10.12.2019 - 17:24 Uhr
MoosbachOberpfalz

Drei Bürgermeisterkandidaten bei CSU Moosbach

Kampfkandidaturen sind im Vorfeld von Wahlen nicht so selten. In Moosbach bewarben sich gleich drei Aspiranten darum, CSU-Bürgermeisterkandidat zu werden. Diejenige, mit der noch vor Kurzem die meisten gerechnet hatten, war nicht dabei.

Armin Bulenda will im März Bürgermeister von Moosbach werden.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Schon im ersten Wahlgang setzte sich am Montagabend mit absoluter Mehrheit Armin Bulenda durch. Seine Konkurrenten waren Sandro Stefinger und Ulrike Guttenberger. Das Pikante daran: Die beiden sind Schwager und Schwägerin.

Bulenda muss jedoch noch in einer ordentlichen Nominierungsversammlung auf den Schild gehoben werden. Das Treffen am Montag im Gasthaus "Roter Ochse" war nichtöffentlich, "um die Entscheidung auf eine breite Basis zu stellen", wie die CSU mitteilt. Über 50 Mitglieder waren vertreten. Auch Kreisvorsitzender Stephan Oetzinger war gekommen. Er und andere Beobachter berichten von einer überaus harmonischen Veranstaltung. Das war im Vorfeld nicht unbedingt zu erwarten. Ende Oktober hatte Erika Sauer den Vorsitz des Ortsverbands niedergelegt.

"Probleme mit meiner Art"

"Es ist wohl so, dass maßgebliche Leute in der CSU mit meiner Art Probleme haben, aber ich bin gut ausgelastet und will nicht, dass sich an mir die Geister scheiden", spricht sie offen. Sauer stammt aus einer Moosbacher CSU-Dynastie. Ihr Vater Hans Roßmann war Jahrzehnte Bürgermeister, ebenso wie ihr Urgroßvater Karl Roßmann.

Sie selbst sagt dazu: "Ich hätte mich für ein Amt zur Verfügung gestellt, wenn es gewünscht gewesen wäre." Nun war sie gar nicht erst bei der Versammlung am Montag.

Namen, mir denen sie Probleme hat, nennt Sauer nicht. Bulenda sei aber ausdrücklich nicht dabei. Laut Beobachtern soll es mit dem Verhältnis zwischen dem amtierenden Rathauschef Hermann Ach und Erika Sauer nicht zum besten stehen.

Auch die CSU im Moosbacher Ortsteil Tröbes distanziert sich vom Schwesterverband im Hauptort. Sie will am Samstag mit einem eigenen Wahlvorschlag, der "Bürgerliste Moosbach", ins Rennen gehen. Darauf sollen angeblich einige CSU-Leute und sogar Gemeinderatsmitglieder kandidieren.

Moosbach war in der Nachkriegszeit ausschließlich CSU-regiert. Doch im März bieten auch andere Parteien prominente Kandidaten auf. Für die Freien Wähler tritt Biobauer Fritz Steinhilber an. Als SPD-Bewerber ist Helmut Meindl im Gespräch. Er ist Chef des größten Vereins am Ort, der SpVgg.

Doch auch Armin Bulenda ist kein unbeschriebenes Blatt. Der 34-Jährige ist derzeit CSU-Fraktionssprecher im Marktrat, war im Kreisvorstand der Jungen Union aktiv und ist Kreisvorsitzender der Christlich-Sozialen Arbeitnehmerunion (CSA). Dabei sammelte er auch Erfahrungen mit Kampfkandidaturen. Im Februar setzte sich Bulenda mit großer Mehrheit gegen einen Schwandorfer als neuer CSA-Bezirkschef durch.

Flexibler Arbeitgeber

Das dürfte bei der Wahl am 15. März nicht von Nachteil sein. Etliche rätseln dagegen, wie Bulenda ein eventuelles Bürgermeisteramt mit seinem Job bei der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg vereinbaren will. Kein Problem, meint der 34-Jährige: "Mein Arbeitgeber ist sehr modern. Da ist Telearbeit und Teilzeit möglich."

Erika Sauer, die im Finanzamt Amberg arbeitet und ehrenamtlich beim Fleischrinderverband Bayern gut eingespannt ist, reißt sich wegen dieser Belastung nicht unbedingt um den Bürgermeistersessel, sagt sie mehrdeutig: "Es ist schwierig, wenn man mehreren Herren dienen muss."

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