Der ehemalige Corona-Hotspot Mitterteich hat das Gröbste überstand. Das ist das Fazit eines Gesprächs von Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht (CSU) mit dem neuen Bürgermeister Stefan Grillmeier.
Der Rathauschef bat den Bundespolitiker in seinem Amtszimmer zum Empfang. Er betonte, dass er mit viel Elan sein neues Amt am 1. Mai angetreten habe. Schnell kam die Rede auf Corona. Der Bürgermeister hatte die neuesten Zahlen mitgebracht (Stand: Dienstag, 2. Juni, 14 Uhr): Es gab in Mitterteich insgesamt 182 an Covid 19 infizierte Personen, landkreisweit waren es 1137 Personen. Seit 24. Mai hat es in Mitterteich aber keine Neuinfizierungen mehr gegeben. Grillmeier machte deutlich, dass er mit Bekanntgabe dieser Zahl Transparenz schaffen wolle. Wie viele Personen in Mitterteich verstorben sind, gab er nicht bekannt.
„Wir wurden hart getroffen, es war nicht leicht“, erklärte der Bürgermeister. Über Wochen sei das Rathaus nur von zwei Personen besetzt gewesen. „Ich war nahezu täglich im Rathaus vor Ort, um Gespräche mit dem Krisenstab zu führen und die Helfereinsätze zu koordinieren. Jetzt gilt es wieder alles ans Laufen zu bringen.“ Nun schaue er aber durchaus positiv in die Zukunft, denn der Zusammenhalt sei gestärkt worden.
Gleichwohl habe es in der Krise auch Gewinner in der Stadt gegeben. Die Firma Schott, so der Bürgermeister, habe im März und April "beste Geschäftszahlen" verzeichnet. Dies sei auch ein Verdienst der tschechischen Mitarbeiter, die trotz Grenzsperren weiter arbeiten durften. Grillmeier wusste, dass Schott alleine in der Region 140 Betten für seine tschechischen Mitarbeiter geordert hatte, wo diese übernachten konnten. Dank galt der großen Politik für die Unterstützung in dieser schweren Zeit.
Rupprecht bekundete seine Anerkennung, was in dieser schweren Zeit vor Ort geleistet worden sei. Lob zollte er den Mitterteichern, dass sie die staatlichen Anordnungen mit viel Disziplin umsetzten und so entscheidend mithalfen, die Krankheit vor Ort einzudämmen. „Gott sei Dank war der Lockdown eine ziemlich kurze Phase. Ich hoffe, wir alle tragen dazu bei, dass sich die Krankheit nicht weiter durchsetzt.“
Auf die aktuelle Politik eingehend, informierte Rupprecht, dass er sich jede Woche mit den Landräten aus Tirschenreuth und Neustadt/WN, dem Bürgermeister der Stadt Weiden und den Mandatsträgern in München, Berlin und Brüssel zusammensetze, um die örtliche Lage zu erläutern, damit schnell und unbürokratisch geholfen werden könne. Dies geschieht zumeist per Videoschaltungen.
Neues Baugebiet und Klärschlammverbrennung
Bürgermeister Stefan Grillmeier stellte Albert Rupprecht auch das Kinderhausprojekt vor. „Wir brauchen bis zum Start im September 36 Kinderkrippenplätze, 24 davon können wir im ehemaligen Volksbankgebäude unterbringen.“ Weiteres Ziel der Stadt sei es, Bauwilligen einen Baugrund zur Verfügung zu stellen: „Wir brauchen wieder ein neues Baugebiet.“ Bezüglich Freibad berichtete der Bürgermeister von immensen hygienischen Auflagen für eine Eröffnung der Freizeitanlage. „Wir lassen derzeit ein Konzept erstellen. Der Stadtrat wird am 15. Juni über eine mögliche Öffnung des Freibades zu entscheiden haben.“
Abschließendes Thema war eine mögliche Klärschlammverbrennung und -verpressung. Hier gebe es Anfragen von einem Investor, das Fraunhofer-Institut sei bereits eingeschaltet. Rupprecht empfahl Gespräche mit der Wirtschaftsförderung der Regierung der Oberpfalz aufzunehmen. (jr)















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