03.02.2019 - 11:34 Uhr
MitterteichOberpfalz

Tipps auf dem Weg zur Rente

Wenn es um die Rente geht, fallen Vorträge gerne mal trocken und langatmig aus. Nicht aber, wenn SPD-Kreisrätin Brigitte Scharf als Referentin auftritt.

SPD-Bezirksrätin Brigitte Scharf berichtete im Mehrgenerationenhaus über Neuerungen auf dem Rentensektor. Deutlich machte sie, dass Rentner selbstverständlich etwas hinzuverdienen dürfen und damit ihre Kasse aufbessern können. Nach ihrem Vortrag stellte sie sich den Fragen der Zuhörer.
von Josef RosnerProfil

Kurzweilig und auf unterhaltsame Weise nahm sich Brigitte Scharf dem Thema Rente im Mehrgenerationenhaus an. Sie berichtete vor zahlreichen Besuchern von eigenen Erfahrungen und beantwortete umfassend auch Fragen. Eingeladen zur Veranstaltung hatte der SPD-Ortsverein Mitterteich.

Scharf machte deutlich, dass ein Rentenempfänger nicht 45 volle Arbeitsjahre benötige - wichtig sei, dass er eine Versicherungszeit von 35 Jahren auf dem Konto habe. So könne er mit 63 Jahren in Rente gehen. Ausdrücklich betonte Scharf, dass in die Berechnung auch steuerliche Fragen einfließen können. Aus der Praxis wusste sie, dass, wenn einer früher in Rente gehe als zunächst geplant, er eventuell auch steuerlich besser fahre. Dies müsse individuell genauestens geprüft werden.

Weiter machte sie deutlich, dass Rentenbezieher auch etwas dazuverdienen dürften. "Nichts mehr zu tun, ist gar nicht so gut." Entscheidend für die Höhe der Rente sei der Lohn während des Arbeitslebens. "Wer im Berufsleben weniger verdient hat, bekommt auch weniger Rente." Beschäftigte im ländlichen Raum seien oft schlechter gestellt als jene in Ballungszentren, wo erfahrungsgemäß höhere Löhne bezahlt würden.

Ausführlich ging Brigitte Scharf auf Leistungsverbesserungen in der Rentenversicherung ein, die mit dem Jahreswechsel in Kraft getreten sind. Mit der Mütterrente II werde die Erziehung der vor 1992 geborenen Kinder stärker in der Rentenberechnung honoriert. Die Rente pro Kind erhöhe sich im Monat um bis zu 16,02 Euro. Ein gesonderter Antrag auf die Mütterrente II sei grundsätzlich nicht notwendig. Lediglich Adoptiv- und Pflegeeltern, die Mütterrente beanspruchen, müssen einen formlosen Antrag stellen.

Wer ab 1. Januar 2019 in Rente gegangen ist, erhalte die Mütterrente von der ersten Rentenzahlung an. Bei den Müttern und Vätern, deren Rente bereits vorher begonnen hat, würden die Renten schrittweise ab Mitte März diesen Jahres neu berechnet. Für die Zeit ab Januar 2019 erhielten die Betroffenen eine Nachzahlung. Mütter, die zwei Kinder vor 1992 geboren haben und außer den Kindererziehungszeiten keine anderen rentenrechtliche Zeiten zurückgelegt haben, könnten durch die Mütterrente II erstmalig einen Rentenspruch erlangen. Fünf Jahre mit Kindererziehungszeiten genügten, um die Wartezeit für die Regelaltersrente zu erfüllen, so Scharf.

Versicherte, die bereits ein Alter jenseits der Regelaltersgrenze erreicht hätten und noch keine Rente bezögen, sollten prüfen, ob sie jetzt eine Rente beantragen können. Weiter betonte Scharf, dass Versicherte, die aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr arbeiten könnten, unter bestimmten Voraussetzungen eine Erwerbsminderungsrente erhielten. Wer ab 2019 erstmalig eine Erwerbsminderungsrente beziehe, profitiere von einer deutlichen Anhebung der Zurechnungszeit von 62 Jahren und drei Monaten auf 65 Jahre und 8 Monate. Ab 1. Januar 2020 steige die Zurechnungszeit bis 2031 schrittweise weiter auf 67 Jahre. Maßgebend für die Dauer der Zurechnungszeit, die bei der Rentenberechnung berücksichtigt werde, sei das Jahr des Rentenbeginns.

Durch die Zurechnungszeit würden erwerbsgeminderte Menschen so gestellt, als hätten sie nach dem Eintritt der Erwerbsminderung mit ihrem bisherigen durchschnittlichen Einkommen weitergearbeitet und Beiträge bezahlt. Erste Prognosen gingen von einer Steigerung der monatlichen Rente um bis zu 70 Euro aus.

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