Regelung gewünscht, die sich am Inzidenzwert orientiert. „Im Sommer mussten wir bei einem Wert von 200 schon zusperren, jetzt wird bei über 300 gefahren.“

Seine Fahrschüler unterrichtet Keller digital. Der Online-Theorieunterricht wurde erst vor ein paar Wochen ermöglicht. „Die Auflagen, um zu unterrichten sind sehr hoch“, sagt Keller. Dennoch seien seine Fahrschüler über das Angebot sehr dankbar. Laut dem Bayerische Fahrlehrerverband dürfen Fahrschulen auch weiterhin einen Online-Unterricht anbieten. Optional kann der Präsenzunterricht gefilmt und live an die Schüler Zuhause übertragen werden.

Hygienekonzept umsetzen

„Ohne theoretischen und praktischen Fahrunterricht hat sich so einiges aufgestaut“, sagt Randolf Wegmann, Inhaber der gleichnamigen Fahrschule in Kulmain und Neusorg. „Ich bin viel am Telefonieren und Organisieren“, informiert er. Bei der Terminvergabe von Fahrstunden kontaktiert er zunächst diejenigen, die schon länger fahren. „Manche standen kurz vor der Prüfung“, sagt Wegmann. Auch beim Theorieunterricht sei eine entsprechende Organisation gefragt. Wegen der Abstände dürfe nur eine gewisse Personenzahl in den Schulungsraum. Über die Öffnung sei er sehr froh, schließlich fehlten ihm seit Dezember die Einnahmen.

Um sich und die Fahrschüler vor einer Ansteckung zu schützen, wird viel desinfiziert. Vor und nach der Fahrstunde muss das Auto gereinigt und gelüftet werden, Fahrschüler müssen sich vor der Fahrt die Hände desinfizieren. Viel Aufwand, der sich aber lohne, so Wegmann: „Das Konzept funktioniert.“ Ihm sei nicht bekannt, dass sich jemand während einer Fahrstunde angesteckt hat.

Fahrlehrer protestieren gegen Lockdown

Marktredwitz
Hintergrund:

Hygieneregeln in der Fahrschule

  • In den Räumen für den Theorieunterricht muss der übliche Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten werden, somit ist die Teilnehmerzahl entsprechend begrenzt. Es gilt eine FFP2-Maskenpflicht, zusätzlich muss der Schulungsraum regelmäßig gelüftet werden.
  • Der Theorieunterricht zur beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung, zum Beispiel für berufliche Lastwagenfahrer, darf als Präsenzunterricht nur dann durchgeführt werden, wenn die 7-Tage-Inzidenz im jeweiligen Landkreis unter dem Wert 100 liegt.
  • Praktische Fahrstunde: FFP2-Maskenpflicht für Schüler und Lehrer, vor und nach der Fahrt müssen die Fahrzeuge gereinigt werden. Vor der Fahrt sind die Hände zu desinfizieren, bei Autobahn- und Überlandfahrten sind Pausen zum Lüften nötig.

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