13.07.2020 - 11:47 Uhr
MitterteichOberpfalz

Stadtpfarrer Witt: Mutig hinaus ins Leben gehen

Zahlreiche Gläubige kamen am Sonntag bei herrlichem Wetter zu einem Gottesdienst in den Stadtpark "Wiendlwiese". Eingeladen dazu hatten die Pfadfinder. In der Predigt fand Stadtpfarrer Anton Witt auch einige kritische Worte.

Viele Gläubige waren am Sonntagvormittag bei herrlichem Wetter zum feierlichen Gottesdienst in den Stadtpark „Wiendlwiese“ gekommen.
von Josef RosnerProfil

Die Sonne zeigte sich am Sonntagvormittag von ihrer besten Seite, entsprechend groß war das Interesse an dem Gottesdienst unter freiem Himmel. "Freuen wir uns, dass wir wieder zusammenkommen dürfen, das ist nicht selbstverständlich", sagte Pfarrer Anton Witt. Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Gruppe "Omnis" unter der Leitung von Carolin Günthner umrahmt.

Mit Maske zum Sitzplatz

Voraussetzung für die Teilnahme war das Tragen einer Mund-Nasen-Abdeckung zwischen dem Eingang und dem Sitzplatz. Dort angekommen, durften die Besucher sie abnehmen. Einige Leute mussten wieder umkehren, weil sie keine Maske dabei hatten. Am Eingang bestand auch die Möglichkeit, sich die Hände zu desinfizieren.

"Wir haben uns jetzt bei Jesus Christus versammelt", betonte der Stadtpfarrer. Dank der ausgeteilten Liedtexte wurde fleißig mitgesungen. Die Freude über den Freiluftgottesdienst war vielen Teilnehmern anzumerken.

Im Mittelpunkt der Predigt stand das Gleichnis vom Sämann. Dazu stand auf dem Altar eine Glasschale mit Erde und Getreide. "Wenn Jesus viele Zuhörer hatte, dann stellte er sich auf einen Hügel oder setzte sich in ein Boot, damit ihn alle sehen und hören konnten. Die Zuhörer waren einfache Leute, deshalb hat Jesus oft Gleichnisse erzählt, eben Geschichten aus dem Alltag", erklärte Pfarrer Witt. Daher habe Jesus auch die Geschichte vom Sämann erzählt, der Samenkörner in die Erde brachte, um Früchte ernten zu können. Jesus habe den Menschen aber nicht die Landwirtschaft näher bringen wollen - darüber hätten die Leute Bescheid gewusst. Vielmehr habe er ihnen das Reich Gottes näherbringen wollen. "Seit Jesus unter den Menschen ist, können sie Gott ganz aus der Nähe erleben. Er bat die Menschen, das Angebot Gottes anzunehmen, damit ihr Leben viel Frucht bringt", so der Pfarrer. "Gerade jetzt in der Coronakrise müssten sich doch die Menschen freuen, dass sie wieder Gottesdienste feiern können. Doch viele bleiben ängstlich zu Hause."

Pfarrer Witt rief die Gläubigen dazu auf, wieder zu Gott zurückzukehren. Gott wolle die Menschen zu nichts zwingen. "Gott hat viel Geduld mit jedem Menschen. Gott wartet darauf, bis ein Mensch ihm vertraut und sein Wort annimmt. Dann kann das Wort Gottes diesen Menschen verwandeln und es kann viel Gutes entstehen für alle." Als größte Gefahr für das Wort Gottes bezeichnete Witt das Dornengestrüpp, das zarte Pflänzchen erstickt. "Nach der erzwungenen Ruhe geht es jetzt wieder los", so Pfarrer Witt in Bezug auf die Coronakrise. "Arbeit und Schule, die Hobbys, Handy und Internet, Urlaub, Ausflüge und Feste - da bleibt oft kein Platz mehr für den Sonntag und Gott. Trotz der Fülle an Aktivitäten bleibt das Leben arm und dürr."

Im Mai feierte auch die evangelische Gemeinde einen Freiluftgottesdienst

Mitterteich

Der Stadtpfarrer rief dazu auf, das Wort Gottes bereitwillig zu hören und aufzunehmen, und zwar immer wieder. "Dann wird unser Leben unglaublich viel Frucht bringen, dann werden die Menschen wieder Vertrauen finden und anderen Hoffnung geben." Pfarrer Witt ermunterte dazu, wieder mutig hinaus ins Leben zu gehen. "Zu den Früchten gehören echte Lebensfreude und der Friede im Herzen. Es lohnt sich sehr wohl, das Wort Gottes auszustreuen und es regelmäßig aufzunehmen. Gott allein weiß, wann es beim jeweiligen Menschen Frucht bringt. Er will uns zu einem sinnvollen Leben verhelfen."

Wort Gottes aufnehmen

Die Gruppe „Omnis“ mit Leiterin Carolin Günthner (links) sorgte für die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes.
Stadtpfarrer Anton Witt freute sich, „dass wir wieder zusammenkommen und gemeinsam Gottesdienst feiern dürfen“. In seiner Predigt ging er auf das Gleichnis vom Sämann ein.

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