19.02.2021 - 11:47 Uhr
MoosbachOberpfalz

Moosbach investiert knapp 3,3 Millionen Euro in Wasserversorgung

Die Gemeinde will alle Probleme von drei Anlagen lösen. Die Verantwortlichen ziehen damit endlich einen Schlussstrich unter einen jahrelangen Streit.

Die Ortschaft Gaisheim erhält eine neue Wasserversorgungsanlage und wird dafür mit enormen Beiträgen belastet.
von Peter GarreissProfil

Endgültig Nägel mit Köpfen will der Marktrat bei der Wasserversorgung machen. Mit einem Aufwand von nochmals 3,27 Millionen Euro will die Gemeinde in diesem Jahr alle bestehenden Probleme der drei Wasserversorgungsanlagen Moosbach, Tröbes und Gaisheim lösen, dazu die noch günstigen Fördermittel nutzen und einen jahrelangen Wasserstreit beenden.

  • Wasserversorgung Moosbach

In die Wasserversorgung Moosbach werden 626.000 Euro für die Ortsnetze in Burgtreswitz und Isgier sowie die Verbindungsleitung Ödhof nach Isgier gesteckt. Die Wasserversorgung in Tröbes ist mit 1,6 Millionen Euro dabei. Hier werden Verbindungsleitungen von den Quellen über den Hochbehälter Rückersrieth zum Hochbehälter Tröbes verlegt.

  • Ortsnetz Tröbes

Das Ortsnetz Tröbes wird nur dort erneuert, wo Verbindungsleitungen verlegt werden. Für die Wasserversorgung Gaisheim sind Bauarbeiten in Höhe von 998.296 Euro vorgesehen. Hier wird das komplette Ortsnetz erneuert, eine Verbindungsleitung zum Hochbehälter Gaisheim und zum Hochbehälter Tröbes verlegt und die Wasseraufbereitung umgebaut. Damit bestehen für Gaisheim endlich zwei Versorgungsleitungen. Der Ort kann nun Wasser aus seinem alten Hochbehälter und vom Hochbehälter Tröbes beziehen.

Lesen Sie hier einen weiteren Bericht über die Marktratssitzung

Moosbach
  • Wasserversorgung Etzgersrieth

Für 47.000 Euro soll schließlich die Wasserversorgung Etzgersrieth angezapft werden. Die Kosten hierfür tragen Tröbes und Gaisheim zusammen. Immerhin erhält die Gemeinde zu den geplanten Kosten von 3,27 Millionen Euro einen Landeszuschuss in Höhe von 2,26 Millionen Euro. Die nicht durch Zuschüsse gedeckten Kosten werden über Beiträge und Gebühren von den jeweiligen Versorgungsanlagen getragen. Geschäftsleiter Andreas Hofmeister wies darauf hin, dass die Arbeiten im Frühjahr 2021 beginnen und im September 2021 enden. Abgerechnet sein muss bis Ende November 2021 weil dem Ministerium der Verwendungsnachweis bis Dezember 2021 vorgelegt sein muss.

Der Verwaltungschef hatte auch schon Zahlen parat. Die Maßnahmen der Wasserversorgung Moosbach sollen über die Wassergebühren abgerechnet werden. Der 47.000 Euro teure Verbund wird zur Hälfte über die Wassergebühren abgerechnet. Die andere Hälfte bleibt ungedeckt. Teuer wird es für die Grundstückseigentümer in Gaisheim. Der Ort bekommt praktisch eine nagelneue Wasserversorgungsanlage. Die Bekanntgabe der Beitragssätze ließ die Zuhörer aufschrecken. Nach vorsichtigen Berechnungen im Rathaus müssen Wohnhauseigentümer mit circa 8.200 Euro und Eigentümer landwirtschaftlicher Anwesen mit 32.200 Euro an Anschlussbeiträgen rechnen. Das entspricht einem Beitrag pro Quadratmeter Grundstücksfläche von 4,20 Euro und einen Beitrag pro Quadratmeter Geschossfläche von 13,28 Euro. Weitaus günstiger soll es in Tröbes werden. Dort ist mit 2.800 Euro für ein Wohnhaus und 11.000 Euro für ein landwirtschaftliches Anwesen zu rechnen. Pro Quadratmeter Grundstücksfläche also „nur“ 1,45 Euro und 4,43 Euro für den Quadratmeter Geschossfläche.

Bernhard Rom und Klaus Prießnitz sprachen die für sie ungerechte Aufteilung der Kosten für die Leitung vom Hochbehälter Rückersrieth zum Hochbehälter Tröbes an. Die müsse auf die Versorgungsanlagen Tröbes und Gaisheim aufgeteilt werden. Hofmeister gab als Grund für die Umlegung auf Tröbes das rein rechnerische Defizit der Wasserversorgung Tröbes an. Rom erklärte aber dazu, dass die Kosten für die neue Leitung von Rückersrieth nach Tröbes komplett von Tröbes getragen werden sollen, obwohl Gaisheim diese Leitung mit nutzen wird. Ebenso werden die Kosten für die Verbundleitung von Etzgersrieth nach Rückersrieth nur auf Gaisheim und Tröbes aufgeteilt. Rom gab zu bedenken, dass diese Leitung zukünftig auch für das ganze Gemeindegebiet zur Verfügung stehen wird. Auch Klaus Prießnitz hielt diese Aufteilung der Kosten für eine gefühlte und faktische Ungerechtigkeit, weshalb er eine gerechte Aufteilung der Kosten auf die Nutzer der jeweiligen Leitungen forderte. Da dieser Notverbund nur wegen einer rein rechnerischen Unterdeckung von lediglich vier Kubikmeter pro Tag neu geschaffen werde, stellte Prießnitz auch die Frage nach dem Erfordernis der Maßnahme.

Mit der Notversorgung und dem neuen Pumpwerk in Niederland würde faktisch ein Zusammenschluss aller vier Wasserversorgungsanlagen vorbereitet, der jederzeit auch realisiert werden könne. Prießnitz wollte von der Verwaltung auch wissen, ob das zukünftig aus der Anlage Tröbes zur Anlage Gaisheim fließende Überwasser letzterer in Rechnung gestellt werden kann. Gemeinderat Sandro Stefinger sprach eine Aufteilung von 10 Prozent auf Gaisheim und 90 Prozent auf Tröbes an. Erhard Scheuerer meinte „wenn Tröbes es anders will, sollen sie Antrag stellen“. Rom tippte auf 20:80 Prozent.

Bürgermeister Armin Bulenda schlug vor, das Ganze nochmals zu rechnen. „Danach reden wir nochmal“. Mit 12:3 Stimmen erhielt schließlich die Verwaltung den Auftrag, die Beiträge exakt zu berechnen. Vorgesehen sei die Erhebung von zwei Abschlagszahlungen zu je 40 Prozent der Beitragsschuld im Juli/August 2021 und die Restzahlung von 20 Prozent im Jahr 2022.

„Wenn Tröbes es anders will, sollen sie Antrag stellen.“

Erhard Scheuerer

 

 

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