29.07.2020 - 08:52 Uhr
MitterteichOberpfalz

Freie Fahrt nur für den Lieferverkehr oder mit Sonderausweis

Bald wird es ernst: In den kommenden Wochen treten in Mitterteich Beschränkungen auf der früheren innerörtlichen Staatsstraße 2176 in Kraft. Der Stadtrat legte nun Details der Beschilderung fest.

In Kürze werden auf der ehemaligen innerörtlichen Staatsstraße 2176 in Mitterteich die Tempo-30-Schilder aufgestellt, danach folgt die Beschilderung zur Beschränkung des Schwerlastverkehrs. Im Bereich des Ortseingangs Waldsassener Straße (Bild) kommt auch eine große 30er-Markierung auf die Fahrbahn.
von Udo Lanz Kontakt Profil

Im Juni hatte der Stadtrat entschieden, auf diesem Abschnitt der Ortsdurchfahrt den Schwerlastverkehr zu verbannen und die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h abzusenken. Der Mehrheitsbeschluss sah vor, dass die Beschränkungen auf der gesamten Strecke vom Ortseingang Waldsassener Straße über den Oberen und Unteren Markt hin bis zur Ampelkreuzung an der Färbersbrücke reichen. In der jüngsten Sitzung ging es nun um die von der Verwaltung ausgearbeiteten Beschilderungspläne.

Im Juni hat der Stadtrat Beschränkungen auf der Ortsdurchfahrt beschlossen

Mitterteich

Bürgermeister Stefan Grillmeier informierte, dass es noch am Morgen vor der Sitzung ein Treffen mit den Fraktionssprechern, Vertretern der Verwaltung und der Polizei gegeben habe, um offene Punkte zu klären. Zur Einführung von Tempo 30 teilte er mit, dass die insgesamt neun Schilder bereits eingetroffen seien, in der nächsten Woche sollen die Pfosten aufgestellt werden. „Danach werden wir die Schilder gleich anbringen.“ Der genaue Zeitpunkt werde noch über die Medien und auf der städtischen Homepage bekannt gegeben. Im Internet soll auch ein Plan mit den Schilder-Standorten zu finden sein. Noch offen lassen wolle man sich die Option, in einiger Entfernung vom Ortseingang ein 70er-Schild aufzustellen, um den Verkehr abzubremsen. „Davon hat die Polizei erst mal abgeraten“, so Grillmeier. Sollte es wirklich zu Problemen kommen, könnte man nachjustieren.

Josef Schwägerl (CSU) sprach von einem durchdachten Konzept. Er hätte sich zwar auch ein 70er-Schild vor dem Ortseingang gewünscht, doch die Polizei habe argumentiert, dass das Ortsschild schon von weitem sichtbar sei und man sich darauf einstellen könne.

Heribert Hegen (Wählergemeinschaft Zukunft Stadt Mitterteich) bedauerte lediglich, dass das Aufstellen eines Tempo-70-Schildes gleich nach der Abfahrt von der Umgehung nicht möglich sei, weil die Ortsstraße erst nach der Abzweigung Richtung Konnersreuth beginnt. Gerhard Greim (SPD) und Bernhard Thoma (Freie Wähler) zeigten sich ebenfalls einverstanden mit dem Beschilderungsplan. Thoma war auch der Meinung, dass ein zusätzliches 70er-Schild bei Bedarf später folgen könnte.

Markierung auf der Fahrbahn

Reiner Artmann (Wählergemeinschaft Zukunft) schlug vor, auf der Fahrbahn bei der Ortseinfahrt Waldsassener Straße auch eine große Markierung mit der Zahl 30 anzubringen. Stefan Grillmeier sprach von einer guten Anregung, dies werde man mit umsetzen. Zweiter Bürgermeister Johann Brandl war der Meinung, dass ein 70er-Schild vor dem Ortseingang nicht notwendig sei. „Einen aufgeblähten Schilderwald will doch keiner.“

Ich glaube, wir haben eine Lösung, mit der alle leben können.

Bürgermeister Stefan Grillmeier über die neuen Beschränkungen für den Schwerlastverkehr

Auch über die Zeichen zur Aussperrung des Schwerlastverkehrs habe man sich beim morgendlichen Termin nochmals ausgetauscht, so Grillmeier. Ziel sei es gewesen, angesichts der bereits beschränkten Bereiche (Bahnhofstraße, Martin-Zehendner-Straße, Bachstraße) eine möglichst einheitliche Lösung zu finden. Für Fahrzeuge ab einem Gewicht von 7,5 Tonnen ist der Abschnitt zwischen dem Ortseingang Waldsassener Straße und der Färbersbrücke künftig tabu. Die entsprechenden Schilder erhalten den Zusatz "Lieferverkehr frei". In der Sitzungsvorlage der Verwaltung heißt es, dass laut Polizei die Missachtung des Zusatzes "Anlieger frei" schwierig zu verfolgen wäre.

Stadt erteilt Genehmigungen

Stefan Grillmeier teilte weiter mit, dass künftig auch in der Martin-Zehendner-Straße von "Anlieger frei" auf "Lieferverkehr frei" umgestellt werde. Der landwirtschaftliche Verkehr bleibe dort aber erlaubt. Für Anwohner und Betriebe in allen beschränkten Bereichen werden Sonderausweise ausgestellt. Hier werde die Stadt auch noch Kontakt mit dem einen oder anderen aufnehmen. "Ich glaube wir haben eine Lösung, mit der alle leben können", so Grillmeier zu den Schwerverkehr-Beschränkungen.

Josef Schwägerl (CSU) begrüßte die Wahl des Zusatz-Schildes "Lieferverkehr frei", so werde der größtmögliche Effekt erreicht. "In Waldsassen hat man damit gute Erfahrungen gemacht." Die Sprecher der anderen Fraktionen befürworteten ebenfalls diese Auswahl. Am Ende stimmte der Stadtrat den beiden Beschilderungsplänen einhellig zu.

Ein Thema im Stadtrat war auch der Neubau eines Feuerwehrhauses in Pleußen

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Auf Nachfrage von Josef Schwägerl zum genauen Zeitplan kündigte Stefan Grillmeier an, dass die Tempo-30-Schilder innerhalb der kommenden zwei Wochen stehen werden, die anderen innerhalb der nächsten vier Wochen. Genauere Infos würden folgen. Bernhard Brandl (CSU) wollte wissen, wie sichergestellt wird, dass alle Betroffenen Sonderausweise bekommen. Bürgermeister Grillmeier entgegnete, dass sich die Leute einfach bei der Stadt melden sollten, falls sie nicht angeschrieben werden oder keinen Anruf erhalten.

Im Blickpunkt:

Mehr Markierungen in Wohngebieten

Ernst Bayer (Freie Wähler) griff das Thema Verkehr noch einmal beim Punkt "Wünsche und Anregungen" auf. Er gab die Bitte von Bürgern weiter, in den Wohngebieten noch mehr 30er-Markierungen auf den Fahrbahnen anzubringen, nicht nur am jeweiligen Beginn der Straßen. Denn diese würden besser wahrgenommen als Schilder, so Bayer. Bürgermeister Grillmeier versprach, die Anregung mit aufzunehmen. Er bat aber gleichzeitig darum, diese Anfragen möglichst direkt an die Verwaltung zu richten und dabei immer gleich die jeweiligen Standorte für gewünschte Maßnahmen zu benennen.

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