13.07.2018 - 11:06 Uhr
MitterteichOberpfalz

Inspiration im Papageien-Park

Der Mitterteicher Stadtgärtner Willi Kilian hat ein besonderes Hobby: Er ist Besitzer von 26 Papageien. Um seinen Lieblingen stets das Beste bieten zu können, hat er sich bei einer Reise auf die Kanaren fortgebildet.

Wilhelm Kilian füttert seine australischen Lieblinge.
von Redaktion ONETZProfil

"Mein Herz hing schon immer an den Papageien", verrät Willi Kilian. Zusammen mit seiner Frau Juliane hält er zu Hause elf verschiedene Papageien-Arten, vier Wellensittiche, Hühner, Meerschweinchen und Fische. Mit den bunten Vögeln beschäftigt sich Kilian am längsten. "Anderthalb bis zwei Stunden täglich sollte man mindestens aufwenden, um sich pflichtbewusst um die Tiere zu kümmern." Doch der Tierliebhaber opfert die Zeit für seine kleinen Freunde gern. "Ich möchte ihnen ein möglichst artgerechtes Leben ermöglichen." Vor 17 Jahren hatte die Familie noch eine Taubenanlage. "Mit diesen Tieren sind wir auch auf Ausstellungen gefahren, aber mit den Papageien machen wir das nicht. Sie sollen ihr eigenes Leben möglichst ohne menschlichen Einfluss führen." Deswegen werde ein Papagei bei den Kilians auch niemals allein gehalten. "Er ist ein Gesellschaftsvogel und benötigt die Pärchenbindung." Sprechen können seine Tiere nicht, denn Kilian möchte sie nicht dressieren.

Über 100 zoologische Einrichtungen hat Willi Kilian bereits weltweit besichtigt. Seine jüngste Reise führte ihn zusammen mit seiner Frau zum wiederholten Mal in den bekannten Loro-Park (Loro Parque) auf Teneriffa. Dieser Park in Puerta de la Cruz war ursprünglich ein Papageien-Park und gilt mittlerweile mit all den Reptilien, Primaten, Fischen und Vögeln als größter Zoo Europas. Schwerpunkt bleiben allerdings die Papageien in allen Farben und Größen. Deshalb behielt der Zoo seinen Namen, denn das spanische Wort "loro" bedeutet Papagei.

Für Willi Kilian war es eine Lehr- und Informationsreise verbunden mit ein paar Tagen Urlaub. "Ich konnte den Tierpflegern über die Schulter schauen", schwärmt der Stadtgärtner. "Höhepunkt war für mich auch die Großvoliere Katandra mit verschiedenen tropischen Vogelarten. Hier kann man durch die Voliere bis auf Höhe der Baumkronen spazieren." Für Kilian war es bereits der vierte Besuch im Loro-Park, der circa 570 Tierarten und 4500 Individuen beherbergt. Trotzdem gibt der Kanaren-Zoo dem Mitterteicher jedes Mal neue Inspiration: "Eigentlich sollte man sich ständig im Zyklus der Verbesserung befinden. Der Loro-Park ist für mich das Nonplusultra. Er praktiziert Pflege und Sauberkeit zu 100 Prozent. Man sieht, dass es den Tieren dort gut geht." Vieles habe er bei sich zu Hause schon umgesetzt, Verbesserungsmöglichkeiten gibt es kaum noch. "Bei diesem Besuch habe ich aber zum Beispiel Interessantes über die Zusammensetzung mancher Futterkomponenten erfahren." Um noch näher bei den Tieren zu sein, buchte der Papageien-Freund auch eine spezielle Tour, die ihm zusätzliche Blicke hinter die Kulissen ermöglichte. Allerdings verhinderten sprachliche Barrieren einen noch intensiveren Austausch mit den spanischen Pflegern.

"Ich beneide den Loro-Park vor allem um das warme Klima." So würden für die Tiere keine Innen- oder Schutzräume benötigt, weil es durchschnittlich 24 bis 27 Grad warm ist. "Bei uns zu Hause habe ich Heizmöglichkeiten, aber es ist eben nicht das Gleiche", erklärt der Tierfreund. Warum er die bunten Vögel so faszinierend findet, hat mehrere Gründe: "Papageien sind unglaublich intelligente Tiere. Ich merke etwa immer wieder, dass sie genau wissen, dass samstags Badetag ist." Auch im Paarverhalten zeigten die Vögel interessante Strategien. "Und natürlich ist ihr Aussehen einmalig."

Willi Kilian, in der Region auch bekannt als eingefleischter Fan des Hamburger Sportvereins, warnt jedoch davor, sich unüberlegt Papageien anzuschaffen. "Man sollte sich den Kosten- und Zeitfaktor gut überlegen. Die Tiere verursachen viel Schmutz und bedürfen ständiger Pflege. Außerdem können sie bis zu 40 Jahre alt werden. Ich gebe meine Vögel selbst auch nur in sehr gute Hände ab."

Wichtig für Kilians "Kleinzoo" ist eine gute Nachbarschaft. Seinen Nachbarn ist er sehr dankbar dafür, dass sie sich um seine Lieblinge kümmern, wenn er selbst auf Reisen ist. Sein Lernen über die bunten Lebewesen sei längst nicht abgeschlossen, wie Kilian erklärt. Ständig beschäftigt er sich mit den Themen Haltung, Beschäftigung, Aufzucht, Ernährung und Vergesellschaftung, stets hat er das Wohl der Tiere im Blick. Für ihn bleibt der Papagei einfach ein "verblüffendes Wesen".




Nachwuchs im Hause Kilian: Zwei kleine Brownsittiche hat die Papageien-Mama ausgebrütet.

Wilhelm Kilian ist stolz auf seine australischen Papageien.

Beim Besuch im Loro-Park auf Teneriffa hat sich Papageien-Freund Willi Kilian zum wiederholten Mal fortgebildet.

Nachwuchs im Hause Kilian: Zwei kleine Brownsittiche hat die Papageien-Mama ausgebrütet.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.