07.04.2020 - 17:21 Uhr
MitterteichOberpfalz

Feuerwehr im Notbetrieb

Die Coronakrise stellt auch die Feuerwehren vor besondere Herausforderungen. Was derzeit bei den Mitterteicher Brandschützern anders läuft, erklärt Kommandant Franz Bauernfeind.

Wegen des Ausfalls von Übungen und anderer regelmäßiger Treffen der Aktiven hat Kommandant Franz Bauernfeind bereits an zwei Samstagen spezielle Fahrzeugchecks durchführen lassen. Jeweils einzeln arbeiteten Kameraden Prüflisten ab und absolvierten Bewegungsfahrten.
von Udo Lanz Kontakt Profil

Seit 11. März gilt bei der Feuerwehr ein selbst angeordneter "eingeschränkter Dienstbetrieb", wie Franz Bauernfeind auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien informiert. Das bedeutet, dass seitdem keine Übungen und Unterrichte stattfinden, auch sonstige Zusammentreffen im Gerätehaus wurden gestrichen. "Es wird nur ein reiner Einsatzdienst geleistet", so Bauernfeind. Mit der Einführung der Ausgangsbeschränkungen in ganz Bayern mussten sämtliche freiwilligen Feuerwehren nachziehen. Durch die spezielle Situation mit der inzwischen aufgehobenen Ausgangssperre ergaben sich für die Feuerwehr Mitterteich aber keine zusätzlichen Einschränkungen. Alle Aktiven, die von außerhalb wegen eines Einsatzes oder anderer Aufgaben ins Stadtgebiet einfahren mussten, hatten eine Sondergenehmigung. "Die Einsatzpläne waren unverändert, wir konnten nach wie vor auch in andere Orte ausrücken", betont der Kommandant.

"Werden nur noch Fensterplätze besetzt"

Wie bei allen anderen Wehren auch ist nun das Einhalten bestimmter Abstände zu beachten. "Es werden nur noch die Fensterplätze besetzt, um direkten Kontakt zu vermeiden", nennt Bauernfeind ein Beispiel für die aktuellen Einsatzregeln. Wegen des Ausfalls von Übungen und anderer regelmäßiger Treffen, bei denen normalerweise der Fuhrpark bewegt und die Ausrüstung genutzt wird, hat Kommandant Franz Bauernfeind bereits an zwei Samstagen Fahrzeugchecks durchführen lassen. Jeweils einzeln überprüften Aktive an den Fahrzeugen Kraftstoff- und Wasserstände, Verbrauchsmaterial und den Zustand der Aggregate. Hinzu kamen zeitversetzte Bewegungsfahrten - absolviert von einem Fahrer ohne Begleitung. Dazu hatte man im Vorfeld Rücksprache mit der Polizei Waldsassen gehalten.

Dieses Foto entstand vor einer der drei bisherigen Aktionen zum Verteilen von Schreiben mit amtlichen Anordnungen. Unterstützung erhielt die Feuerwehr Mitterteich von den Ortsteilwehren Großensterz, Pechofen und Pleußen.

Breite Unterstützung

Eine Besonderheit in den vergangenen Wochen war auch das Verteilen von Schreiben mit Anordnungen des Landratsamtes an alle Mitterteicher Haushalte. Bereits dreimal sei die Feuerwehr Mitterteich hier im Einsatz gewesen. Unkompliziert unterstützt worden sei man laut Bauernfeind von den Ortsteilfeuerwehren Großensterz, Pechofen und Pleußen sowie von der Feuerwehr Wiesau. Überhaupt freut sich Kommandant Franz Bauernfeind, dass seine aktive Truppe eine enorme Bereitschaft beim Ausführen der jüngsten Aufgaben gezeigt habe. Auch die Organisation sei unproblematisch verlaufen. "Nicht selbstverständlich waren auch der Zusammenhalt und die angebotene Unterstützung vonseiten befreundeter Feuerwehren und des BRK während der vergangenen drei Wochen", berichtet Bauernfeind.

Immer ein offenes Ohr

Weiter dankt der Kommandant Inspektionsleiter Roland Heldwein von der Polizei Waldsassen. "Er hat für uns immer ein offenes Ohr", lobt Bauernfeind und verweist auf Hilfestellung und Unterstützung bei verschiedensten Fragen. So habe Heldwein Hinweise zu Verhaltensregeln bei Einsatzfahrten gegeben, aber auch zur Durchführung des Malwettwerbs der Jugendfeuerwehr (siehe Infobox) und zur täglichen Teilnahme der Feuerwehr an der "Bayernhymnen-Aktion" des Radiosenders Antenne Bayern.

Der Kommandant dankt nicht zuletzt Doris Scharnagl-Lindinger und Gerda Schmid für deren große Hilfe bei der Ausstattung der Kameraden mit selbst genähten Gesichtsmasken. "Hier sind wir mittlerweile gut ausgestattet. Aber sie sind bereit, noch mehr zu liefern, falls nötig", freut sich Bauernfeind.

Hier geht's zum Artikel über den Malwettbewerb der Jugendfeuerwehr

Mitterteich
Zahlreiche Kinder haben sich schon am Malwettbewerb der Jugendfeuerwehr beteiligt, der in der vergangenen Woche gestartet wurde. Ziel ist es, 112 Glasfelder der Gerätehaustore zu schmücken. Hier im Bild eine Familie beim Abgeben eines Bildes.
Im Blickpunkt:

Malwettbewerb "Meine Heimat Mitterteich"

Gut angelaufen ist der Malwettbewerb unter dem Motto "Meine Heimat Mitterteich", den die Jugendfeuerwehr gestartet hat. Ziel ist es, nach den negativen Entwicklungen der vergangenen Wochen ein positives Zeichen zu setzen. Dazu sollen gut sichtbar für die Öffentlichkeit 112 Glasfelder der Gerätehaustore dekoriert werden. Die Bilder können geschickt oder in eine Kiste vor dem Gerätehaus geworfen werden. Der Wettbewerb läuft bis einschließlich 10. April. (lnz)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.