Beim Requiem in der Wieskirche wurde von Josef Kindl aus Gebhardsreuth Abschied genommen. Er pflegte eine innige Beziehung zu seinem Namenspatron, dem heiligen Josef, wie auch zur Mutter Gottes, sagte Pfarrer Udo Klösel. Er habe sein Herz am rechten Fleck gehabt, das auch „aus gutem Holz geschnitzt“ gewesen sei wie sein Namenspatron.
Das Licht der Welt erblickte Josef Kindl am 13. August 1936 in Gebhardsreuth als erster Sohn der Landwirtseheleute Georg und Maria Kindl, geborene Klier. Mit seinen jüngeren Geschwistern Johann, Maria und Konrad wuchs er auf dem elterlichen Anwesen auf. Sie alle mussten schon von Kindesbeinen an kräftig daheim mit anpacken. Kindl besuchte in Moosbach die Schule und als Ältester wuchs er schnell in die Aufgaben der Landwirtschaft hinein. 1961 erkrankte die Mutter schwer und verstarb. Nachdem 1976 auch der Vater verstarb, lebte er alleine auf dem elterlichen Anwesen, das er bis zur Rente bewirtschaftete.
Kindl liebte die Tiere, die Natur und besonders auch den Wald. Dabei entwickelte sich sein Hobby, das Schreinern. Bald hatte wohl jeder Haushalt im Ort eine selbstgebaute Bank mit Tisch. Er baute Holzbrunnen, Krippen, Kerzen und vieles mehr und bemalte alles oft noch selbst. Auch für den Moosbacher Kindergarten hat Kindl viele Späne gelassen, ob für Regale oder eine Hollywood-Schaukel aus Holz. Als gläubigem Menschen war es Josef Kindl auch eine Ehre, beim Kapellenbau in Gebhardsreuth mitzuwirken. So war der „Kindl Sepp“ immer eine helfende Hand.
Josef Kindl gehörte mehr als 60 Jahre der Kolpingfamilie Moosbach an. Die Kolpingsöhne waren zur Beerdigung mit Fahne ausgerückt und werden seiner bei einer heiligen Messe gedenken. Gerne pflegte Kindl Kontakt zu seinen Geschwistern, Neffen und Nichten. So kümmerten sich auch seine Geschwister um ihn. 2019 erkrankte Kindl schwer. In dieser Zeit versorgten ihn sein Bruder Johann und sein Neffe Thomas Wittmann. Er kämpfte sich ins Leben zurück und versorgte sich so gut es ging wieder selbst. Im Herbst des vergangenen Jahres musste er wieder ins Krankenhaus und danach zur Kurzzeitpflege ins Seniorenheim nach Eslarn. Am 10. Februar verstarb Kindl mit 85 Jahren im Krankenhaus Oberviechtach. Anna Wittmann aus Kleinschwand, Lisa-Maria und Emilie Eckl aus Waldau (Sängerinnen) und Lena Putzer (Orgel) gestalteten das Requiem mit.
Abschied nahm auch der Waldverein Moosbach von seinem langjährigen und einem der ältesten Mitglieder durch zweiten Vorsitzenden Peter Franz. Bereits 1972 trat Kindl dem OWV bei. In den fast 50 Jahren war er ein treues Mitglied und wurde mehrmals dafür ausgezeichnet. Beim Markttag am vorletzten Heimatfest stellte er seine Handwerkskunst wie das Holzschuhmachen am OWV-Stand vor. Seine ruhige und bescheidene Art und seine Verbundenheit zur Heimat machten ihn beliebt.
Vorstandsmitglied Markus Weiß von der Feuerwehr Gröbenstädt würdigte den Verstorbenen am offenen Grab. Er war aktiver Feuerwehrmann und immer zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Mehr als 60 Jahre war er Mitglied. Beim 100. Gründungsjubiläum war der Verstorbene ein sehr engagierter Mitarbeiter. Die Feuerwehrkameraden trugen ihn zur letzten Ruhestätte.













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