76 Einwohner ab dem 60. Lebensjahr, darunter 15 Männer, nahmen an der Bürgerbefragung "Leben und Wohnen in Mitterteich" teil. Anja Preuß, Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung aus München, stellte jetzt im Museumscafé die Ergebnisse vor. Dabei machte sie deutlich, dass 64 Befragte mit dem Freizeitangebot in der Stadt zufrieden sind, "man müsse nur mitmachen". Probleme bereiten dagegen das Kopfsteinpflaster am Marktplatz, die fehlenden öffentlichen Toiletten und die vielen Halteverbote in der Innenstadt, sowie das Parken auf Gehwegen.
Vorteil Nachbarschaftshilfe
Christiane Bleistein vom Seniorenbüro der Stadt stellte heraus, dass in Mitterteich bereits mehr als 40 Jahre sehr intensiv Seniorenarbeit betrieben werde. Dank zollte sie dabei den Verbänden und Vereinen und nicht zuletzt der Arbeiterwohlfahrt. Anja Preuß stellte dann die Ergebnisse der Bürgerbefragung vor. In Mitterteich beträgt der Anteil der Senioren über 65 Jahre 24,6 Prozent. Anja Preuß prognostizierte bis 2034 dann einen Anteil von 35,1 Prozent. Positiv nannte sie für den ländlichen Raum, dass hier eine Nachbarschaftshilfe gegeben ist, ganz im Gegensatz zu Großstädten.
In der anschließenden Diskussion wusste Seniorenbeauftragter und 3. Bürgermeister Ernst Bayer, "dass unsere Senioren bei Umfragen recht zurückhaltend sind. Das gleiche gilt auch, wenn sie Hilfe brauchen". Bayer erinnerte daran, dass es früher schon mal das Angebot "Kleine Hilfen" gab, das aber kaum in Anspruch genommen wurde.
Stadträtin Angelika Müller berichtete, dass die Nachbarschaftshilfe in Mitterteich gut funktioniert. Doris Scharnagl-Lindinger bestätigte dies. Angesprochen wurden Hilfestellungen bei kleinen Reparaturen im Haushalt, wie es diese ein einigen Nachbarorten schon gibt.
Zweites Betreutes Wohnen
Zum Thema Besucherdienst verwies Bayer auf erste Versuche mit Spielenachmittagen im Seniorenheim. Es sei aber schwierig, Personen zu finden, die mitmachen. Bürgermeister Roland Grillmeier erinnerte daran, dass das Projekt "Kleine Dienste" an der Nachfrage scheiterte. Freilich könne er sich vorstellen, dass dies wieder neu belebt werde. Auch die Bürgerhilfsstelle der AWO sollte mit neuem Leben erfüllt werden, war eine weitere Forderung.
In der weiteren Diskussion wurde deutlich, dass die Senioren möglichst lange in ihrer eigenen Wohnung leben möchten. Bürgermeister Roland Grillmeier berichtete, dass ein zweites Betreutes Wohnen auf den Weg gebracht werden sollte. Dies sei aber gar nicht so leicht umzusetzen. "Der Bedarf ist zweifellos da, aber wir brauchen entsprechende Förderprogramme." Angelika Müller wünschte sich eine Wohnform, wo alle Generationen wohnen können.
Künftig ein E-Baxi
Weiteres Thema war das Baxi. Bürgermeister Grillmeier wusste, dass künftig in Mitterteich auch ein E-Baxi unterwegs sein soll. Ernst Bayer bemängelte, dass es keine konkreten Abfahrts- und Ankunftszeiten gibt. "Wer schon mal einen Baxi-Plan studiert hat, der weiß, da brauchst du einen Durchblick", sagte Bayer. "Mehr Mobilität wäre durchaus positiv, aber wir leben auf dem Land", sagte Bayer. Abschließend wurden ein Computerkurs für Senioren angeregt.
Zum Schluss stellte Christiane Bleistein ihre Arbeit im Seniorenbüro im ersten Obergeschoss des Mehrgenerationenhauses vor. Das Büro ist barrierefrei zu erreichen. Sprechstunden sind Montag und Freitag jeweils von 9 bis 12 Uhr und am Donnerstag von 14 bis 17 Uhr. Zuständig ist sie für alle Fragen rund um die Anliegen der Senioren. Im Mittelpunkt stehen Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen.













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