04.06.2021 - 12:09 Uhr
MitterteichOberpfalz

Pfarrer Anton Witt: Danken und Bitten sind lebenswichtig

So viele Menschen waren schon länger nicht mehr in der Mitterteicher Stadtmitte versammelt: Großen Zuspruch fand ein Festgottesdienst auf dem Kirchplatz. Im Mittelpunkt standen Fronleichnam und die Mariensäule.

von Josef RosnerProfil

Strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen bildeten am Donnerstagvormittag den optimalen Rahmen für einen Gottesdienst unter freiem Himmel. Hauptanlass für die Feier war das Fronleichnamsfest, das auch diesmal ohne die sonst übliche Prozession begangen wurde. Offiziell gefeiert wurde aber auch das 125-jährige Bestehen der Mariensäule.

Der Untere Markt wurde für den Verkehr komplett gesperrt, so dass es unter Wahrung der Mindestabstände genug Platz für die Gläubigen gab. Ein Ordnungsdienst der Feuerwehr kümmerte sich um einen geregelten Ablauf und achtete auf die Einhaltung der Hygienevorgaben. Mit dabei waren auch die Kommunionkinder und Firmlinge der Pfarrei St. Jakob, Fahnenabordnungen der Vereine, Bürgermeister Stefan Grillmeier, sein Stellvertreter Johann Brandl und eine Reihe von Stadträten.

Blasmusik und Gesang

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Bläserensemble "Nopf-Brass" und von Sängerinnen und Sängern des Katholischen Kirchenchors unter der Gesamtleitung von Matthias Schraml. Mit einer professionellen Lautsprecheranlage war dafür gesorgt worden, dass jeder gut zuhören konnte.

Pünktlich um 9.30 Uhr zog unter dem Glockengeläut der Stadtpfarrkirche Pfarrer Anton Witt mit seinen Ministranten auf den Kirchplatz. In seiner Begrüßung dankte er den Pfadfindern, die einen herrlichen Blumenteppich vor dem Freialtar gelegt hatten.

"Wofür danken wir bei der Eucharistiefeier?" - dieser Frage ging der Pfarrer in seiner Predigt nach. Zu den schwierigsten Worten für den modernen Menschen zählten die Worte "Danke" und "Bitte", so Anton Witt. "Warum wohl? Weil es für viele Menschen selbstverständlich ist." Häufig herrsche das Denken vor, dass man sich mit dem verdienten Geld ja alles kaufen könne, was man brauche - warum sollte man noch "Danke" sagen?

"Ohne Gott und ohne die Begegnung mit ihm in der Eucharistiefeier gibt es keinen Sonntag, nur graue Werktage."

Pfarrer Anton Witt

Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung beim Danken und Bitten sei nach Ansicht von Witt, dass viele Menschen wohl vermeiden wollten, abhängig zu sein. "Kein Wunder, wenn sich manch moderner Mensch schwer tut mit dem Gottesdienst", so Witt. Jeden Sonntag gebe es in der Kirche eine Eucharistiefeier, also eine Dankfeier. Dabei seien Danken und Bitten lebenswichtig, wie es gerade der Fronleichnamstag zeige, betonte Witt.

"Ohne den Segen Gottes geht alles wieder kaputt. Alleine schaffen wir es nicht, mit Problemen fertig zu werden. Da braucht es schon den Heiligen Geist, der uns den guten Plan Gottes zeigt. Nur dann können wir mit Vertrauen und Hoffnung leben", sagte Witt weiter "Der Blumenteppich, der Duft der Birken und Blumen, festliche Musik und wir als strahlende Teilnehmer - dies alles zeigt, wie schön und harmonisch, wie farbenfroh Gott unser Leben machen kann, wenn wir uns für ihn öffnen." Am Ende sagte der Pfarrer: "Ohne Gott und ohne die Begegnung mit ihm in der Eucharistiefeier gibt es keinen Sonntag, nur graue Werktage. Sonntag ist dort, wo wir Schönheit, Liebe und die Freude Gottes aufnehmen." Zum Abschluss des Festgottesdienstes erklang das Lied "Großer Gott, wir loben dich...".

Mehr Informationen zur Mariensäule

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