05.09.2021 - 08:50 Uhr
MitterteichOberpfalz

Sanierung des Historischen Rathauses in Mitterteich zieht sich noch länger hin

Die Sanierung des Historischen Rathauses in Mitterteich ist nicht nur teurer als ursprünglich geplant, sondern dauert auch deutlich länger: Inzwischen steht fest, dass sich die Arbeiten mindestens bis ins Frühjahr 2022 hinziehen werden.

Eingerüstet ist seit längerer Zeit das Historische Rathaus. Die Sanierungsarbeiten werden mindestens noch bis ins Frühjahr andauern. Anvisiert ist eine Fertigstellung bis zum Ende des erstes Quartals 2022.
von Josef RosnerProfil

Erst stiegen wegen des desolaten Zustands des Dachstuhls die Kosten an, nun ist auch der Zeitplan nicht mehr zu halten: Die Sanierung des Historischen Rathauses in Mitterteich kann in diesem Jahr nicht mehr abgeschlossen werden. Nun ist die Fertigstellung bis zum Ende des ersten Quartals 2022 anvisiert. Darüber informierten jetzt die Verantwortlichen bei einem Baustellenrundgang, der auf Initiative von Oberpfalz-Medien angesetzt worden war.

„Wir hoffen auf einen milden Winter, damit wir die Bauarbeiten im Frühjahr beenden können. Der Großteil der zeitaufwendigen Sanierungsmaßnahmen ist abgeschlossen“, erklärte Architekt Peter Hilgarth. Bei den Kosten habe es in den vergangenen keinen weiteren Anstieg mehr gegeben. „Stand heute kommen wir mit den kalkulierten 2,6 Millionen Euro aus“, sagte Hilgarth weiter. Bis zum Frühjahr 2021 war man noch von 2 Millionen Euro ausgegangen, doch vor allem der Zustand des Dachstuhls hatte eine Nachkalkulation erfordert. Bekanntlich sollen 80 Prozent der Gesamtkosten durch Fördermittel gedeckt werden.

Probleme mit Materiallieferungen

Architektin Kristina Kulicke vom Büro Hilgarth machte deutlich, dass die Corona-Pandemie auch vor den Arbeiten am Historischen Rathaus nicht Halt gemacht habe. Nur zögerlich seien die Angebote für bestimmte Gewerke eingegangen. Zudem sei es für die Firmen nicht ganz einfach, rechtzeitig Materialien zu bekommen. Nach wie vor gebe es Lieferprobleme. Peter Hilgarth machte deutlich, dass es daher nur bedingt möglich sei, den Bauablauf eines Projekts sicher zu prognostizieren. Durch die enorme Preisdynamik werde auch die Kalkulation von Materialpreisen erschwert.

Hilgarth ergänzte, dass vor allem die Maßnahmen am Dachstuhl mit notwendigen Rekonstruktionsarbeiten einen großen Zeitaufwand erfordert hätten. „Die Arbeiten wurden höchst professionell und denkmalgerecht durchgeführt, wir erlebten tolle Handwerkskunst“, bescheinigte er den Fachleuten von Zimmerermeister Anton Schatzberger eine exzellente Arbeit. Alle denkmalpflegerischen Maßnahmen seien in enger Abstimmung mit Raimund Karl vom zuständigen Landesamt durchgeführt worden. Zweiter Bürgermeister Johann Brandl bestätigte, in welchem Umfang der Denkmalschutz in die laufenden Arbeiten eingreife. Dies habe er selbst in der relativ kurzen Zeit der Urlaubsvertretung für den Bürgermeister feststellen können. Auch er lobte die Leistungen der Handwerker und wünschte sich, dass nach den coronabedingten Verzögerungen wieder mehr Normalität auf der Baustelle und in anderen Bereichen einkehrt.

Gemeinsam gingen Peter Hilgarth und Kristina Kulicke näher auf den aktuellen Bautenstand ein. Im Erdgeschoss beginnt Ende September der Einbau der neuen denkmalschutzgerechten Holzfenster mit mundgeblasenem Lamberts-Glas aus Waldsassen. Anschließend erfolgt der Einbau der Innentüren – auch dies sei mit der Denkmalbehörde und mit den örtlichen Behindertenbeauftragten abgestimmt worden. Die Arbeiten in den Sanitärräumen sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Beheizt wird das Erdgeschoss künftig mit einer Fußbodenheizung. Im Obergeschoss werden noch im September die Trockenbauwände erstellt, weiter sollen die Innenputzarbeiten starten. Die Leitungen und die Anlagentechnik für die dortigen Räume sollen bis Mitte November erstellt werden. Im Anschluss können die Trockenbaudecken sowie die Hohlkehle nach historischem Vorbild erstellt werden.

Im September sollen auch Spenglerarbeiten im Außenbereich starten. Die Dacheindeckung erfolgt mit Biberschwanzziegeln, der Dachturm wird nach der Sanierung komplett neu verblecht. Später wird im Turm noch eine Glocke eingebaut, die zu festlichen Anlässen erklingen soll. Das Traufgesims wird ab Oktober nach historischem Vorbild neu ausgebildet. Alle Ornamente und Stuckverzierungen werden ausgebessert und erneuert. Die Fassadenflächen erhalten einen neuen Streichputz und eine neue Füllfarbe – nach enger Abstimmung mit einem Restaurator.

Glocke im Dachturm

Bei einem Rundgang wurden verschiedene laufende Arbeiten und geplante Schritte im Detail erläutert. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass der neue Sitzungssaal eine Heizhohldecke in Trockenbauweise erhält. Beheizt wird der Raum also von der Decke aus. Als Brennstoff für die Heizanlage des Gebäudes wird bis auf weiteres noch Gas verwendet. Es wurden aber Vorrichtungen geschaffen, so dass das Historische Rathaus wie auch das Verwaltungsgebäude künftig mit Hackschnitzeln beheizt werden kann.

Abschließend teilten die Verantwortlichen noch mit, dass es nach der Fertigstellung aller Maßnahmen einen Tag der offenen Tür geben soll. Dabei sollen sich die Bürger ausführlich über die Generalsanierung informieren können.

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Pleußen bei Mitterteich

"Wir hoffen jetzt auf einen milden Winter, damit wir die Bauarbeiten im Frühjahr beenden können."

Architekt Peter Hilgarth

 

 

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