29.06.2020 - 13:09 Uhr
MitterteichOberpfalz

Neues Leben im ehemaligen Buchka-Haus in Mitterteich

Ins ehemalige Buchka-Haus, das lange Zeit leer stand, ist wieder Leben eingekehrt: Dort laufen seit kurzem die Arbeiten zur Umsetzung eines besonderes Wohnprojekts unter der Trägerschaft der Kreisvereinigung Lebenshilfe.

Lebenshilfe-Geschäftsführer Berthold Kellner informierte MdL Tobias Reiß, Landrat und Lebenshilfe-Vorsitzenden Roland Grillmeier sowie Bürgermeister Stefan Grillmeier über das künftige Trainings- und Kurzzeitwohnprojekt der Stiftung Lebenshilfe im ehemaligen Buchka-Haus.
von Josef RosnerProfil

In dem Haus in der Vorstadt entstehen innerhalb eines Jahres drei Trainings- und Kurzzeitwohnungen mit einer Gesamtfläche von 135 Quadratmetern. Sie sollen unter anderem dazu dienen, die Selbstständigkeit von Menschen mit Behinderung zu fördern. Die Gesamtkosten liegen bei 612 000 Euro, wobei 450 000 Euro aus dem Topf der Förderoffensive Nordostbayern stammen. Den Rest in Höhe von 162 000 Euro trägt die Stiftung der Lebenshilfe. Die Stadt Mitterteich hatte das Haus geerbt und der Lebenshilfe zur Verfügung gestellt. MdL Tobias Reiß, Landrat Roland Grillmeier und Bürgermeister Stefan Grillmeier informierten sich jetzt über den Sachstand.

Lebenshilfe-Geschäftsführer Berthold Kellner erklärte, dass das Haus nach der Fertigstellung vom Verein Offene Behindertenarbeit/Familienentlastender Dienst betrieben werde. Ziel sei es, Menschen mit Handicap die Möglichkeit zu geben, sich auf ein möglichst eigenständiges und selbstbestimmtes Leben vorzubereiten. Das Haus soll auch als Ausweichquartier für Betreuungsangebote mit Übernachtung dienen. Nicht zuletzt soll das Haus als Notfallquartier für Menschen mit Behinderung genutzt werden, deren Betreuungsperson kurzfristig ausfällt.

Mindestens fünf Tage

Ein Wohntraining gehört laut Kellner zum Lehrplan der Berufsschule des örtlichen Lebenshilfe-Förderzentrums. Durchschnittlich besuchen 25 Schüler die Berufsschulstufe. Vorgesehen sei, für jeden Schüler pro Schuljahr mindestens fünf Tage Wohntraining durchzuführen. Im Rahmen der Offenen Behindertenarbeit gibt es meist während der Ferien mehrtägige Freizeitangebote, die auch Übernachtungen beinhalten. Dafür sollen die Wohnungen ebenfalls genutzt werden.

Vorgestellt wurden die Planungen im Herbst 2018:

Mitterteich

Bisher hat die Lebenshilfe für diese Zwecke die Räume der Heilpädagogischen Tagesstätte genutzt. Die Nachfrage sei in den vergangenen Jahren stetig gewachsen, zuletzt kamen laut Kellner rund 130 Übernachtungstage im Jahr zusammen. Daher sei es nun wichtig, richtigen Wohnraum zu schaffen.

Berthold Kellner machte deutlich, dass die Realisierung des Projekts nur durch die Bezuschussung in Höhe von 80 bis 90 Prozent der Investitionskosten möglich geworden sei. Nicht möglich sein werde ein kostendeckender Betrieb, so Kellner. Finanzierungshilfen gebe es dafür nicht, weil Projekte dieser Art nicht als zwingend notwendig erachtet würden. Man werde aber die Kosten des laufenden Betriebs mit Eigenmitteln des Vereins Offene Behindertenarbeit/Familienentlastender Dienst decken. Kellner freute sich jedenfalls, dass in das alte Gebäude wieder Leben einkehrt und es einer sinnvollen und sozialen Nutzung zugeführt wird. Mit den Bauarbeiten seien übrigens ausschließlich Firmen aus der Region betraut worden, so Kellner.

Landrat Roland Grillmeier, der gleichzeitig auch Vorsitzender der Stiftung Lebenshilfe und der Kreisvereinigung Lebenshilfe ist, erinnerte daran, dass erste Ideen für ein solches Wohnprojekt schon 2017 entstanden seien. "Zwei Jahre später erhielten wir durch den Bewilligungsbescheid grünes Licht für die Bauarbeiten", sagte der frühere Mitterteicher Bürgermeister. Grillmeier freute sich, dass die Lebenshilfe mit diesem Projekt neue Wege gehe. "Wir wollen Familien in ihrer Betreuungsarbeit unterstützen. Allerdings wäre das Projekt ohne staatliche Unterstützung nicht möglich gewesen."

Wichtiger Partner der Stadt

Bürgermeister Stefan Grillmeier unterstrich die Bedeutung Mitterteichs als soziale Stadt und betonte, dass die Lebenshilfe ein starker und wichtiger Partner sei. Er dankte der Organisation, die mit dem Projekt ein altes Wohngebäude wieder nutzbar mache und damit auch die Vorstadt belebe.

MdL Tobias Reiß sah in dem Projekt ein gutes Beispiel dafür, was alles möglich sei, wenn die Förderoffensive Nordostbayern aktiv genutzt werde. Reiß hob hervor, dass gute Ideen immer den Weg zum Geld fänden.

Im Anschluss besichtigte das Quartett noch die Baustelle im ehemaligen Volksbankgebäude in der Bahnhofstraße. Dort wird bekanntlich ab September vorübergehend eine Kinderkrippe untergebracht.

Mehr als 600.000 Euro werden in das Projekt investiert.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.