17.07.2019 - 11:13 Uhr
MitterteichOberpfalz

Schwarzwildstrecke stetig gestiegen

Seit zwei Jahrzehnten Jagdpächter im Revier "Raumberg" in den Wäldern westlich von Kleinbüchlberg ist Edgar Wenisch aus Konnersreuth. Er zieht bei einer Feire zum Jubiläum Bilanz und dankt allen Unterstützern.

Jagdpächter Edgar Wenisch (links) bejagt seit zwei Jahrzehnten das Jagdrevier „Raumberg“. Landwirte und Jagdgenossen sowie deren Familien waren daher zu einem gemütlichen Abend in Kleinbüchlberg eingeladen. Mit dabei war auch Forstbetriebsleiter Norbert Zintl (Zweiter von rechts) vom Forstbetrieb Waldsassen.
von Josef RosnerProfil

Wenisch war von 1999 an zehn Jahre lang Pirschbezirksinhaber, seit 2009 ist er Jagdpächter des Staatsjagdreviers "Raumberg". In dieser Zeit, so Wenisch, sei er dem Staatsauftrag "Wald vor Wild" so gut wie möglich nachgekommen. Zum Jubiläum hatte er die Jagdgenossen zu einer kleinen Feier mit Grillspezialitäten in die Dorfmitte von Kleinbüchlberg eingeladen.

Stark gestiegen sei in den vergangenen Jahren die Schwarzwildstrecke. Innerhalb weniger Jahre habe sich die Zahl der erlegten Sauen pro Jagdperiode von unter 30 auf zuletzt 41 erhöht. Wenisch zeigte sich überzeugt, dass sich diese Zahl bei entsprechenden zeitlichen Möglichkeiten problemlos erhöhen ließe. Seine Zeit als Jagdpächter sei aber vollständig ausgereizt.

Hoher Aufwand

Gleichzeitig versicherte er, dass er gemeinsam mit Gastjägern den Jagddruck hoch halte, auch um die Schäden in den Fluren möglichst gering zu halten. Wenisch erinnerte an den hohen finanziellen Aufwand einer Jagd mit eigenem Revier. So habe er allein in Kanzeln und Hochsitze rund 20 000 Euro investiert, das Holz für vier weitere Kanzeln habe er bestellt. Von den Kosten für Waffen, Optik und Ausrüstung wolle er gar nicht sprechen.

Als größte Motivation nannte Wenisch die Landwirte, sprich die Jagdgenossen. "Ich habe das Gefühl, von euch für mein Tun anerkannt und respektiert zu werden", sagte Wenisch und würdigte alle, die ihn unterstützten. Er dankte für Meldungen bei Wildbeobachtungen und für die Rücksicht auf Rehkitze bei der Wiesenmahd. In der laufenden Jagdperiode 2019/2020 hätten bislang sechs Sauen erlegt werden, können, acht Rehe und zwei Sauen fielen Verkehrsunfällen zum Opfer.

Moderne Technik nutzen

Weiterhin groß ist seiner Ansicht nach die Gefahr durch die Afrikanische Schweinepest. Seiner Meinung nach lasse sich nur mit einem Reduktionsabschuss gegensteuern. Hierzu bedürfe es der Nutzung technischer Möglichkeiten. Wenisch habe bereits die Jagdbehörde um Erlaubnis zum Führen von Nachtsichtgeräten gebeten. "Wir können die jagdlichen Probleme von 2019 nicht mit Methoden aus dem 17. Jahrhundert bekämpfen. Wir müssen vorhandenen technischen Möglichkeiten nutzen, um die Jagd noch effektiver gestalten zu können."

Weiter wünschte sich der Jagdpächter eine noch aktivere Mitarbeit der Landwirte. "Nur gemeinsam mit den Staatsforsten, der Jagdbehörde, der Landwirtschaft und den Jagdpächtern kann es gelingen, die Interessen aller unter einen Hut zu bringen und somit das Schwarzwild kurz zu halten." In seinem Revier funktioniere die Zusammenarbeit mit den Landwirten auf hohem Niveau. Dies zahle sich positiv für alle Beteiligten aus. Wenisch zeigte sich offen für das Engagement von Jägern in seinem Revier. "Bei Interesse biete ich einen kostenlosen Begehungsschein ohne Bedingungen an, auch Jungjäger oder Jungjägerinnen können sich melden."

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