25.02.2020 - 17:27 Uhr
MoosbachOberpfalz

Faschingsendspurt in Moosbach: Geist singt in der Kloschüssel

Von einem vermissten Handy bis zu einer ausgebüxten Schafherde: Zum Ausklang der närrischen Zeit verfolgen auf dem Moosbacher Marktplatz wieder Hunderte von Zuschauern das traditionelle „Faschings-Asspüln“.

Mit einem Trauermarsch zogen heuer die Spieler des Faschingsvereins auf dem Marktplatz und betrauerten den Weggang des Pfarrers und das Aufhören des Bürgermeisters.
von Peter GarreissProfil

Zum Ausklang der närrischen Zeit fanden sich gestern auf dem Marktplatz in Moosbach trotz Regen sehr viele Zuschauern ein, um das traditionelle „Faschings-As´spüln“ mitzuerleben. Der Moosbacher Faschingsverein ließ damit einen über 200 Jahre alten Brauch wieder aufleben. Dabei werden Mitbürger „dableckt“, denen im abgelaufenen Jahr Kurioses und Lustiges passiert ist. Wem nichts Dummes widerfuhr, der konnte lachen. Für die anderen hieß es „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.“ Auch diesmal hatten die Akteure des Faschingsvereins einige Stücke auf Lager, die die Lachmuskel der Zuschauer fast zerreißen ließen.

Im ersten Stück ging es um das Malheur eines Moosbachers, dem sein Handy, ohne dass er es merkte, in einer Gastwirtschaft die Klosett-Schüssel fiel. Er suchte es überall. Als sich ein anderer Gast im Klosett aufhielt hörte dieser „den Geist aus der Schüssel“, also Musik aus der Klo-Schüssel. Ein Bauer kaufte sich einen „Bullen“ für seine Kühe um Nachwuchs zu bekommen. Dieser hatte aber kein Interesse an den Kühen. Als er sich das Tier genau anschaute, bemerkte er endlich, dass es sich um einen Ochsen zur Fleischvermarktung, aber nicht um einen Zuchtstier handelte. Bei einem Sperrmülltermin war plötzlich die Hausbank im Garten eines Moosbachers verschwunden. Der Eigentümer vermutete, dass sie von Gästen aus dem Nachbarland mitgenommen wurde. Der Verdacht war falsch, denn die Bank wurde Tags zuvor zur Sicherheit im Stadel untergebracht. Im vierten Stück ging es um persönliche Bedürfnisse. Urlaub am Strand in Italien. Plötzlich Bauchprobleme. Der Urlauber suchte eilig sein WC im Hotel. Er wusste die Zimmernummer 347 nicht mehr. Zufällig war Zimmer Nr. 247 offen, denn dort war die Putzfrau tätig. Dort verrichtete er sein „Geschäft“. Er wurde dabei aber vom Zimmerherrn überrascht und von diesem lautstark davon gejagt. Im fünften Stück hatte ein Monteur aus einem Vorort von Moosbach auf der Baustelle immer einen „Clo-Sack“ dabei. Ein Hund aus dem Dorf biss diesen auf und bekam Schmerzen. Man wollte ihn zum Tierarzt bringen. Aber es klärte sich schnell alles auf. Sechstes Stück: Ein Familienvater hatte einen Christbaumständer gekauft. Doch der Stamm des großen Christbaums war zu dick. Er musste ihn mehrmals absägen und plötzlich war der Baum dann nur mehr so hoch wie ein kleines Kind. Allerhand mitmachen musste ein junger Familienvater aus Moosbach. Er bildete sich ein, in der Walpurgisnacht bestohlen worden zu sein. Er schaltete die Polizei und Versicherung ein. Nichts kam dabei heraus. Ein paar Tage später nahm er an einem Mountainbike rennen mit seinen E-Bike teil. Bald aber war der Akku leer. Nun musste er das schwere Fahrrad tragen. Bald gingen ihm die Kräfte aus. Achtes Stück: Die Eltern waren mit dem Omnibus im Urlaub. Zuhause waren Oma und Tochter. Sie sahen das Familienauto nicht mehr und meinten es wurde gestohlen. Sie erstatteten Anzeige bei der Polizei. Bald löste sich das Rätsel um den vermeintlichen Diebstahl. Die Eltern hatten das Auto in eine Moosbacher Werkstatt zum Vorführen beim TÜV gegeben.

Auch die letzte und neunte Geschichte strapazierte die Lachmuskeln der Zuschauer. Einem Moosbacher Schafzüchter waren die Schafe ausgekommen. Der Eigentümer suchte sie querfeldein und über Stock und Stein. Dabei verursachte er Flurschäden. Es sah aus, wie nach einem Manöver um Grafenwöhr.

Wochenlang hatten sich die Mitglieder des Faschingsvereins Moosbach mit ihrem Präsidenten Bernhard Beugler nach lustigen Stücken umgesehen. Wie ihnen der Riesenbeifall und die Forderungen nach Zugaben bestätigten, hatten sie bei der Auswahl auch heuer wieder eine glückliche Hand. Peter Wittmann (Boderpeder) war ein Conferencier, der eine große Show abzog.

Gesucht wird das verlorene Handy.
Der Bulle hatte kein Interesse an der Kuh.
Die gestohlen geglaubte Ruhebank war gut aufgehoben.
Der Christbaum passte einfach nicht in den Ständer.
Beim Wettbewerb war der Akku des Elektrorades leer.
Die ausgerissenen Schafe mussten wieder eingefangen werden.
Die ausgerissenen Schafe mussten wieder eingefangen werden.
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