08.11.2019 - 16:00 Uhr
MitterteichOberpfalz

Johann Brandl tritt zum dritten Mal an

Er will es noch einmal wissen: Johann Brandl bewirbt sich als Kandidat der SPD Mitterteich zum dritten Mal um das Amt des Bürgermeisters. Am Donnerstag stellte er seine Ziele vor und warb für einen fairen Wahlkampf.

Ihre Stadtratskandidaten nominierte am Donnerstagabend die Mitterteicher SPD. Im Bild (sitzend von links) Claudia Betzl, Nicole Zeitler, Anja Dreßel, Andrea Lugert, Ute Haibach und Susanne Hankl sowie (stehend von links), Siegfried Betzl, Landratskandidat Thomas Döhler, Andreas Dreßel, Manfred Sommer, Kreisvorsitzende Brigitte Scharf, Werner Hankl, Jürgen Feldsmann, Artus Hofmann, Johannes Brandl, Bürgermeisterkandidat Johann Brandl, Michael Pabst, Matthias Dumler, Stefan Helgert, Sebastian Stark, Gerhard Greim, Josef Weiß, Joachim Vogl und Karl-Heinz Gleißner.
von Konrad RosnerProfil

Hochmotiviert zeigte sich Johann Brandl bei der Nominierungsversammlung im Mehrgenerationenhaus, zu der er auch fünf SPD-Neumitglieder begrüßen konnte. „Lasst uns die Gegenwart gestalten und die Zukunft planen“, betonte der 61-jährige Erste Kriminalhauptkommissar a.D. 25 von 26 Stimmberechtigten votierten für ihn, es gab lediglich eine Enthaltung. Nach 2008 und 2014, als er jeweils dem CSU-Amtsinhaber Roland Grillmeier unterlag, soll es 2020 beim dritten Versuch klappen, das Bürgermeisteramt zu erobern. Die Aufbruchstimmung, die er wahrnehme, gelte es nun den Wählern zur vermitteln, so Brandl.

Ideale Voraussetzungen

Einstimmig angenommen wurde die Stadtratsliste (siehe Infobox unten). Von den amtierenden SPD-Stadträten verzichtet allein Angelika Müller auf eine erneute Kandidatur. Zu finden sind auf der Liste auch einige Parteilose. Johann Brandl sagte, dass die vergangenen 18 Jahre im Stadtrat wegen der übermächtigen CSU nicht immer einfach gewesen seien. Klares Ziel sei, diese Mehrheit zu brechen. Dies könne mit einer erstarkten SPD gelingen. Die Liste spreche alle Schichten an und suche fachlich ihresgleichen, so Brandl. Er selbst bringe mit seiner 18 Jahre langen Stadtratszugehörigkeit und seiner ebenso langen Tätigkeit als Fraktionssprecher die nötige politische Erfahrung mit, zudem fachliche und soziale Kompetenz. Er sah darin ideale Voraussetzungen für das Bürgermeisteramt.

Brandl erinnerte daran, dass die SPD in den vergangenen Jahren 98 Prozent der Beschlüsse mitgetragen habe, auch weil sie sich bei der Entscheidungsfindung mit eingebracht habe. Das beste Beispiel dafür sei die Umgestaltung des Unteren Marktplatzes, vor allem in Hinblick auf die Barrierefreiheit. Dies sei eine Forderung der SPD gewesen. Brandl ging auch auf die Sanierung der Grundschule ein. "Dass die Kosten dafür so in die Höhe schießen würden, konnte niemand voraussehen." Jetzt aber an der Ausstattung zu sparen und das pädagogische Konzept infrage zu stellen, wäre der falsche Weg. Richtig gewesen sei auch die Sanierung des Sproß-Hauses und des früheren Postgebäudes. Dennoch dürfe man die Finanzsituation nicht vergessen: Die Pro-Kopf-Verschuldung liege bei 1180 Euro - der Landesschnitt bei lediglich 690 Euro. Und das, obwohl die Stadt 8,9 Millionen Euro an Stabilisierungshilfen erhalten habe. Auch in der CSU seien schon Stimmen laut geworden, förderfähige Maßnahmen stärker zu hinterfragen.

