Im Alter von 91 Jahren verstarb der in Burgtreswitz wohnhafte Karl Mayer, besser als „Schoustermicherl Koarl“ bekannt. Beim Trauergottesdienst in der Wieskirche Moosbach blickte Pfarrer Udo Klösel auf das Leben des Verstorbenen zurück. Am Allerseelentag, dem 2. November 1930, erblickte dieser das Licht der Welt. Und in seinem Geburtshaus vollendete er nun an seinem 91. Geburtstag seine lange Lebensreise, wiederum an Allerseelen in den frühen Morgenstunden.
Das Requiem wurde mitgestaltet von Diakon Herbert Sturm sowie dem Gesangsduo Ludwig Putzer (auch Orgel) und Nobert Puff. Danach zogen die Trauernden mit Blaskapelle zum Friedhof Moosbach. Dort nahm die Feuerwehr Burgtreswitz durch Kommandant Peter Hartinger Abschied von Mayer, der 72 Jahre der Wehr angehörte. Für den Musikantenstammtisch Schönsee sprach Hans Ebnet einen Nachruf. „Karl Du machtest mit Deiner Musik und Deinen Witzen den Leuten viel Freude, deshalb werden wir Dich immer in Erinnerung behalten“. Mayer war auch Gründungsmitglied im „Förderverein Schloss Burgtreswitz“.
Der Verstorbene war ein Sohn der Bauerseheleute Franz und Maria Mayer. Mit seiner Schwester Maria wuchs er im elterlichen Anwesen auf. In Moosbach besuchte er die Volksschule. Da sein Vater im Krieg und in Gefangenschaft war, musste er von Jugend an kräftig mit anpacken und Hof und Felder bewirtschaften. Klösel nannte es eine schwere Zeit, die ihn prägte. Er lernte auf vieles, etwa eine Lehre zu machen, zu verzichten. Mit 21 lernte er seine Maria, geborene Leitmeier, kennen. Am 25. August 1961 heirateten sie in der Pfarrkirche Moosbach, sodass sie im August ihr diamantenes Ehejubiläum feiern konnten. Dem Paar wurden die Kinder Lydia und Wolfgang geboren.
In dieser Zeit wurde die elterliche Landwirtschaft, die er übernommen hatte, zum Nebenerwerb. Er arbeitete zunächst bei der Firma Zippel (Moosbach), dann bei der Gemeinde Moosbach bis zum Rentenalter. Schließlich erfüllte er sich ein Lebenstraum, eine steirische Harmonika zu besitzen. Er spielte nach Gehör, da er keine Noten lesen konnte – Heimatlieder und alte Volkslieder. Als Duo „Karl & Maria“ waren er und seine Frau Maria (Gesang) bis weit über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt. Unvergessen wird seine Komposition für seinen Heimatort Burgtreswitz vom „Traswitzer Dörferl“ bleiben. Durch die Musik entstanden viele Freundschaften, die eine Bereicherung in seinem Leben waren. "Ja, es war eine besondere Gabe von ihm; er wollte immer lustige Menschen um sich haben und Freude schenken", charakterisierte Pfarrer Klösel den Familienmenschen.
Seinen 90. Geburtstagfeierte er noch im kleinen Kreis, dann wurde es körperlich immer beschwerlicher, den Alltag zu meistern. Von einem Krankenhausaufenthalt im Oktober wurde er von seiner Familie heimgeholt und bis zum Schluss von ihr umsorgt. So wurde ihm sein letzter Wunsch erfüllt, daheim sterben zu können.













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