15.03.2020 - 23:16 Uhr
MitterteichOberpfalz

Wahl mit Desinfektionsmitteln und Nothelfern

Langsam liefen die Kommunalwahlen im Landkreis Tirschenreuth an. Kein Wunder, hatten doch bis zu 60 Prozent der Wähler Briefwahl gemacht. Der Coronavirus war überall das Thema Nummer eins.

Im Sitzen wurden in Mähring die Wahlzettel ausgefüllt.
von Konrad RosnerProfil

Das Coronavirus war in vielen Wahllokalen das Hauptthema. Es hatte vor allem Auswirkungen auf die Wahl in Mitterteich. Denn rund 20 Rathausmitarbeiter waren am Donnerstag vorsorglich nach Hause geschickt worden. Die folgenden Tests hätten jedoch alle ein negatives Ergebnis erbracht, so Geschäftsstellenleiter Klaus Schüßler von der Stadt Mitterteich. Er zeigte sich zudem erfreut, dass es keine weiteren positiven Fälle im Mitterteicher Rathaus gab - zumindest bis zu diesem Zeitpunkt und nach seinem Kenntnisstand.

In Mitterteich mussten wegen der vielen Ausfälle auf die Schnelle "Notwahlhelfer" gefunden werden, die zum Teil erst am Freitag angerufen und dann noch schnell eingewiesen wurden. Einige meldeten sich sogar freiwillig als Wahlhelfer bei der Verwaltung.

An der Urne im Bauer-Haus in Mitterteich bestand am Sonntagvormittag das ganze Team aus "Notwahlhelfern", Christa Hinz, Michael Hinz und Anton Bauernfeind. Sie meisterten ihre Aufgaben ohne Probleme. Ähnlich war es auch im Wahllokal im Museum.

Der Ansturm hielt sich in vielen Wahllokalen in Grenzen. Dies lag aber nicht nur an Corona, sondern auch daran, dass ungewöhnlich viele Wähler vom Angebot der Briefwahl Gebrauch machten. Für die Bürger standen zudem in etlichen Wahllokalen Desinfektionsmittel zur Verfügung, die auch eifrig genutzt wurden. In Wiesau lagen auch Einweghandschuhe parat. Manche hatten diesmal auch ihren eigenen Kugelschreiber dabei.

Es gab auch diesmal in einigen Orten, wie in Neualbenreuth, immer wieder Schlangen und Wartezeiten vor den Wahlkabinen. Grund war hauptsächlich der große Kreistagsstimmzettel mit 283 Kandidaten. Die Probleme begannen eigentlich erst, als die Wahllokale geschlossen hatten. Die Ergebnisse, die diesmal wegen der Coronakrise hauptsächlich im Internet präsentiert wurden, waren lange nicht einsehbar. Die Verbindungen brachen immer wieder zusammen. Offensichtlich waren die Leitungen immer wieder überlastet.

Die höchste Wahlbeteiligung gab es diesmal übrigens in Leonberg. 83,6 Prozent der Bürger gaben dort ihre Stimme ab. Auch in Ebnath (82,5) und Konnersreuth (81,2) lag die Wahlbeteiligung über 80 Prozent. Am geringsten war das Interesse in der Kreisstadt Tirschenreuth. Dort beteiligten sich nur knapp 66 Prozent der Wahlberechtigten an der Abstimmung.

Roland Grillmeier holte in 16 der 26 Gemeinden mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen. Sein Spitzenergebnis fuhr der CSU-Mann in Mähring ein. 69,4 Prozent votierten dort für ihn. Der Freie Wähler Ely Eibisch holte sein bestes Ergebnis in seiner Heimatgemeinde Kemnath mit 56,19 Prozent. In nur zwei weiteren Gemeinden schaffte er den Sprung über 50 Prozent: Immenreuth und Kulmain. Sein schlechtestes Ergebnis fuhr er in Pechbrunn ein. Dort wählten ihn nur 12,5 Prozent.

Die Grüne Anna Toman kam in vier Gemeinden auf ein zweistelliges Resultat: Neben Bärnau (16,4) waren dies Erbendorf, Falkenberg und Tirschenreuth. Ihr schlechtestes Ergebnis stammt aus Leonberg mit nicht einmal 3,5 Prozent. Für SPD-Mann Thomas Döhler wurde die Wahl teilweise zum Desaster. In zwei Gemeinden - Kastl und Mährig - hatte der SPD-Mann gerade einmal gut ein Prozent der gültigen Stimmen. Sein bestes Ergebnis hatte er in seiner Heimatgemeinde Pechbrunn mit 16,5 Prozent. Ansonsten schaffte der Sozialdemokrat nur noch in Krummennaab (11,3) und in Neusorg (10,8) zweistellige Wahlergebnisse.

Bürgermeisterkandidat Franz Schöner bei der Stimmabgabe. Links Wahlleiter Ferdinand Wagner.
Vor dem Besuch des Wahllokals noch ein schneller Blick auf die lange Kanididatenliste, wie hier in Tirschenreuth.
Sie meisterten ihre Aufgabe mit Bravour, das "Notwahlhelferteam" im Mitterteicher Kellnerhaus mit Christa Hinz, Anton Basuernfeind und Michael Hinz (von links).
Das angebotene Desinfektionsmittel wurde von Vielen in Anspruch genommen, wie hier im Bauer-Haus in Mitterteich.
Die Möglichkeit, die Hände zu desinfizieren, wurde von vielen Wählern und Begleitern dankbar angenommen.
In vielen Wahllokalen war auch das Desinfizieren der Hände möglich, wie hier in Wiesau.
Auch Einweghandschuhe gehörten diesmal zur Wahlausstattung.
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