Mitterteich
12.07.2018 - 11:56 Uhr

„Irgendjemand muss es ja machen“

Ein Brüderpaar hat sich mit Leib und Seele dem SV Mitterteich verschrieben. Peter Greim engagiert sich seit 14 Jahren als Platzwart bei den Stiftländern, sein Bruder Gerhard seit mehr als zehn Jahren als stellvertretender Vorsitzender.

Ihr Herz schlägt seit vielen Jahren für den SVM: Die Brüder Gerhard und Peter Greim (von links) engagieren sich als 2. Vorsitzender und Platzwart. Josef Rosner
Ihr Herz schlägt seit vielen Jahren für den SVM: Die Brüder Gerhard und Peter Greim (von links) engagieren sich als 2. Vorsitzender und Platzwart.

Auch wenn die Profit orientierten Stars manchmal daran zweifeln lassen – echte Liebe zum Fußball gibt es noch, auf jeden Fall bei unzähligen Vereinen in der Region. So wie auch beim Landesligisten SV Mitterteich. Hier engagieren sich die Brüder Peter (50) und Gerhard (58) Greim seit vielen Jahren – ehrenamtlich, ohne nur einen Cent dafür zu bekommen.

Täglich am Sportplatz

Es ist unbestritten, dass ohne das Engagement solcher Idealisten kein kleiner Verein überleben könnte. Im Falle des SVM wäre es unter anderem ohne das Zutun der Greim-Brüder wohl nicht möglich, dass an der Marktredwitzer Straße so erfolgreich Fußball gespielt werden kann.

Das Aufgabenfeld der engagierten Männer ist höchst unterschiedlich. Während Peter Greim seit 14 Jahren als Platzwart den Rasen für die Stiftland-Kicker bespielbar macht, erfüllt Gerhard Greim seit mehr als zehn Jahren als zweiter Vorsitzender des Klubs eher repräsentative Aufgaben. Doch auch er packt freilich tatkräftig mit an, wenn Bedarf besteht.

Das Fußballfeld ist das Metier des jüngeren der Brüder Greim. Peter, im Hauptberuf seit 34 Jahren Spengler bei der Firma Schott, ist nahezu täglich auf der Sportanlage des SV anzutreffen. Im Sommer mäht er den Rasen zweimal wöchentlich, bei Regen sogar dreimal die Woche. „Ich bin von Montag bis Donnerstag täglich zwei Stunden auf dem Sportplatz, am Freitag fünf Stunden und am Samstag den ganzen Tag.“

Haupt-Arbeitsgerät: ein Spindelmäher, gebraucht gekauft und vom Förderverein finanziert. Dazu braucht der 50-Jährige noch zwei Rasentraktoren, mit denen er einmal pro Woche ebenfalls das Spielfeld mäht. Beim Mähen ist Peter Greim stets mit Kopfhörern unterwegs, um ein bisschen abschalten zu können. Hinzu kommt noch das Einsäen des Spielfeldes, also das Ziehen der weißen Linien, das er zumeist am Samstagvormittag erledigt. „Etwa zweieinhalb Stunden lang bin ich da drüber.“

Derzeit muss Greim das Spielfeld auch noch bewässern, weil es einfach zu wenig regnet. Sechs Sprinkleranlage hat er aufgestellt, die das notwendige Nass liefern. Unterstützung findet er bei seinen Aufgaben bei Hans „John“ Rüth, der in erster Linie aber für das Jugend-Fußballfeld zuständig ist und dort für einen super „Teppich“ sorgt.

Komplett ehrenamtlich

„Es gibt viel zu tun“, sagt der engagierte Ehrenamtliche. Bei Heimspielen etwa arbeitet er zudem noch am Bratwurststand oder ist für die Getränke zuständig. „Irgendjemand muss es ja machen“, erklärt er. Außerhalb seines SV-Wirkungsbereichs kommen sogar noch Einsätze bei Festen aller Art hinzu, wie etwa auch beim Mitterteicher Marktplatzfest, das am Samstag steigt.

