05.04.2021 - 11:14 Uhr
MitterteichOberpfalz

Zahlreiche Christen feiern am Ostersonntag in Mitterteich unter freiem Himmel

Unter freiem Himmel versammelten sich am Ostersonntag in Mitterteich zahlreiche Gläubige, um Gottesdienste zu feiern. Die evangelischen Christen machten noch bei Dunkelheit den Auftakt, die Katholiken folgten später bei Sonnenschein.

von Josef RosnerProfil

Gottesdienste unter freiem Himmel boten die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Mitterteich und die katholische Pfarrei St. Jakob am Ostersonntag an. Auf diese Weise sollten möglichst viele Gläubige die Möglichkeit bekommen, trotz der Pandemie an einer Feier teilzunehmen.

Bereits um 5.30 Uhr hatte Pfarrer Martin Schlenk auf den Platz bei der Christuskirche eingeladen. Dort loderte bei Minusgraden ein Osterfeuer und es leuchteten zahlreiche Kerzen. Mehrere Dutzend Gläubige hatten sich eingefunden.

Pfarrer Martin Schlenk sprach zum Thema "Die Angst in meinem Leben". Ängste und Sorgen ließen die Menschen oft nicht schlafen, so Schlenk. Er verwies auf die weltweiten Krisen, an Umweltzerstörungen und Gewalt gegen Ausländer, Frauen und Kinder. Viele Menschen hätten auch Existenzängste oder seien Stress und Überforderung nicht mehr gewachsen. Pfarrer Schlenk erinnerte auch an die vielen Menschen, die im Zuge der Corona-Pandemie gestorben sind. Schwer wiege, dass viele Menschen ihre lieben Angehörigen in ihren letzten Stunden nicht hätten begleiten können.

Ostern schenkt Hoffnung

Das Osterfest schenke den Menschen in aller Welt Hoffnung, so Pfarrer Martin Schlenk. "Die Auferstehung Jesu von den Toten sagt nichts anderes aus, als dass das Leben siegt. Denn nach dem Tod erwartet uns ein Leben bei Gott." Wie Schlenk weiter ausführte, schenke Gott den Menschen Hoffnung als Mittel gegen die Angst. "Wir müssen uns noch eine gewisse Zeit diszipliniert verhalten, um uns und unsere Familie zu schützen", so Schlenk. "Wir tun dies aber in der Gewissheit, dass wir gemeinsam das Virus in Zaum halten können und im Vertrauen, dass Gott uns auf allen Wegen begleitet und stärkt." Musikalisch wurde der Gottesdienst von einem Ensemble des Posaunenchors umrahmt.

Rund 300 Besucher

Über dem Stadtpark Wiendlwiese herrschte strahlender Sonnenschein, als Kaplan Daniel Schmid um 10.30 Uhr den Freiluft-Gottesdienst einläutete. "Wenn Engel beten", kommentierte der Kaplan angesichts des Wetters. Rund 300 Besucher hatten sich unter Einhaltung von Sicherheits- und Hygieneregeln versammelt. Die Pfadfinder hatten wieder die Organisation übernommen und unter anderem Absperrbänder zur Wahrung der Abstände aufgezogen. Gesanglich wurde der Festgottesdienst von der Gruppe "Omnis" gestaltet.

"Dass ein Verstorbener aufersteht, kann wissenschaftlich nicht nachvollzogen werden. Aber Jesus lebt."

Kaplan Daniel Schmid

"Heute Nacht ist etwas ganz Besonderes passiert, Christus ist wahrhaft auferstanden, er lebt", sagte Kaplan Schmid in seinen einleitenden Worten. Weiter meinte er: "Ihr Mitterteicher müsst brave Menschen sein, wenn euch der Herrgott so ein wunderbares Wetter schenkt." Auch der Kaplan erinnerte daran, dass im vergangenen Jahr viele Mitterteicher einen lieben Menschen verloren haben und dann zum Teil gar nicht Abschied hätten nehmen können. Schmid berichtete von zahlreichen Trauergesprächen, "dass viele ihre Lieben zum letzten Mal sahen, als diese ins Krankenhaus gebracht wurden". Danach hätten sie nur noch die Urne zu sehen bekommen. "Kein Abschied war möglich, es gab keine Sterbebegleitung. Oft mussten Angehörige alleine sterben", bedauerte der Kaplan. Viele Leute seien wegen der Corona-Pandemie nun alleine, bei anderen sei die Existenz bedroht.

Dennoch gebe Ostern Hoffnung, Hoffnung an die Auferstehung. "Dass ein Verstorbener aufersteht, kann wissenschaftlich nicht nachvollzogen werden. Aber Jesus lebt", betonte Daniel Schmid und räumte ein: "Es bedeutet auch für uns Christen ein Stück harte Arbeit, um das zu verstehen." Es bedürfe immer einer Begegnung mit dem Auferstandenen - und diese Begegnung geschehe bei der Feier der Eucharistie. Kaplan Daniel Schmid war überzeugt, dass ein Gottesdienst bei Einhaltung der Hygieneregeln nicht krank machen könne. "Im Gegenteil", so Schmid. "Jede Begegnung mit dem Auferstandenen schenkt Hoffnung und wahre Freude."

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Waldsassen

 

 

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