11.02.2019 - 11:42 Uhr
MitterteichOberpfalz

Fragezeichen über Naturfreundehaus

Eine Ära steht vor dem Ende: Die Mitterteicher Naturfreunde werden den Erbpachtvertrag mit der Stadt für das Naturfreundehaus nicht mehr verlängern.

Nicht verlängern werden die Mitterteicher Naturfreunde den seit dem Bau vor 66 Jahren bestehenden Erbpachtvertrag für das Naturfreundehaus.
von Josef RosnerProfil

Der Vertrag mit der Stadt Mitterteich gilt seit dem Bau des Hauses vor 66 Jahren und läuft noch bis zum 1. April 2019. "Wird der Erbpachtvertrag nicht verlängert, fällt das Naturfreundehaus an die Stadt zurück. Diese muss dann eine Ablösesumme für das Haus bezahlen. Der Wert muss erst noch bestimmt werden", erklärte Vorsitzender Tobias Markovsky bei der Jahresversammlung, zu der lediglich 10 der insgesamt noch 50 Mitglieder gekommen waren.

Nach einer intensiven Diskussion beschloss die Runde einstimmig, den Erbpachtvertrag nicht zu verlängern und schweren Herzens Abschied vom lieb gewonnenen Vereinsheim zu nehmen. Barbara Lugert machte deutlich: "Wir können das Haus in der vorhandenen Konstellation nicht weiter halten." Sie verwies darauf, dass auch in anderen Ortsgruppen die Zeit der Naturfreundehäuser vorbei sei. "Es fehlen einfach Ehrenamtliche, die sich hier weiter engagieren", bedauerte sie. Genannt wurden von der Vereinsspitze neben dem fehlenden Nachwuchs und der Überalterung der Aktiven die sinkenden Übernachtungszahlen und die hohen Betriebskosten. Zukünftig wollen die Naturfreunde andere Einrichtungen nutzen. Mit der Stadt werde man demnächst das weitere Vorgehen in Sachen Naturfreundehaus besprechen.

149 Übernachtungen

Die genauen Übernachtungszahlen hatte Angela Baier parat. Gab es 2017 noch 236 Übernachtungen, so waren es im vergangenen Jahr nur noch 149. Besonders bedauerte sie das Fernbleiben von Kindergruppen. Als mögliche Gründe wurden der mangelnde Komfort und fehlendes W-LAN genannt. Tobias Markovsky berichtete von Arbeiten an den Außenanlagen. "Es wurden Bäume gefällt, der Rasen gemäht, Laub gerecht - es ist alles in bester Ordnung."

Zweiter Bürgermeister Stefan Grillmeier hatte den Naturfreunden eingangs für die Arbeit des vergangenen Jahres gedankt - und auch dafür, dass sie über Jahrzehnte hinweg im Naturfreundehaus freundliche Gastgeber gewesen seien. Er erinnerte daran, dass kürzlich wieder Mitglieder des Dresdner Eislauf-Clubs dort übernachtet hatten. "Die Sachsen waren damit sehr zufrieden", so Grillmeier. Auch auswärtige Eishockeymannschaften hätten das Naturfreundehaus gern als günstige Übernachtungsmöglichkeit genutzt.

Tobias Markovsky blickte auf die Veranstaltungen der vergangenen Monate zurück. Gemeinsame Grillabende im Sommer förderten die Gemeinschaft im Verein. Gut angenommen würden die Walking- und die Handarbeitsgruppe. Angela Baier ergänzte, dass meist bis zu sechs Frauen an diesen Treffen teilnehmen. Die nächsten Monatsversammlungen finden am 13. Februar und am 13. März statt. Am Faschingsdienstag, 5. März, steht eine Wanderung nach Königshütte auf dem Plan. Abmarsch ist um 13.30 Uhr an der Sparkasse.

Seit Jahrzehnten dabei

Abschließend wurden noch langjährige Mitglieder geehrt. Seit 40 Jahren Mitglied ist Herbert Bauernfeind, vor 25 Jahren kamen Reinhold Scheuch und Manuela Hieblak (Radebeul) zum Verein.

Langjährige Mitglieder ehrten die Naturfreunde bei ihrer Jahresversammlung. Im Bild (von links) zweiter Bürgermeister Stefan Grillmeier, Herbert Bauernfeind, Reinhold Scheuch und Vorsitzender Tobias Markovsky.
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