„Und selbst an den Sonntagen bin ich noch an der Marktredwitzer Straße, beim Frühschoppen im Vereinsheim, entweder beim Ausschenken oder als Gast“, erzählt der Junggeselle und schmunzelt. Die Arbeit beim SV absolviert Peter Greim komplett ehrenamtlich. Trotz der immens hohen Anzahl an Stunden, die er dafür aufwendet, wird ihm die Arbeit jedoch keineswegs zu viel. „Nein, meine Arbeit beim SV macht mir viel Spaß und Freude.“ Sie stellt für ihn eine willkommene Abwechslung zum beruflichen Alltag dar. „Da bin ich immerhin dauernd an der frischen Luft und in Bewegung.“

Greim verhehlt nicht, dass ihm auch das Lob der Verantwortlichen, des Trainers und vor allem der Spieler der ersten und zweiten Mannschaft gut tut, wenn diese mit dem satten Grün des Spielfelds zufrieden sind.

Bruder Gerhard Greim hat es da etwas leichter, zumindest scheint es so. Doch dieser Schein trügt: Seit mehr als zehn Jahren wirkt er als stellvertretender Vorsitzender des SVM und hält Vorsitzendem Roland Eckert den Rücken frei, der sage und schreibe seit 21 Jahren den knapp 600 Mitglieder zählenden Verein leitet.

Die Greim-Brüder sind von klein auf dem Vorzeigeverein aus dem Stiftland verbunden. Beide haben vor vielen Jahren hier selbst die Fußballschuhe geschnürt. Während Peter Greim von der Schüler bis zu den A-Junioren alle Mannschaften durchlief, dann aber mit dem aktiven Kicken aufhörte, war Gerhard Greim sogar noch für die Alten Herren im Einsatz. „So um die 30 Partien habe ich auch in der ersten Mannschaft gespielt“, erinnert sich Gerhard, „damals noch in der Bezirksliga“.

Peter Greim hat nur einen Wunsch und denkt dabei wie immer an das Wohl des Vereins: Er hofft, dass endlich mal mehr Zuschauer die Leistungen der Fußballer honorieren. „Wir spielen seit Jahren in der Landesliga, nur bei den Zuschauerzahlen macht sich dies nicht bemerkbar.“

Verein mitgestaltet

Er wünscht sich, dass zum ersten Heimspiel in der Landesliga am kommenden Mittwoch, 18. Juli, gegen den SV Friesen – Anpfiff ist um 18.30 Uhr – endlich wieder mal „die Hütte brennt“.

Sein älterer Bruder würde das Team von Trainer Andreas Lang am Ende der kommenden Spielzeit gerne wieder auf einem einstelligen Tabellenplatz sehen. Seiner Meinung nach ist der SV dafür gut aufgestellt, zumal die Neuzugänge sehr vielversprechend seien.

Gerhard Greim freut sich vor allem, dass er seine Leidenschaft auch an seine Söhne Florian und Johannes weitergeben konnte. Florian engagiert sich als Vorsitzender des Fördervereins, Johannes ist Spieler und arbeitet mit, wo er gebraucht wird.

Im kommenden Jahr, wenn der SV Mitterteich 100-jähriges Gründungsjubiläum feiert, können die Greim-Brüder ebenso auf einen sehr langen Zeitabschnitt blicken, in dem sie den Verein mitgestaltet haben. Das soll auch in Zukunft so bleiben, zumindest so lange die ehrenamtliche Arbeit noch so viel Spaß und viel Freude wie bisher bereitet.

Das Reich von Peter Greim: Der Platzwart des SV Mitterteich ist zurecht stolz auf „sein“ Fußballfeld. Josef Rosner
Das Reich von Peter Greim: Der Platzwart des SV Mitterteich ist zurecht stolz auf „sein“ Fußballfeld.
Stolz sitzt Platzwart Peter Greim auf seinem Spindelmäher, mit dem er den „heiligen rasen“ des SV Mitterteich mäht und pflegt. Josef Rosner
Stolz sitzt Platzwart Peter Greim auf seinem Spindelmäher, mit dem er den „heiligen rasen“ des SV Mitterteich mäht und pflegt.
Das Spielfeld einsäen muss sein, dies macht Peter Greim (rechts) sehr akribisch. Da kann es schon mal sein, dass Bruder Gerhard nach dem Rechten sieht. Josef Rosner
Das Spielfeld einsäen muss sein, dies macht Peter Greim (rechts) sehr akribisch. Da kann es schon mal sein, dass Bruder Gerhard nach dem Rechten sieht.
 
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