09.12.2021 - 10:52 Uhr
MitterteichOberpfalz

Wohnhäuser-Sanierung am Robert-Lindig-Platz in Mitterteich weiter auf der Agenda

Abgesprungen ist ein Investor, der geplant hatte, alte Wohnblocks am Robert-Lindig-Platz in Mitterteich zu kaufen und zu sanieren. Doch das Projekt ist nicht gestorben, denn es gibt einen neuen Interessenten, der einsteigen will.

Ein Investor, der die alten Wohnblöcke am Robert-Lindig-Platz in Mitterteich sanieren wollte, ist nach Angaben von Bürgermeister Stefan Grillmeier abgesprungen. Doch es gibt einen neuen Interessenten, der das Projekt umsetzen will.
von Udo Lanz Kontakt Profil

Seit vielen Jahren schon beschäftigt sich die Stadt Mitterteich mit den leerstehenden alten Wohnblocks am Robert-Lindig-Platz (Hausnummern 3 bis 6). Ende 2020 berichtete Bürgermeister Stefan Grillmeier von Gesprächen mit Investoren über eine Sanierung des Anwesens und die Vermietung der Wohnungen, im Januar 2021 beschloss der Stadtrat, zur Unterstützung des Projekts ein kommunales Förderprogramm zu erweitern. Seither gab es nur noch spärliche Informationen über das Vorhaben, nun stand das Thema im öffentlichen Teil der jüngsten Stadtratssitzung auf der Tagesordnung.

Bürgermeister Stefan Grillmeier erklärte, dass sich der Verkauf der im Eigentum der Stadt befindlichen Häuser und deren Sanierung zunächst zerschlagen habe. "Aber wir haben jetzt einen neuen Investor", betonte Grillmeier und verwies auf laufende Abstimmungsgespräche mit der Regierung der Oberpfalz.

"Städtebauliche Missstände"

Voraussetzung für den Fortgang des Projekts sei die Festlegung des Sanierungsgebietes "Areal Robert-Lindig-Platz". In der entsprechenden Sanierungssatzung heißt es unter anderem, dass es in dem 3654 Quadratmeter großen Gebiet "städtebauliche Missstände" gebe. Durch Sanierungsmaßnahmen solle dieser Bereich wesentlich verbessert oder umgestaltet werden. Der Beschluss sei laut Grillmeier auch erforderlich, so dass der Investor nach dem Kauf eine steuerliche Abschreibung vornehmen könne.

"Wichtig ist, dass wir auch im sozialen Wohnungsbau etwas voranbringen", erklärte der Bürgermeister in Anspielung auf andere Bauprojekte in der Stadt. Wenn der Stadtrat nun die Festlegung des Sanierungsgebietes billige, könne im Januar die Abstimmung über den Verkauf erfolgen.

Abbruch keine Option

Wolfgang Karbstein (Wählergemeinschaft Zukunft) wollte wissen, ob neben einer Sanierung auch ein Abbruch der Anwesen möglich wäre. Bürgermeister Grillmeier entgegnete, dass es zwar einige Veränderungen gegenüber den bisherigen Planungen gebe, aber nur eine Sanierung infrage komme. Josef Schwägerl (CSU) ergänzte, dass man zuletzt vor mehreren Jahren über einen Abbruch gesprochen habe. "Das Anwesen kann und muss saniert werden", erklärte Schwägerl angesichts des seiner Ansicht nach guten Zustands der Bausubstanz. Weil die neue Bundesregierung den sozialen Wohnungsbau verstärkt fördern wolle, werde es künftig eventuell noch bessere Möglichkeiten zum Abrufen von Fördermitteln geben, so Schwägerl. Bürgermeister Grillmeier erinnerte noch daran, dass auch vonseiten der Regierung der Oberpfalz mehrfach dazu geraten worden sei, dieses Häuser-Ensemble zu erhalten.

Sozialverträgliche Vermietung

Manfred Sommer (SPD) regte an, in die Vereinbarung aufzunehmen, dass der Investor die Wohnungen nach der Sanierung sozialverträglich vermietet. Orientierung geben könnte der aktuelle Mietspiegel des Landratsamtes. Bürgermeister Grillmeier lehnte eine solche Eintragung ab und verwies auf die Zusage des Investors, wonach es vernünftige Mietpreise geben werde.

Am Ende votierte der Stadtrat einstimmig für die vorgelegte Satzung. Die Höhe der Kosten für die Sanierung der Häuser schätzte Stefan Grillmeier in der Sitzung auf 1,7 bis 1,8 Millionen Euro. Zum Verkaufspreis des Anwesens machte Grillmeier auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien keine Angaben.

Baugenehmigung für Mehrgenerationenquartier

Einhellige Zustimmung gab es im Stadtrat auch für den Billigungs- und Auslegungsbeschluss über die 1. Änderung des Bebauungsplans "Zanklgartenstraße 1". Bekanntlich gab es beim geplanten Projekt Mehrgenerationenquartier Änderungen bei der Zahl der Geschosse, bei der Wandhöhe und bei den Stellplätzen. Auf spätere Nachfrage von Josef Schwägerl zum Baubeginn teilte Bürgermeister Grillmeier mit, dass die Baugenehmigung nun vorliege, es aber noch Klärungsbedarf bei einem Punkt gebe. "Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Wochen starten können."

Spatenstich für dritten Kindergarten

Unter "Wünsche und Anregungen" informierte Bürgermeister Grillmeier noch, dass in Kürze der Spatenstich für den Bau des neuen Kindergartens erfolgen werde: "Hier wurde mit dem Einrichten der Baustelle begonnen." Andrea Lugert-Hoffmann (SPD) berichtete von einer zugespitzten Situation in den vorhandenen Einrichtungen und bat um eine Einschätzung zur Dauer der Bauarbeiten. Der Bürgermeister verwies auf aktuelle Maßnahmen zur optimalen Ausnutzung von Kapazitäten, auch jener in der Gemeinde Pechbrunn. Ziel sei es, den neuen Kindergarten im ersten oder zweiten Quartal 2023 zu beziehen.

Ein Thema im Stadtrat war auch die Sanierung der Eishalle

Mitterteich

"Wichtig ist, dass wir auch im sozialen Wohnungsbau etwas voranbringen."

Bürgermeister Stefan Grillmeier

"Das Anwesen kann und muss saniert werden."

Josef Schwägerl (CSU) über die Wohnblocks am Robert-Lindig-Platz

 

 

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