20.10.2020 - 11:49 Uhr
MoosbachOberpfalz

Hexengarten in Gaisheim zertifiziert

Claudia Schmid aus Gaisheim liebt es, wenn in ihren zwei Hexengärten alles zwitschert, summt und brummt. Nun ließen sie und ihr Mann Erich die Gärten bei einer bayernweiten Aktion als Naturgärten zertifizieren.

Im Beisein der Gartenbesitzer Claudia und Erich Schmid (hinten) und Bürgermeister Armin Bulenda (links) begutachteten die beiden Kreisgartenfachberaterinnen Maria Treiber (Zweite von rechts) und Dagmar Thimm-Böhringer (rechts) die Naturgärten in Gaisheim und zertifizierten sie mit der Plakette „Bayern blüht – Naturgarten“.
von Peter GarreissProfil

Die Voraussetzungen prüften die Kreisfachberaterinnen für Gartenkultur und Landespflege Dagmar Thimm-Böhringer und Maria Treiber vom Landratsamt.

Im Hexengarten wird mit einer Mist-Kompost-Mischung von einem alten Misthaufen, der zusätzlich durch freilaufende Hühner bearbeitet wird sowie mit Brennnesseljauche gedüngt. So kann auf chemisch-synthetische Dünger verzichtet werden. Durch Pflege per Hand und den zusätzlichen Einsatz von Pflanzenbrühen wie der Schachtelhalmbrühe kann ebenso auf chemischen Pflanzenschutz verzichtet werden, ebenso auf die Verwendung von Torf.

Ein Kernkriterium ist zudem ökologische Vielfalt. Rund 200 Kräuter- und Heilpflanzenarten, dazu Obstbäume und -sträucher sowie Gemüsepflanzen ergeben eine hohe Insektenvielfalt. Ebenso haben Vögel, Eidechsen, Kröten, Igel und anderer Tiere in den Hexengärten eine Heimstatt.

Von den Kann-Kriterien mussten einige erfüllt werden, wobei neben den Naturgartenelementen auch die Bewirtschaftung mit in die Bewertung einging. Ein Ziel ist ferner, fast das ganze Jahr über blühende Pflanzen im Garten zu haben, von den ersten Frühlingsblühern bis spät in den Herbst hinein. Dazu gehören gebietstypische Sträucher und Gehölze wie Holunder, Schlehen, Weißdorn sowie zwei große Ahornbäume und zahlreiche Obstbäume. Für Vielfalt der Lebensräume sorgen ferner Beete und Umrandungen mit locker aufgeschichteten Steinen, Totholzbereiche, Sandbeet, Wasserstellen und Miniteiche. Überdies ist ein ungemähter Wildwiesenbereich vorhanden. Das bietet Platz für Heilkräuter.

Gemüse wird in den Hochbeeten angebaut. Gemulcht wird mit dem anfallenden Rasenschnitt. Gerne genutzte Insektenhotels an verschiedenen Stellen und Nistkästen sind gut verteilt. Daneben sind diverse Beerensträucher und alte Obstbäume zu finden.

Die beiden Kreisfachberaterinnen waren besonders von der im Landkreis ansonsten kaum erreichten Artenvielfalt in den Hexengärten überzeugt und konnten somit den beiden Gartenbesitzern zur erfolgreichen Zertifizierung gratulieren. Sie wiesen darauf hin, dass auch kleinere Gärten oder auch nur Teilbereiche zertifiziert werden können. Ebenso gratulierte Bürgermeister Armin Bulenda.

Interessierte können sehr gerne im Hexengarten der Moosbacher Hexenküche vorbeikommen und sich Tipps und Anregungen holen. Ferner informiert Claudia Schmid unter www.moosbacher-hexenkueche.de über ihre Kräuter.

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