Brennnessel, Giersch, Gänseblümchen oder Löwenzahn - Wildkräuter aller Art erleben einen neuen Boom. Expertin Markusine Guthjahr befasst sich schon seit 25 Jahren mit dem Thema. Im Reiterstüberl in Münchsgrün präsentierte sie unter anderem das "Superkraut" Brennnessel sowie jede Menge einstige "Arme-Leute-Rezepte" mit Gartenkräutern, die inzwischen in Gourmet-Restaurants serviert würden, wie sie betonte.
Dabei seien es nicht nur die Aromen der Kräuter, die so manches "Restessen" aufpeppen könnten. Das Wertvolle seien die Heilkräfte. So sprach sie zum Beispiel der Zwiebel eine "Heilwirkung von der Zehenspitze bis zur Haarwurzel" zu. Viele Zuhörerinnen reagierten erstaunt, als Guthjahr vom Wildschnittlauch sprach, der bereits ab Dezember in der Nähe von Obstbäumen wachse.
"Mit Garten- und Wildkräutern müssen Sie kaum Geld ausgeben und können tolle Gerichte für ihre Familie zaubern", sagte Guthjahr. Sollten Brennnessel oder Gänseblümchen im Salat bei Familienmitgliedern anfangs nicht gut ankommen, so riet die Referentin schmunzelnd dazu, diese Zutaten zum Eingewöhnen "heimlich reinzuschmuggeln". Es müsse ja auch nicht sofort eine Brennnesselsuppe sein. Ein Löwenzahnblattsalat sei anfangs zwar bitter, aber man gewöhne sich daran. "Was bitter im Mund, ist im Magen gesund", nannte eine Landfrau dazu ein überliefertes Zitat. Guthjahr stellte auch den Löwenzahnsirup vor: "Der ist etwas Feines!"
Viel Vitamin C
Weil's manchmal modern sein müsse, habe sie auch eine Kräuter-Pizza im Rezeptbuch, so die Referentin. Schnell und einfach sei das Kochen mit Kräutern, sagte Guthjahr weiter und demonstrierte dies anhand einiger Beispiele. So werde einfaches Speiseöl zum feinen Gewürz, wenn man diesem Kräuterzweige zufüge. Was die Anwesenden freute: Kräuter können problemlos eingefroren werden. "Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass sie 4 Monate lang 97 Prozent der Vitamine behalten", wusste Guthjahr. Und sie erzählte, dass in der Brennnessel das Zehnfache an Vitamine C einer Orange schlummere. Und was tun gegen das Stechen? "Mit dem Nudelholz darüber rollen", hatte die Referentin auch hierfür einen Tipp. Zum Thema Wildfrüchte betonte sie, dass der schwarze Holunder in jeden Garten gehöre. Aber man dürfe ihn niemals mehr ausreißen: "Dann gehen alle guten Geister weg", wussten die Landfrauen eine alte Legende. Wer jetzt noch Schlehen im Garten habe, sollte sie ruhig sammeln und Likör machen, riet Guthjahr. Nach dem Frost seien diese besonders süß.
Leckere Brotaufstriche
Nach dem Vortrag durften die Landfrauen einige Köstlichkeiten probieren. Dazu hatte die Kräuterfachfrau leckere Brotaufstriche mitgebracht. Kreisbäuerin Irmgard Zintl bedankte sich bei der Referentin im Namen der Leonberger Landfrauen für den interessanten Fachvortrag.


















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