16.01.2020 - 20:59 Uhr
MitterteichOberpfalz

Schott plant Rekordinvestitionen

Hinter dem Spezialglas-Hersteller Schott aus Mainz liegt ein gutes Geschäftsjahr. Der Standort in Mitterteich (Kreis Tirschenreuth) nimmt dabei eine tragende Rolle ein.

Salvatore Ruggiero, Vice President Marketing and Communication, Vorstandsvorsitzender Frank Heinricht und Finanzvorstand Jens Schulte (von links) präsentierten die aktuellen Zahlen der Schott AG.
von Martin Maier Kontakt Profil

Die Schott AG beschäftigt weltweit 16 200 Mitarbeiter. Davon arbeiten rund 1250 im Werk in Mitterteich. Vorstandsvorsitzender Frank Heinricht sprach bei der Bilanzpressekonferenz des Konzerns am Donnerstag in Mainz von einem erfolgreichen zurückliegenden Geschäftsjahr - trotz einer nicht einfachen Weltwirtschaftslage. Finanzchef Jens Schulte kündigte für die nächsten zwei Jahre weiter sehr hohe Investitionen an.

Im vergangenen Geschäftsjahr, das bis Ende September 2019 ging, steigerte Schott den Umsatz um 5,1 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Die Investitionen erhöhten sich um fast 40 Prozent auf 257 Millionen Euro. Und der Überschuss sank geringfügig auf 206 Millionen Euro (2017/2018: 208 Millionen Euro).

Pharmazeutischer Bereich top

"Viel Freude hat uns der pharmazeutische Bereich bereitet", sagte Frank Heinricht. Denn besonders dynamisch habe sich das Geschäft bei Spezialglas für Pharmaverpackungen und den daraus hergestellten Ampullen, Fläschchen, Spritzen und Karpulen gezeigt. Die dafür benötigten Glasrohre stammen größtenteils aus Mitterteich. Schott stellt jährlich 11 Milliarden Pharmaverpackungen her. "Damit leisten wir einen Beitrag für lebenswichtige Medikamente."

Dagegen spürte auch Schott die schwierige Situation der Automobilindustrie. "Alles, was mit Automotive zu tun hat, war rückläufig. Ebenso einige Geschäfte in China, die unter erheblichem Preisdruck standen", erläuterte Schulte. Für eine gute finanzielle Stabilität und genügend Spielraum für organisches Wachstum sorge aber die Eigenkapitalquote von 32 Prozent. Vorstandsvorsitzender Heinricht gab an, dass es derzeit eben zwei Geschwindigkeiten im Konzern gebe. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet er einen Umsatzanstieg zwischen drei bis sechs Prozent.

Schott plant noch zwei weitere Jahre mit hohen Investitionen. "Bevor wir 2022 anfangen, die Früchte zu ernten", so Finanzchef Schulte. Im aktuellen Geschäftsjahr will der Konzern 320 Millionen Euro investieren, dies wäre die höchste Summe in der Unternehmensgeschichte. Darunter sind rund 60 Millionen Euro für ein neues Pharmarohr-Werk in China und etwa 30 Millionen Euro für die Erweiterung eines Werks in Indien. "Beide Aktivitäten werden von Mitterteich aus getrieben und gesteuert", erklärte Heinricht im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

Auf der Pressekonferenz kündigte er zudem einen Plan für die Umstellung auf eine klimaneutrale Produktion an. "Das wollen wir durch eigene Forschungsprojekte unterstützen", so der CEO. Der energieintensive Konzern sorgt nach seinen Angaben bislang für Emissionen von einer Million Tonnen CO2 (2/3 Storm und 1/3 Erdgas).

Blick auf die Aktivitäten von Schott in Mitterteich

Mitterteich

Schott steht laut dem Vorstandschef auch weiterhin für Innovationen. In Zusammenarbeit mit "Gore" hat der Mainzer Konzern die weltweit erste silikonfreie Glasspritze für Biopharmaka entwickelt. "Das ist eine kleine Revolution in der Pharmaindustrie." Heinricht geht von einer Markteinführung in drei bis vier Jahren aus. Das Glasrohr als Grundprodukt für die Spritze stammt aus Mitterteich.

Als Highlight bezeichnete er ein ultradünnes und biegsames Glas für faltbare Smartphones, bisher sei alles am Markt mit Kunststoffoberflächen bestückt. In zwei, drei Wochen werde ein namhafter Smartphone-Hersteller, den er noch nicht nennen dürfe, ein faltbares Mobilgerät mit ultradünnem Glas von Schott präsentieren.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.