20.11.2020 - 11:44 Uhr
MoosbachOberpfalz

Diskussionen um Biogasanlage und Kiosk in Moosbach

Zwei Biogasanlagen beschäftigen den Marktrat. Wegen einer davon liegt er im Clinch mit dem Landratsamt.

Die vom Architekturbüro Fichtner-Gruber erstellte moderne Planung für Kiosk und Bühne im Kurpark Moosbach gefiel den Markträten, allerdings mit Abstrichen.
von Peter GarreissProfil

Zum geplanten Neubau einer Biogasanlage in Rohrhof bei Heumaden erklärte Bürgermeister Armin Bulenda in der Marktratssitzung, dass es keine Einwände seitens der Kommune gebe, weil der Antragsteller alle rechtlichen Erfordernisse erfülle. Sandro Stefinger wollte jedoch wissen, ob es sich dabei um eine reine Biogasanlage handle, oder ob Silomais zugemischt werde, der künftig zu einer reinen Maisanlage führe.

Geschäftsleiter Andreas Hofmeister sagte, dass zu 80 Prozent mit Mist und Gülle gearbeitet werde. Dies werde als Auflage in der Genehmigung stehen. Erhard Scheuerer und Bernhard Rom mahnten regelmäßige Kontrollen des Landratsamts an. Darüber müsse dann ein Kontrolltagebuch geführt werden. Josef Hierold hielt den Standort für zu weit weg von Heumaden. Dadurch sei Abwärme nur schlecht nutzbar. Einstimmig erteilte das Gremium das gemeindliche Einvernehmen.

Eine weitere Stromsache entpuppte sich als verzwickt. In der Sitzung am 9. Juni hatte der Gemeinderat das Einvernehmen zum Einsatz von Hühnertrockenkot bei der bestehenden Biogasanlage in Niederland verweigert. Mit einem Schreiben vom 14. Oktober wies nun das Landratsamt darauf hin, dass alle rechtlichen Anforderungen erfüllt seien und daher die Genehmigung zu erteilen sei. Sollte dies die gemeinde nicht tun, werde es die Kreisbehörde erledigen.

Bernhard Rom wünschte eine Kontrolle der Auflagen durch das Landratsamt. „Können wir die Prüfprotokolle anfordern?“, fragte er. Stefinger monierte, dass in der Junisitzung von Biohühnermist und vom späteren Wegbringen des Mistes die Rede war. Davon erwähne das Landratsamt jetzt nichts mehr. Hermann Ach bekräftigte erneut seine negative Haltung gegenüber dem Vorhaben. „Wir müssen hinschauen, wo der Hühnermist verbleibt.“

Johann Schnupfhagn und Fritz Steinhilber befürchten negative Auswirkungen auf das Trinkwasser. Bürgermeister Bulenda sieht aber keine Handhabe, die Pläne zu verhindern. Mit 9:6 stimmten die Räte dafür.

  • Große Photovoltaikanlage

Und noch eine Stromsache. Im Anwesen Gröbenstädt 6 soll eine Photovoltaikanlage mit 180 kWp Leistung errichtet werden. Dem Antrag auf Nutzung von öffentlichem Straßengrund zur Verlegung der Stromeinspeiseleitung wurde einstimmig stattgegeben. Dafür verlangt der Markt kein Entgelt. Ein Antrag der Besitzer auf Änderung des Straßennamens „Fahrnbachermühle“ in „Farnbacher Mühle“ wurde nicht stattgegeben, denn aufgrund einer Stellungnahme des Vermessungsamts handelt es sich bei dem Namen „Fahrnbachermühle“ um einen Eigennamen.

  • Kontroverse um Kiosk

Im Dezember 2019 brannte der Kiosk im Kurpark Moosbach bis auf die Grundmauern ab. Bulenda stellte in der Sitzung erstmals den Plan für einen neuen Kiosk mit überdachter Bühne und das Zahlenmaterial dazu vor. Die voraussichtlichen Kosten gab er mit 363000 Euro an. Der neue Kiosk koste 244000 Euro, die Bühne 71400 Euro und die Außenanlagen 47600 Euro. Der Freistaat fördere dies mit 20 Prozent und den Bühnenbau mit 70 Prozent. Die Brandversicherung stelle 102000 Euro zur Verfügung.

Die Eigenleistung des Marktes liege bei 191000 Euro. „Ist es uns das wert?“, fragte der Bürgermeister. Dass der Kiosk wieder gebaut werde müsse, stellte kein Gemeinderat infrage.

Stefinger hält den Standort für viel zu schattig. Der Kiosk sollte in dem Bereich der Kastanien nach Norden verlegt werden. Auch die geplanten überdachten Plätze sind ihm zu wenige. Erhard Scheuerer und Hans Maier nennen die Planung zu „luftig“. Sie befürchten Zugluft. Bernhard Rom war mit der modernen Planung einverstanden, hält aber alles für zu teuer. Man sollte deshalb ein weiteres Planungsbüro einschalten. Hermann Ach schlug vor, so zu planen, dass im Bedarfsfall auch noch ein Festzelt aufgestellt werden könne. Ulrike Guttenberger vermisst einen Innenraum. Der Bürgermeister bemerkte, dass der Markt keine Konkurrenz zu den Gasthäusern wolle. Helmut Meindl wünscht, dass der Architekt nach billigeren Lösungen sucht. Die Gemeinderäte stimmten ansonsten der vorgelegten Planung einstimmig zu.

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Moosbach
Ganz wild schaut es derzeit auf dem Platz des abgebrannten Kiosks im Kurpark aus. Sandro Stefinger wünscht, den Kiosk nach Norden zu verlegen. Allerdings müssten dann die Kastanienbäume beseitigt werden.

 

 

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