07.11.2019 - 13:21 Uhr
MitterteichOberpfalz

In Mitterteich ein Stück Zeitgeschichte gerettet

Die Kommunalen Behindertenbeauftragte des Landkreises besichtigten bei ihrem 20. Treffen das Museum in Mitterteich.

Zum 20. Mal trafen sich die kommunalen Behindertenbeauftragten des Landkreises, Ziel war dieses Mal das Museum Mitterteich. Mit dabei waren (von rechts) Bürgermeister Roland Grillmeier, Nicole Schuller und Marion Papsch vom Museumsteam, sowie Kreisbehindertenbeauftragter Reinhard Schön, nebst den Behindertenbeauftragten aus den Kommunen.
von Josef RosnerProfil

Zum 20. Treffen kamen die Behindertenbeauftragten der Kommunen im Museumscafé in Mitterteich zusammen. Kreis-Behindertenbeauftragter Reinhard Schön freute sich, dass diesmal nahezu alle Kommunen vertreten waren. Nach dem offiziellen Teil folgte die Führung durch das Museum. Marion Papsch und Nicole Schuller vom Museumsteam führten die Gäste durch die Räume und erläuterten die einzelnen Bereiche.

Bürgermeister Roland Grillmeier ließ es sich nicht nehmen, die Behindertenbeauftragten persönlich zu begrüßen und ihnen das Museum Mitterteich und deren Geschichte vorzustellen. Grillmeier sprach von einem Musterprojekt. Eine leerstehende Industriebrache sei so wieder mit Leben erfüllt worden. Grillmeier hat die Insolvenz der Porzellanindustrie hautnah miterlebt. "400 Menschen verloren ihren Arbeitsplatz, es war für uns alle über Nacht ein Schock", erinnerte sich Grillmeier. Der längst fällige Strukturwandel sei von der Porzellanindustrie versäumt worden. Dank des Stadtumbaus West und einer großartigen Unterstützung staatlicher Behörden habe die Industriebrache wieder neu belebt werden können. Als Glücksfall bezeichnete der Bürgermeister die Firma Forster, die in die Gebäude der ehemaligen Porzellanindustrie eingezogen ist. Dank der geglückten Wiederbelebung der Industriebrache sei Mitterteich 2010 als Musterkommune bezeichnet worden.

Die Stadt Mitterteich sei an dem Projekt mit einem rund tausend Quadratmeter großen Museum beteiligt. Neben einer Dauerausstellung gebe es wechselnde Sonderausstellungen. Der Bürgermeister freute sich, "dass wir wieder Leben ins Gebäude gebracht haben". Mit drin seien auch der Malkreis und die Mitterteicher Schnitzer, die sich hier regelmäßig träfen. Im Erdgeschoss befinde sich ein Porzellan- und Geschenkeverkaufsladen, im Obergeschoss das Museumscafé. "Im Zuge der Neustrukturierung", so Grillmeier, "bekam die Stadt von Tirschenreuth her kommend ein neues Einfahrtstor". Die alte Brücke über die Eisenbahngleise sei abgerissen worden. Der Bürgermeister machte deutlich, "dass wir trotz des Niedergangs auf unsere Porzellangeschichte stolz sind. Diese Geschichte zu erhalten war unser Ziel." Jährlich besuchten mehr als 5000 Menschen das Museum. Freilich, nicht zu vernachlässigen sei das Defizit, das bei jährlich rund 80 000 Euro liege. Grillmeier: "Das Museum wurde 2010 eröffnet und kann im kommenden Jahr zehnjähriges Bestehen feiern." Sichtlich stolz sprach der Bürgermeister von einem Vorzeigeprojekt.

Grillmeier sprach auch noch weitere Themen an, wie Wohnen im Alter und seniorengerechtes Wohnen. Die Stadt sei hier gut unterwegs, verwies der Bürgermeister auf verschiedene Projekte in Pleußen und Mitterteich. Als neues Projekt kündigte Grillmeier den Neubau von 20 barrierefreien Wohnungen in Mitterteich an. Gebaut werden soll dies mit einem bayerischen Förderprogramm der Staatsregierung. "Wohnraummangel ist allerorten", sagte der Bürgermeister. "Wir wollen dagegen etwas tun". Nach der Führung durch das Museum setzten sich die kommunalen Behindertenbeauftragten zu einer Aussprache zusammen, ehe Termine für 2020 besprochen wurden.

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