14.08.2020 - 11:24 Uhr
MoosbachOberpfalz

Lärmschutzgutachten für Solarpark Scheibe

Nach der öffentlichen Auslegung behandelt der Marktrat Einwände zum Sondergebiet "Solarpark Scheibe“ an der Saubersriether Straße. Es sind nicht wenige.

Anlieger an der Saubersriether Straße (Staatsstraße Moosbach-Oberviechtach) befürchten durch den geplanten Solarpark „Scheibe“ (links der Fahrbahn) eine Erhöhung des Lärmpegels und eine Blendung beim Straßenverkehr und verlangen entsprechende Gutachten.
von Peter GarreissProfil

Landschaftsarchitekt Matthias Rembold trug den Marktratsfraktionen die zahlreichen Punkte der Anregungen und Einsprüche zum geplanten Solarpark vor. Zum Schutz des Grundwassers wünscht das Wasserwirtschaftsamt Weiden, auf verzinkte Stahlprofile zu verzichten und stattdessen unverzinkten Stahl, Edelstahl oder Aluminium zu verwenden.

Das Landwirtschaftsamt will als Ausgleich für die Reduzierung der landwirtschaftlichen Flächen einen Bestandsumbau im Wald. Außerdem soll unter den Modulen alle vier bis fünf Jahre gekalkt werden. Schließlich darf der geplante Zaun nicht auf der Grenze gebaut werden, sondern einen Abstand von einem Meter zur Nachbargrenze erhalten. Der Betreiber muss Staub-Emissionen aus benachbarten Grundstücksflächen dulden.

Die Pflege der Flächen hat so zu erfolgen, dass ein Aussamen eventueller Schadpflanzen vermieden werden. Der Bayerische Bauernverband moniert die Reduzierung der jagdbaren Flächen und empfiehlt eine freiwillige Vereinbarung zwischen Anlagenbetreiber und Jagdgenossen. Der technische Umweltschutz beim Landratsamt weist auf etwaige Blendwirkungen für den Straßenverkehr hin. Architekt Rembold erklärte, dass ein entsprechendes Gutachten vom Vorhabenträger bereits in Auftrag gegeben wurde.

Naturschutzbehörde einverstanden

Keine Einwände hat die Untere Naturschutzbehörde. Die Abteilung Abfall- und Bodenschutz des Landratsamts wünscht Vorsorge gegen schädliche Bodenveränderungen. Auch der Regionale Planungsverband Oberpfalz-Nord äußerte sich nicht ablehnend zum Vorhaben, verwies aber auf die Lage des Grundstücks im landschaftlichem Vorbehaltsgebiet. Das Staatliche Bauamt Sulzbach-Rosenberg legte einen Abstand von 20 Metern zum Fahrbahnrand der Staatsstraße fest und verlangt ebenfalls ein Blendgutachten.

Manche Anwohner sind skeptisch. So verschlechtere der Solarpark das Ortsbild an seiner südlichen, sehr befahrenen Einfahrtsstraße wesentlich. Die meterhohe Anlage wirke erdrückend, verunstalte den Ortseingang und wirke störend auf die Fremdenverkehrsgemeinde. In der Änderung des Bebauungs- und Flächennutzungsplanes sehen die Bedenkenträger eine Gefälligkeitsentscheidung, weil sie nur einer Person nutze. Auch die Belange des Naturschutzes sehen sie beeinträchtigt. Ihnen sei kein Ort bekannt, wo eine Anlage dieser Größe an eine Siedlung angrenze. Schließlich werde durch die Höhe der Anlage und die Umhausung der Straßenlärm trompetenartig verstärkt und auf das Siedlungsgebiet zurückgeworfen.

„Wurde ein Lärmschutzgutachten erstellt?“, wünschen die Einwender Auskunft von der Gemeinde und verlangen eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 80 beziehungsweise 60 Stundenkilometer oder eine Versetzung des Ortsschilds. Seit ihrem Schreiben vom 30. Januar 1995 habe sich nichts getan, bemängeln sie.

Ja zu Zusatz-Gutachten

Rembold gestand ein, dass ein harmonisches Einfügen des Bauwerks ins Ortsbild nur bedingt möglich sei. Bepflanzung helfe aber. Der Vorwurf der Gefälligkeitsentscheidung sei nicht "abwägungserheblich". Zu den Einwendungen bezüglich Naturschutz verwies der Planer auf die positive Stellungnahme des Landratsamts. Zum Lärmschutzgutachten sagte er, dass nicht einmal der Technische Immissionsschutz beim Landratsamt ein solches verlangt habe. Noch nie, so Rembold, habe man bei Bau einer Solaranlage ein Lärmschutzgutachten benötigt. Hier hakten aber der Bürgermeister Armin Bulenda und die Gemeinderäte ein und beschlossen mit 10 gegen 4 Stimmen die Erstellung eines Lärmschutzgutachtens.

Einstimmig wurden der Bebauungsplan und die Änderung des Flächennutzungsplans schließlich genehmigt, falls Lärmschutz- und Blendgutachten entsprechend ausfallen und die Änderungen eingearbeitet werden.

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Altenstadt bei Vohenstrauß
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