22.11.2020 - 11:02 Uhr
MitterteichOberpfalz

Erstes Haus aus dem 3-D-Drucker: Mitterteicher Firma beim Bau dabei

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Die Firma Glapor aus Mitterteich ist beim Bau des ersten 3-D-Druck-Hauses in Deutschland beteiligt. Das Unternehmen liefert nachhaltige Dämmmaterialien und hilft dabei, Erfahrungswerte über die Zukunft des Bauens zu sammeln.

In Beckum (Nordrhein-Westfalen) entsteht das erste Haus aus dem 3-D-Drucker. Die Firma Glapor aus Mitterteich ist auch an dem Projekt beteiligt.
von Lucia Seebauer Kontakt Profil

Im nordrhein-westfälischen Beckum entsteht das erste 3-D-gedruckte Haus in Deutschland. Schicht für Schicht werden über einen riesigen Drucker Wände aufgetragen. Innerhalb eines Tages stehen die ersten Mauern. Mit an dem Pilotprojekt beteiligt ist auch die Firma Glapor aus Mitterteich. Der Schaumglas-Spezialist unterstützt die neue Art zu bauen mit nachhaltigen Boden-Dämmungen aus Schaumglas-Schotter. Für sichere Flachdächer werden Schaumglasplatten eingesetzt.

Wo wird Schaumglas eingesetzt?

"3-D bietet eine völlig neue Perspektive auf das Bauen", erklärt Helge Flöge, Head of Marketing & Technology bei Glapor. Doch wie kam das Unternehmen aus dem Landkreis Tirschenreuth mit rund 50 Mitarbeitern zu dem Projekt? "Das war Zufall. Ich stand in Kontakt mit dem Architekten Waldemar Korte", sagt Flöge. Über Gespräche und Videokonferenzen sei Glapor in die Planungen mit einbezogen worden. "Wir waren gleich Feuer und Flamme für das Projekt."

Aber welche Vorteile bietet Schaumglas für das Haus aus dem 3-D-Druck? Das Material wird in Form von Schotter am Boden des Hightech-Hauses verteilt und in den kommenden Wochen sollen oben am Dach Platten rund um die Fenster eingesetzt werden. "Unser Material besteht zu 100 Prozent aus Altglas. Das macht es besonders nachhaltig." Zudem erfüllt der Dämmstoff besondere Vorteile gegenüber anderen Materialien wie zum Beispiel Styropor. "Glas als Material behält viele seiner Eigenschaften. So wird es nicht feucht und bleibt über Jahre hinweg stabil und unbeweglich."

Besser bekannt werden

Obwohl Schaumglas schon seit rund 50 Jahren hergestellt wird, sei es noch relativ unbekannt. "Aus diesem Grund ist es noch sehr teuer im Gegensatz zu üblichen Dämmmaterialien aus Kunststoff", weiß Flöge. Doch durch Projekte wie mit dem 3-D-Druck-Haus möchte das Unternehmen seinen Bekanntheitsgrad steigern. "Wird Schaumglas mehr gekauft, wird es auch billiger werden", sagt er. Mithilfe des aktuellen Projekts konnte Flöge europaweit Kontakte knüpfen: "Von Griechenland bis England erreichten mich Fragen zu der Baumaßnahme und der technischen Umsetzung." Dabei habe es viele positive Rückmeldungen vor allem bezüglich der Nachhaltigkeit des Schaumglas-Dämmstoffes gegeben.

In Dänemark war die Firma Glapor Mitterteich am Bau des Lego-Museums beteiligt

Hintergrund:

Das erste Haus aus dem 3-D-Drucker

  • Projekt: In Beckum (Kreis Warendorf, Nordrhein-Westfalen) wird das erste Haus aus dem 3-D-Drucker in Deutschland gebaut. Entstehen soll ein zweistöckiges Einfamilienhaus. Mit der neuen Technik wird Bauen in Rekordzeit möglich. Der 3-D-Drucker baut Schicht für Schicht einen Quadratmeter in fünf Minuten. Als Material wird ein Spezialmörtel oder -beton verwendet. Wie das Unternehmen Glapor in seiner Pressemitteilung schreibt, hat das 3-D-Haus eine Fläche von 80 Quadratmetern pro Etage.
  • Ziel: Es sollen Erfahrungen gesammelt und neue Denkweisen für die Zukunft des Bauens entwickelt werden. Unter anderem wurden in Belgien, Tschechien, Dubai und in den USA 3-D-Häuser gebaut. Das Projekt wird mit 200.000 Euro gefördert.

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