Fairer Umgang

Brandl versicherte, dass er für eine umsichtige Politik stehe. Um sozial Schwachen zu helfen und Nöte frühzeitig zu erkennen, wolle er den persönlichen Kontakt suchen. Für die Stadtverwaltung fand Brandl nur lobende Worte. Diese meistere den großen Druck des Alltags hervorragend, obwohl sie "von einem Förderprogramm ins andere gehetzt" werde. Eine Verwaltung müsse mit der nötigen Fachkompetenz geführt werden, so Brandl. "Hart in der Sache, aber fair im Umgang mit den Beteiligten", laute sein Motto. Der 61-Jährige stellte heraus, dass er sich für zukunftsorientierte Lösungen einsetze. Dazu wolle er mit allen Gespräche führen, mit Bürgern ebenso wie mit Handwerk, Einzelhandel und Industrie. Wichtig seien Standortsicherung und -weiterentwicklung. Im gesellschaftlichen Bereich wolle er Mitterteichs Status als Sportstadt erhalten, zudem erklärte er sich solidarisch mit den Rettungsdiensten, egal ob Feuerwehr, BRK oder Wasserwacht. Im kulturellen Bereich wolle er sich beim Thema Ökumene engagieren.

Arbeit transparent gestalten

Der Kandidat versprach, seine politische Arbeit transparent zu gestalten. "Ziel ist es, grundsätzlich alle Tagesordnungspunkte im Stadtrat öffentlich zu behandeln, außer wenn es um persönliche Belange geht." Darüber hinaus sei es ihm ein Anliegen, betroffene Bürger vorher zu kontaktieren, bevor sie Entscheidungen aus der Presse erfahren. Die großen künftigen Herausforderungen müsse man mit dem nötigen Verhandlungsgeschick angehen. So sei seine Forderung nach einem Verkehrskonzept vor einem Umbau des Oberen Marktes von der CSU immer abgelehnt worden. Nun aber habe die Regierung der Oberpfalz als Einstieg für die Planungen gerade dies gefordert. In Anbetracht des maroden Abwassernetzes und vieler schlechter Straßen wolle Brandl eine Prioritätenliste erstellen.

"Ich stehe für Bürgernähe und Bürgerfreundlichkeit", so Brandl. Als Vertreter der Stadt sehe er sich als Repräsentant der Bürger und als Sprachrohr des mehrheitlichen Willens. Auch setze er sich für einen fairen und sachbezogenen Wahlkampf ein, der mit Respekt vor dem politischen Gegner geführt wird.

Landratskandidat Thomas Döhler und Kreisvorsitzende Brigitte Scharf zeigten sich überzeugt, dass die SPD Mitterteich eine starke Liste habe, die alle Generationen, Schichten und Interessen vertrete.

Johann Brandl kann auch im dritten Anlauf als Bürgermeisterkandidat auf die Unterstützung durch Ehefrau Sieglinde zählen.
Information:

Die Stadtratsliste der SPD Mitterteich

1. Johann Brandl, 2. Andrea Lugert, 3. Gerhard Greim, 4. Claudia Betzl, 5. Manfred Sommer, 6. Anja Dreßel, 7. Karl-Heinz Gleißner, 8. Ute Haibach, 9. Stefan Helgert, 10. Siegfried Betzl, 11. Johannes Brandl, 12. Michael Pabst, 13. Sebastian Stark, 14. Andreas Dreßel, 15. Nicole Zeitler, 16. Jürgen Feldsmann, 17. Werner Hankl, 18. Daniel Müller, 19. Artur Hofmann, 20. Matthias Dumler. Ersatzkandidaten: Susanne Hankl, Joachim Vogl, Josef Weiß.

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