28.05.2021 - 16:03 Uhr
MitterteichOberpfalz

Die Mitterteicher Mariensäule: 125 Jahre Schutzpatronin

Sie ist ein Blickfang in der Stadt und gleichzeitig ein religiöses Denkmal: die Mariensäule am Unteren Marktplatz. Aus dem Stadtbild ist sie kaum noch wegzudenken.

Die Mariensäule in Mitterteich wurde vor 125 Jahren errichtet.

Vor 125 Jahren wurde die Mariensäule in Mitterteich errichtet. Eigentlich steht das Jubiläum erst im Herbst an. Aber wegen der Corona-Pandemie wird das Gedenken in die Fronleichnams-Feierlichkeiten eingebunden. Das Monument hat sein Vorbild in München. Auffallend: Für die Säule wurde Sandstein verwendet, was in der Tirschenreuther Gegend ungewöhnlich ist: Der Spender kommt aus dem fränkischen Raum. Mehrere Restaurierungen waren in der Vergangenheit schon notwendig, um den empfindlichen Sandstein zu erhalten. Eine Renovierung wird in den nächsten Monaten notwendig, denn das Material ist durch Wind und Wetter angegriffen. Die Mariensäule steht unter Denkmalschutz.

Stifter Andreas Schiffmann

Auf der Inschrift der Säule ist der Spender abzulesen: Gestiftet hat sie Geistlicher Rat Andreas Schiffmann, ein gebürtiger Mitterteicher. Er war Subdirektor der Lateinschule und Distriktschulinspektor in Haßfurt. Die dort ansässige Firma Metzger hat sie aufgestellt, 30. August 1896 wurde sie eingeweiht. Weil der Geistliche der Stadt noch mehrere Skulpturen stiftete - unter anderem den Johannes Nepomuk auf der Färberbrücke -, wurde er zum Ehrenbürger ernannt. In einem Brief bedankte sich der Geistliche bei der Stadt: "Möge die heilige Jungfrau eine Schutzpatronin von Mitterteich sein und bleiben."

Wegen Corona gibt es an Fronleichnam heuer erneut keine Prozession. Damit dennoch allen Gläubigen die Mitfeier möglich ist, wird an der Mariensäule ein festlicher Altar aufgestellt. Dort wird dann um 9.30 Uhr ein Festgottesdienst gefeiert. Der gesamte Untere Marktplatz wird für den Verkehr gesperrt. Der Platz wird geschmückt mit Birken und einem Blumenteppich vor dem Altar. Die Bewohner der Häuser am Unteren Markt werden gebeten, ihre Häuser zu schmücken. Den Blumenteppich gestalten die Georgs-Pfadfinder. An diesem Tag gibt es keine weiteren Gottesdienste.

Blumenspenden willkommen

Auf dem Platz wird es nur Stehplätze geben. Wer nicht lange stehen kann, darf selbst seinen Hocker mitbringen. Die Organisation vor Ort übernimmt die Mitterteicher Feuerwehr. Damit alle Anwesenden etwas verstehen, übernimmt eine Firma den Lautsprecher-Betrieb. Es wird gebeten, einen Mundschutz zu tragen. Wer den Pfadfindern Blumen für den Teppich spenden möchte, soll sich rechtzeitig in der Sakristei oder im Pfarrbüro melden. Die Stadt lädt auch die Vereine mit ihren Fahnenabordnungen ein, bittet allerdings in diesen Fällen um eine Anmeldung.

"Möge die heilige Jungfrau eine Schutzpatronin von Mitterteich sein und bleiben."

Geistlicher Rat Andreas Schiffmann, der die Mariensäule 1896 gestiftet hat, in einem Brief an die Stadt

In der Pfarrei St. Leonhard Leonberg wird das Fronleichnamsfest am Donnerstag, 3. Juni, begangen. Dazu ist um 9.30 Uhr ein Gottesdienst auf der Pfarrwiese mit Kaplan Daniel Schmid. Dabei ist jeweils ein Ensemble des Kirchenchors und der Stadtkapelle Mitterteich. Erst am Sonntag, 6. Juni, steht das Fronleichnamsfest in der Expositur Steinmühle an. Um 9.15 Uhr beginnt ein Gottesdienst mit Pfarrer Anton Witt auf dem Kirchplatz. Für die musikalische Umrahmung sorgen Gesangssolisten und Bläser.

Neues Outfit für Steinsäule auf der Färberbrücke

Mitterteich

 

 

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