Mitterteich
28.04.2026 - 10:35 Uhr

Großes Interesse bei Lesung zu Schriftsteller Max von der Grün in Mitterteich

Volltreffer für den Literarischen Arbeitskreis: Zur Lesung über den Schriftsteller Max von der Grün, der viele Jahre in Mitterteich lebte, kamen mehr als doppelt so viele Gäste wie sonst bei Leseveranstaltungen üblich.

Aufmerksam lauschten die Gäste im Mehrgenerationenhaus Mitterteich den Vorlesern Berthold Kellner, Margot Konz und Florian Winklmüller (links). Bild: ubb
Aufmerksam lauschten die Gäste im Mehrgenerationenhaus Mitterteich den Vorlesern Berthold Kellner, Margot Konz und Florian Winklmüller (links).

Damit hatten die Mitglieder des Literarischen Arbeitskreises nicht gerechnet: Zur ersten Lesung über den berühmten deutschen Schriftsteller Max von der Grün, waren dermaßen viele Gäste gekommen, dass sich die Anzahl der üblichen Platzreservierungen verdoppelte. Von der Grün lebte mit seiner Mutter unter anderem in Mitterteich.

Monika Beer-Helm hat intensiv über Max von der Grün recherchiert, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Sie organisierte zwei Lesungen zu diesem Thema und konnte dafür Florian Winklmüller, Margot Konz und Berthold Kellner als Vortragende gewinnen. Die Vorleser verstanden es hervorragend, die Kindheit des Autors anschaulich darzustellen. Während einer der drei Akteure geschichtliche Hintergründe erläuterte, schlüpfte ein anderer in die Rolle des Autors oder las aus von der Grüns Büchern vor.

Stille breitete sich im Mehrgenerationenhaus aus, als aus "Zwei Briefe an Pospischil" vorgetragen wurde. Max von der Grün beschrieb in diesem Werk seine Flucht während der Nazizeit als Kind von Eger nach Waldsassen mit seiner Mutter ausführlich. Die Familie lebte damals in Tschechien. Als der Stiefvater, ein Zeuge Jehovas, von den Nazis verhaftet und ins KZ Dachau gebracht wurde, mussten Mutter und Sohn sich verstellen, als Nazis ausgeben und sich nachts zu Fuß zu den Großeltern nach Mitterteich flüchten, um dort in Sicherheit zu sein. Die Vorleser verstanden es bestens, die Angst des Autors damals als Kind dramatisch zu interpretieren.

Max von der Grün wurde 1926 in Bayreuth geboren, lebte zunächst in Schönwald bei seinen anderen Großeltern, weil seine Mutter arbeiten musste. Seine Kindheit und Jugend war von ärmlichen Verhältnissen, den politischen Diskursen zu Beginn des Hitler-Regimes, auch in seiner Familie, und dem zweiten Weltkrieg geprägt. Von der Grün hat aber auch Kinderbücher geschrieben. Bekannt ist das Werk "Die Vorstadtkrokodile", das fürs Fernsehen verfilmt wurde. Die zweite Lesung über den sozialpolitisch kritischen Autor findet am 18. Mai um 18 Uhr im Mehrgenerationenhaus Mitterteich statt. Der Eintritt ist frei.

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