09.06.2021 - 14:21 Uhr
MoosbachOberpfalz

Älteste Einwohnerin Moosbachs: Trauer um Maria Karl

Maria Karl an ihrem 99. Geburtstag.
von Peter GarreissProfil

Sie war die älteste Einwohnerin von Moosbach. "Mit biblischen 99 Jahren ist der Lebensweg von Maria Karl zu Ende gegangen, nur wenige Tage vor ihrem 100. Geburtstag", führte Pfarrer Udo Klösel beim Requiem in der Pfarrkirche aus. Die Beerdigung fand zuvor im Familienkreis am Moosbacher Friedhof statt. Das Requiem hielt Klösel und Diakon Herbert Sturm.

Geboren wurde Karl am 13. Juni 1921 als ältestes Kind von Wilhelm und Rosa Gillitzer auf der Bartlmühle bei Pleystein. Mit zehn Geschwistern ist sie dort aufgewachsen. Mit 13 Jahren kam sie bereits nach Moosbach, zu Onkel und Tante, dem Ehepaar Lorenz, die einen Gemischtwarenladen betrieben. Hier absolvierte sie eine kaufmännische Lehre. Im Juni 1947 heiratete sie den Moosbacher Schreinermeister Johann Karl. Aus dieser Ehe gingen Sohn Hans und Tochter Elisabeth hervor. Zusammen mit den Schwiegereltern betrieb sie die Landwirtschaft. Sie war auch für die Familie und im Haus da und war fleißig und hat viel geleistet, führte der Seelsorger aus. Dazu betreute sie auch noch Urlaubsgäste im Haus.

Im Laufe der Jahre kamen zur Familie die Enkelkinder Andreas, Caroline, Alexandra und Stefan hinzu. Sie waren ihr größter Stolz, doch noch stolzer war sie dann auf ihre drei Urenkel Mäxi, Vincent und Julian. Für sie war sie eine herzensgute Oma und Uroma. Ihr Apfelstrudel und die Maultaschen waren bei den Enkeln sehr beliebt. Die treue Kirchgängerin war auch Vorsitzende des Frauenbundes (1992 bis 1994) sowie Zweite Vorsitzende (1994 bis 1998). Gerne machte die lebensfrohe „Rauke“, wie sie beim Hausnamen genannt wurde, Reisen. Bis ins hohe Alter geistig rege, interessiert und rüstig hielt sie sich durch Gymnastik und gesunde Ernährung fit. 2009 verstarb mit fast 99 Jahren ihr Mann. Ende 2019 ging sie auf eigenen Wunsch nach Pleystein ins Alten- und Pflegeheim am Kreuzberg, wo sie ihre letzten eineinhalb Jahre verbrachte. Gerne hätte sie noch in wenigen Tagen ihren 100. Geburtstag gefeiert. Am 1. Juni verstarb sie.

Stellvertretende Vorsitzende der Frauenunion Angelika Hierold würdigte die Verstorbene. Als Vorbild stellte sie ihr weltoffenes Wesen, ihre Freundlichkeit, Traditionsbewusstsein und ihren Glauben heraus. Maria Karl habe sie seit der Gründung 2000 tatkräftig unterstützt. Bei zahlreichen Aktivitäten war sie, wann immer sie konnte, meist im Hintergrund eine zuverlässige, fleißige Helferin. Legendär waren ihre Kartoffelgerichte. Als Zeichen der Dankbarkeit stellten sie eine kleine Blumenschale ans Grab und geben auf ihren Wunsch eine Spende an P. Ferdinand weiter. Auch die Hildegard-Gruppe stellte eine Blumenschale ans Grab. Musikalisch wurde der Trauergottesdienst vom Bläser-Ensemble, einer kleinen Kirchenchor-Gruppe und Lena Putzer an der Orgel mit gestaltet.

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