31.05.2021 - 14:02 Uhr
MoosbachOberpfalz

Von der Feuerwehr zu Grabe getragen: Trauer um Rudolf Krämer

So kannte man Rudi Krämer (links) am Weihnachtsmarkt auf Schloss Burgtreswitz beim Schnitzen mit seinen Kameraden.
von Peter GarreissProfil

„Tragt das Kreuz, es wird euch tragen, wird euch ein Geheimnis sagen, welcher Weg zum Heile war“, heißt ein alter Gebetstext, den Pfarrer Udo Klösel beim Requiem für Rudolf Krämer aus Burgtreswitz in der Pfarrkirche Moosbach sprach. Der passionierte Schnitzer habe es durchs Leben getragen, nicht zuletzt durch seine geschnitzten Kreuze. Die letzten Jahre hatte Krämer besonders schwer am Kreuz zu tragen durch seine Krankheit, die ihn pflege- und hilfsbedürftig machte, so der Geistliche.

Klösel schaute auf das Leben des Verstorbenen zurück. Das Licht der Welt erblickte Krämer am 9. August 1943 in Neustift bei Passau als Sohn von Rudolf und Theresia Krämer. Nur wenige Jahre alt zog die Familie nach Burgtreswitz, wo er dann mit seinen drei Brüdern aufwuchs. Nach der Schulzeit machte er eine Metzgerlehre in Vohenstrauß. Dort lernte er auch Marianne Sauer von Waldau kennen und lieben. Am 25. Oktober 1963 heirateten die beiden in Moosbach. Sieben Kinder, vier Töchter und drei Söhne wurden ihrer Ehe geschenkt. In dieser Zeit, 1969/70, bauten sie sich auch ein Haus in Burgtreswitz.

Inzwischen arbeitete Rudi Krämer auch bei der Firma Zippel in Moosbach, bis er mit 56 Jahren in Frührente ging. Aber er war weiter aktiv, engagierte sich als Vorsitzender der Feuerwehr Burgtreswitz, in Gesangs- und Kriegerverein sowie bei den Oldtimerfreunden. Er war Ortssprecher von Burgtreswitz im Gemeinderat und engagierte sich auch im Förderverein Schloss Burgtreswitz und rief historische Gruppen ins Leben. Zudem übte er auch das Amt des Feldgeschworenen aus.

Das Schnitzen war sein großes Hobby. Er organisierte Schnitzerausstellungen zugunsten des Schlossvereins. Der „Krämer Rudi“, wie er genannt wurde, sorgte treu und voller Liebe für seine Familie. So waren seine 17 Enkel und seine sechs Urenkel sein ganzer Stolz. In den letzten drei Jahren war Krämer aber gesundheitlich schwer angeschlagen und pflegebedürftig. In dieser Zeit wurde er von seiner Frau Marianne treu und aufopferungsvoll gepflegt. Sein Wunsch nicht im Krankenhaus bleiben zu müssen, wurde ihm erfüllt: Er kam ins „Betreute Wohnen“ nach Moosbach, wo ihn seine Familie in den letzten Tage begleitete, und er am 22. Mai im Beisein seiner Lieben einschlief.

Musikalisch begleitet haben die Trauerfeier Hans-Josef Völkl an der Orgel sowie der Gesang von Sonja Völkl und der 17-jährigen Anna Wittmann aus Kleinschwand. Fahnenabordnungen von der Feuerwehr Burgtreswitz sowie vom Soldaten- und Kriegerverein Burgtreswitz standen im Altarraum sowie am Grab. Die Trauerreden fanden in der Pfarrkirche statt.

Der Vorsitzende vom Soldaten- und Kriegerverein Hans Höcker würdigte den ehemaligen Zweiten Vorsitzenden (1967-68 sowie 1974-77), der 2015 für seine 50-jährige Vereinszugehörigkeit geehrt wurde. Für die Feuerwehr Burgtreswitz nahm Kommandant Peter Hartinger Abschied. Der Tod des ehemaligen Vorsitzenden (1983 bis 1999) träfe den Verein. Krämer, einer der „anpackte bis zum Schluss“, habe in seiner 59-jährigen Mitgliedschaft deutliche Spuren in der Wehr hinterlassen. Die Feuerwehrkameraden trugen den Verstorbenen zur letzten Ruhestätte. Hans-Josef Völkl spielte am Friedhof auf seiner Trompete das „Feierabend-Lied“ und den „Treuen Kameraden.

 

 

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