28.07.2020 - 17:00 Uhr
MitterteichOberpfalz

Feuerwehrhaus-Neubau am Ortsrand in Pleußen

Jahrelange Überlegungen und Planungen haben jetzt ein Ende: Der Stadtrat Mitterteich gab am Montagabend grünes Licht für den Neubau eines Feuerwehrhauses in Pleußen. Bei den Kosten gibt es aber eine klare Vorgabe.

Die Grafik zeigt, wie das neue Feuerwehrhaus in Pleußen nach der Fertigstellung aussehen soll. Die Längsseite (links) verläuft parallel zur Ortsstraße im oberen Dorf. Geschaffen wird eine große Einfahrt, rechts von der Fahrzeughalle mit zwei Toren wird ein Parkplatz für die Mitglieder entstehen.
von Udo Lanz Kontakt Profil

Auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung am Montag standen der Maßnahmenbeschluss und der Bauantrag für das Projekt der Feuerwehr Pleußen. Zweiter Vorsitzender Anton Kunz und Kommandant Wolfgang Haberkorn hatten dazu eine Power-Point-Präsentation vorbereitet. Im gut gefüllten Zuhörer-Bereich hatten sich einige weitere Mitglieder der Pleußener Wehr eingefunden.

Im Januar 2020 zog die Feuerwehr Pleußen zuletzt Bilanz

Pleußen bei Mitterteich

Anton Kunz erinnerte an einen nichtöffentlichen Beschluss vom Mai 2019. Votiert hatte der Stadtrat damals für eine Neubau-Variante, den Kauf eines Grundstücks im Bereich "Im Dorf", den Verkauf des alten Gerätehauses an der Kondrauer Straße sowie die konzeptionelle Planung durch die Feuerwehr Pleußen. "Wir haben diese Hausaufgaben erfüllt", betonte Kunz. Als Referenzobjekte seien die neuen Gerätehäuser in Kirchendemenreuth und Groschlattengrün gewählt worden. In Kirchendemenreuth sei der Eigenleistungs-Anteil deutlich höher gewesen, weshalb man sich letztlich daran orientiert habe. "Auch wenn der Bau dadurch etwas länger dauert", so Kunz.

Gesamtkosten 650 000 Euro

Die Gesamtkosten bezifferte Anton Kunz auf rund 650 000 Euro. Vom Freistaat Bayern gibt es einen Zuschuss in Höhe von 115 500 Euro, durch den Verkauf des alten Gerätehauses fließen 30 000 Euro mit ein. Durch Eigenleistungen und Rabatte kämen mindestens 120 000 Euro zusammen, maximal seien sogar knapp 220 000 denkbar. Dadurch würde der städtische Eigenanteil im schlechtesten Fall 384 500 Euro betragen, im besten Fall 287 500 Euro. "Wir gehen davon aus, dass wir irgendwo in der Mitte landen werden", so Kunz. Geplant seien der Rohbau im kommenden Jahr, der Innenausbau im Jahr 2022 und die Fertigstellung im Jahr 2023.

Dusche und barrierefreie Toiletten

Wolfgang Haberkorn verwies auf die ebenerdige Bauweise und sprach von einer 100-prozentigen Raumausnutzung. Zum Gerätehaus zählen unter anderem eine Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen, Umkleideräume und behindertengerechte Toiletten - jeweils für Damen und Herren - ein Duschraum und eine Werkstatt. Neben dem reinen Dienstbereich entsteht ein Sozialbereich mit Küche und Unterrichtsraum für 60 Personen. Natürlich werde das Haus auch energetisch auf dem neuesten Stand sein. Haberkorn betonte, dass man sich nicht einfach mit ein paar Angeboten zufrieden gebe, sondern bei jedem Gewerk versuche, den besten Preis zu bekommen. "Wir erklären dabei, dass es um eine ehrenamtliche Sache und das Allgemeinwohl geht." Für die Ausführungen von Kunz und Haberkorn gab es jeweils Beifall aus dem Zuhörer-Bereich.

Die Haushaltslage der Stadt Mitterteich war im Juni ein Thema im Stadtrat

Mitterteich

Bürgermeister Stefan Grillmeier stellte die Wichtigkeit von Feuerwehr und BRK heraus und erinnerte an das besondere Engagement während der Coronakrise. Auch würdigte er die Zusammenarbeit der örtlichen Wehren. Die Pläne in Pleußen seien gut durchdacht, hervorzuheben sei die Barrierefreiheit.

Weil der Eigenanteil der Stadt dennoch ein „Riesenbatzen“ sei, habe man sich darauf verständigt, dass die Summe von 384 500 Euro keinesfalls überschritten werden sollte, so Grillmeier. Für Küche, Schulungsraum und Inventar im Wert von rund 30 000 Euro greife die Wehr auf Eigenmittel zurück. Hier sei laut Grillmeier ein gewisser Zuschuss denkbar, falls der Eigenanteil der Stadt am Ende unter 384 500 Euro liegt.

Einstimmiges Votum

Die Sprecher aller Fraktionen begrüßten das Vorhaben. Josef Schwägerl (CSU) hielt die Kostenrechnung für realistisch, da die Baupreise explodiert seien. Dem Lob für die Beachtung der Barrierefreiheit schlossen sich Gerhard Greim (SPD) und Bernhard Thoma (Freie Wähler) an. Heribert Hegen (Wählergemeinschaft Zukunft Stadt Mitterteich) war es wichtig, dass es bei einem maximalen städtischen Eigenanteil von 384 500 Euro bleibt. Was darüber liege, müsse die Wehr selbst tragen. Dies unterstrichen auch Gerhard Greim und Bernhard Thoma. Am Ende folgte der Stadtrat einstimmig den beiden Beschlussvorlagen – und wieder gab es Applaus.

Entstehen wird das neue Pleußener Feuerwehrhaus im Bereich „Im Dorf“ nahe des Ortsausgangs, kurz vor der Einmündung in die Kreisstraße TIR 3. Auf dem dafür vorgesehenen Grundstück (rechts) wächst derzeit noch Mais.
In der Stadtratssitzung am Montag informierten Zweiter Feuerwehr-Vorsitzender Anton Kunz (stehend, rechts) und Kommandant Wolfgang Haberkorn (stehend, links) mit Hilfe einer Power-Point-Präsentation umfassend über das Neubauprojekt.
Hintergrund:

Enge Platzverhältnisse und nicht erfüllbare Auflagen

Pleußens Feuerwehr-Kommandant Wolfgang Haberkorn hatte seit längerem immer wieder auf die beengten Platzverhältnisse und fehlende Sicherheitseinrichtungen im bestehenden Gerätehaus an der Kondrauer Straße hingewiesen. "Es platzt aus allen Nähten", hatte Haberkorn im Januar dieses Jahres bei der Jahresversammlung betont. Ein weiteres großes Problem ist laut Haberkorn, dass das Tanklöschfahrzeug (TSF) der Feuerwehr Pleußen inzwischen 27 Jahre alt und verschlissen sei. Ersatzteile müssten auf Schrottplätzen oder per Kleinanzeigen im Internet gesucht werden. Fördermittel für eine Ersatzbeschaffung seien aber an bestimmte Auflagen geknüpft - und diese könnten laut Haberkorn mit der Stellplatzsituation im bestehenden Gerätehaus nicht erfüllt werden.

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