10.02.2019 - 12:26 Uhr
MitterteichOberpfalz

Stadtball auf Anhieb ein Erfolg

Die Premiere hätte nicht besser laufen können: Rund 500 Narren erleben beim 1. Mitterteicher Stadtball einen Abend voller Spaß und Heiterkeit.

von Josef RosnerProfil

Die Organisatoren vom Mitterteicher Gaudiwurm um Vorsitzenden Michael Zintl hatten am Samstag allen Grund zum Strahlen. In der ausverkauften Mehrzweckhalle ging mächtig die Post ab, der 1. Mitterteicher Stadtball erwies sich als voller Erfolg. Die Besucher, die größtenteils kostümiert gekommen waren, genossen über mehrere Stunden hinweg einen bunten Mix aus Tanz und Musik.

Vergessen wurden aber auch jene nicht, denen es nicht so gut geht. Für die Familie des fünfjährigen Hugo aus Tirschenreuth, der dringend einen Knochenmarkspender benötigt, hat sich der Gaudiwurm etwas Besonderes einfallen lassen. Von jeder bezahlten Eintrittskarte ging ein Teilbetrag in einen Spendentopf zur Unterstützung der Typisierungsaktionen. Der Gaudiwurm und Bürgermeister Roland Grillmeier erhöhten den Betrag auf 500 Euro. Übergeben wurde das Geld an Klaus Behnke, den Vorsitzenden der Tirschenreuther Faschingsgesellschaft „Tursiana“, und das Tirschenreuther Prinzenpaar.

Tolle Kostüme

Durch das unterhaltsame Programm führten Reiner Summer und Natalie Wölfl. Zu sehen waren jede Menge Tanz- und Showtanzauftritte heimischer und auswärtiger Gruppen. Die Gastgeber vom Gaudiwurm schickten alle Garden aufs Parkett, außerdem das Männerballett „Gaudibuam“ und das Damenballett „Starlight“. Letzteres ist sonst nur noch beim Gaudiwurm-Umzug und beim Kehraus zu sehen. Mit dabei waren auch der TuS Mitterteich sowie die Faschingsgesellschaften „Tursiana“ Tirschenreuth, „Rosamunde“ Mähring und „Weiß-Blau“ Wiesau, die Faschingsgilde Marktredwitz-Dörflas und der TSV Reuth. Im munteren Wechsel sorgten Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit zum Teil herausragenden Auftritten und tollen Kostümen für Staunen. Faschingsorden verliehen die Veranstalter an Bürgermeister Roland Grillmeier, Stellvertreter Stefan Grillmeier, Stadträte und andere Persönlichkeiten.

Besucher in Tanzlaune

Im Programm gab es immer wieder Tanzpausen, die von den Besuchern ausgiebig genutzt wurden. Der "Original Oberpfälzer Buam-Express" mit Bandleader Andreas Gleißner an der Spitze befeuerte den Tanzeifer mit altbekannten Ballermann-Hits und aktuellen Rennern der Saison. Es war schon nach Mitternacht, als der letzte Programmpunkt zu Ende ging. Gaudiwurm-Chef Michael Zintl zeigte sich mit dem Ball hochzufrieden und versprach: "Das machen wir nächstes Jahr wieder, uns bleibt ja gar nichts anderes übrig."

Büttenrede:

"Da fehlt's an Eleganz und Stil"

„Des is er also, der Stadtball. Naja, da habt ihr leicht übertrieben. Des is a Dorfball, a Kirwa“, meinte Büttenrednerin „Traudl“, dargestellt von der Tirschenreutherin Sonja Stahl-Lorenz. „Auf nem Stadtball, des wäre a andere Atmosphäre. Denn betracht ich das Publikum, da fehlt’s an Eleganz und Stil.“

Neben der Veranstaltung selbst nahm sie auch die örtliche Prominenz und das Stadtgeschehen aufs Korn. Allen voran bekam der Bürgermeister sein Fett weg: „Der Chef von dieser Stadt, war mir bis jetzt nicht mal bekannt. Mmh, naja durchaus interessant, das geb ich ehrlich zu. Den hat die Politik auch nicht geschont, der wird schon ganz mumienblond. Dabei ist der Roland noch so jung, noch aktiv und voller Schwung.“ Zu Roland Grillmeiers Kandidatur als Landrat merkte sie an. „Tut er diese Wahl verlieren, kann er als Bürgermeister nicht mehr kandidieren, dann steht er da mit nix. Dennoch, endlich ein Mann mit besserer Frisur.“

Auch Zweiter Bürgermeister Stefan Grillmeier geriet ins Visier. „Immer ist’s die gleiche Leier, auch wieder ein Grillmeier. Und der Stefan übt schon sehr. Denn kommt ein Fotograf daher, hält den Stefan nix mehr.“ Zur Mitterteicher SPD stellte die „Traudl“ fest: „Die brauchen Halspastillen, denn Heiserkeit wär jetzt schlecht, die brauchen doch jede Stimme.“ Das Fehlen eines Polizeibeamten in der Stadt blieb ebenfalls nicht unerwähnt: „Ein Kontaktbeamter, so fand ich heraus, saß früher im Rathaus. Es war nur einer, der ist weg, bemerkt hat’s keiner.“

Gar nicht gut kam das Mitterteicher Zoiglbier bei der Büttenrednerin weg, dafür lobte die das „Gaudibier“ und betonte: „S’Hösl passt.“ Auch auf den größten Verein der Stadt kam „Traudl“ zu sprechen: „970 Mitglieder zählt der TuS, da rechne i mal glei. Da is das ganze Dorf dabei. Traurig, aber wos sollst sonst in dem Kaff machen?“ Zum Schluss ihrer Rede betonte sie: „So jetzt reichts, i will wieder raus aus Mitterteich. Der Gaudiwurm ist jetzt zwölf Jahre, vielleicht wird aus dem Wurm bald ne Schlange.“

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