18.02.2020 - 10:42 Uhr
MoosbachOberpfalz

Immer mehr Raser

Auf den Durchgangsstraßen in Burgtreswitz, vor allem auf der Pfreimdbrücke und in Tröbes, wird viel zu schnell gefahren. Das belegen Messungen, die der Markt Moosbach veranlasst hatte.

Die Raserei auf der Pfreimdbrücke in Burgtreswitz nimmt immer mehr zu.
von Peter GarreissProfil

Die Verwaltung legte in der Gemeinderatssitzung die Daten vor. In Tröbes ist es besonders schlimm. Geschwindigkeiten bis zu den erlaubten 50 Kilometern pro Stunde (km/h) sind hier in der Unterzahl. Binnen zehn Tagen wurden 1064 Fahrten zwischen 50 und 60 km/h, 1025 Fahrten von 60 bis 70 km/h, 676 Fahrten von 70 bis 80 km/h, 262 Fahrten von 80 bis 90 km/h, 75 Fahrten von 90 bis 100 km/h, 16 Fahrten von 100 bis 110 km/h und 3 Fahrten über 110 km/h registriert. Bei 3993 Fahrten wurde die zulässige Höchstgrenze nur 882 Mal eingehalten, 3.121 Fahrten lagen darüber.

Die Gemeinderäte bedauerten, dass ein erneuter Antrag beim Landratsamt Neustadt und beim Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach, eine Geschwindigkeitsbeschränkung zu bekommen, kein Gehör fand. Eine Sichtüberprüfung durch diese Stellen ergab, dass beide Ortstafeln von Tröbes aus mindestens 100 Metern erkennbar sind. Die Anordnung zur stufenweisen Anpassung an die innerorts zulässige Geschwindigkeit komme daher nicht in Frage. Offenbar ist der schreckliche tödliche Unfall eines Mädchens aus Tröbes 1976 an diesen Stellen schon in Vergessenheit geraten, war die Meinung der Räte. Anscheinend müsse erst wieder etwas passieren.

Auch die vom Markt beantragte Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 km/h auf Höhe Gaisheim/Sägmühle/Anwesen Tröbes 37 hielten Landratsamt und Staatliches Bauamt nicht für nötig. In langen umständlichen Begründungen im Behördendeutsch werden Argumente aufgezeigt, die zur Ablehnung des Antrags der Gemeinde führen. Schließlich werden auch Landwirte, durch deren Felder es zu Sichtproblemen kommt, in die Pflicht genommen.

Nicht ganz so schlimm wie in Tröbes ist die Situation in Burgtreswitz an der Pfreimdbrücke dar. Hier wurden 5054 Fahrten mit Geschwindigkeiten von 50 bis 60 km/h, 856 Fahrten mit Geschwindigkeiten von 60 bis 70 km/h, 49 Fahrten mit Geschwindigkeiten von 70 bis 80 km/h und eine Fahrt mit einer Geschwindigkeit von 80 bis 90 km/h festgestellt.

Marktrat gegen Ladesäulen für E-Autos:

Als nicht umwerfend bezeichnete Bürgermeister Hermann Ach die Förderung Bayerns zur Errichtung von Lademöglichkeiten für Elektroautos. Bei Kosten pro Ladegerät von 15.000 Euro zahlt der Staat nur 7500 Euro. Mit 11:2 Stimmen lehnte das Gremium deshalb das Angebot des Staats ab.

Keinen Bedarf sah das Gemeindeoberhaupt auch für die Errichtung weiterer Accesspoints für das BayernWlan in Moosbach. 2.500 Euro Einrichtungskosten und monatlich laufende Kosten von über 60 Euro rechnen sich nicht. Einstimmig sahen die Räte vorerst davon ab, weitere Points einzurichten.

Am Ende sprach Ach die Abbrucharbeiten im Anwesen Weiß (Boder) an. Am 29. Februar sollen die Garagen abgerissenen werden. Danach sind Stall und Bergehalle an der Reihe. Da Moosbach das Prädikat „Genussort“ besitzt, musste die Landesanstalt für Wein- und Gartenbau zur Begutachtung eingeschaltet werden.

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