31.07.2020 - 14:44 Uhr
MoosbachOberpfalz

Moosbacher verabschieden "Baumeister der Pfarrei"

Pfarrer Josef Most hört nach 18 Jahren segensreichen Wirkens in der Gemeinde auf. Die Gläubigen bereiten ihm einen großen Bahnhof.

Mit einem Festgottesdienst verabschiedet sich die Pfarrei Moosbach von Pfarrer Josef Most (links).
von Peter GarreissProfil

Nach 18 Jahren Seelsorge in der Pfarrei Moosbach feierte Geistlicher Rat Josef Most schweren Herzens mit einem Gottesdienst seinen Abschied aus der ältesten Pfarrei des Dekanats Leuchtenberg. Ihm zur Seite standen Dekan Alexander Hösl, Pater Berthold Brandl aus Ried in Österreich sowie Diakon Herbert Sturm. Die Moosbacher Blaskapelle unter Leitung von Franz Sturm sowie Sängerin Jenny Hofmeister begleiteten die Messe. Den Blumenteppich vor dem Altar am Kirchplatz gestaltete der Katholische Frauenbund mit der Aufschrift „Du bist ein Segen“. Für weiteren festlichen Blumenschmuck sorgten die Blumenfrauen der Pfarrkirche.

Livestream in der Kirche

Über 20 Fahnenabordnungen standen neben dem Altar. Wegen der Corona-Situation war der Gottesdienst auf dem Kirchplatz. In der Kirche verfolgten 60 Anwesende per Video die Veranstaltung. „18 Jahre durfte ich unter euch Moosbachern leben und das Wort Gottes verkünden“, dankte Most den Pfarrangehörigen. Auch wenn er jetzt seine Zelte in Pfreimd aufschlägt, werde er immer gern an die Zeit in Moosbach dankbar zurückschauen. In seinen 46 Priesterjahren ist ihm eins ganz wichtig geworden: „Die Freude an Gott, ist unsere Kraft, Halleluja.“ Diesen Satz will er allen zurufen als Ermutigung für alle Tage.

Dekan Hösl dankte Most im Namen des Dekanats Leuchtenberg. Er bedauerte, dass Most Menschen, mit denen er sehr lang und intensiv auf dem Weg gewesen sei, nun zurücklassen müsse. „Du warst im Dekanat immer dabei, immer zur Stelle, einer der immer wieder Aufgaben und Tätigkeiten übernommen hat.“ Hösl verlas auch ein Grußwort des Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer an Most. Darin dankte der Oberhirte Most für die treuen priesterlichen Dienste in der Diözese.

Priesterweihe 1974

Nach der Priesterweihe 1974 begann Most seinen priesterlichen Dienst als Kaplan. 1982 wurde er Pfarrer in Floß und 2002 in Moosbach. Die Menschen alle Altersgruppen und den unterschiedlichsten Lebensverhältnissen lagen Most stets am Herzen. Würdevolle Feiern der Liturgie in der Pfarrkirche Moosbach, der Wieskirche, der Expositur Etzgersrieth, der Filialkirche Tröbes und den vielen umliegenden Kapellen waren ihn ein besonderes Anliegen. Most wirkte und dachte dabei katholisch, allumfassend und global. Das zeigt seine Arbeit mit der „Missionsbrücke Moosbach – Kongo/Afrika“. Most lehrte so die Gläubigen über den eigenen Kirchturm hinaus zu schauen und sich als Teil der weltweiten Kirche zu verstehen, anerkannte Bischof Voderholzer.

Letzter Patroziniumsgottesdienst in Gaisheim mit Pfarrer Josef Most

Gaisheim bei Moosbach

Pfarrgemeinderatssprecherin Elisabeth Völkl nannte Most „einen Segen für die Pfarrei“. Als unvergesslich bezeichnete sie die Gottesdienste zu den Heimatfesten, Jubiläen, Pfarrfesten, Ausflügen und Feierlichkeiten. Schweren Herzens nehme die Pfarrgemeinde Abschied. „Durch Ihren überzeugten Glauben säten Sie viel Liebe zu Jesus in die Herzen der Kinder“, dankte sie Most. Durch seine Freude am Glauben wurde so mancher Gottesdienst in den Kirchen und Kapellen in den Dörfern zu liturgischen Höhepunkten. „Hier spürte man oft das Lebensmotto Ihrer Berufung, das heiße, die Freude an Gott ist unsere Kraft“. Sie haben auch nie geurteilt oder verurteilt, sondern immer an das Gute im Menschen geglaubt.

Viele Baumaßnahmen

Kirchenpfleger Franz Sturm dankte Most im Namen der Kirchenverwaltungen Moosbach, Tröbes und Etzgersrieth. Er erinnerte an die Bautätigkeiten von Most, wie vor allem die Renovierung der Sebastiankapelle Burgtreswitz (2004), Renovierung der Orgel der Wieskirche (2006), Sanierung der Filialkirche Tröbes (2007), Segnung des Kreuzweges zur Wieskirche (2011), Neubau des Pfarrheims (2013), Einweihung der Kinderkrippe (2012), Weihe der Kapelle in Gebhardsreuth (2017) und Außenrenovierung der Pfarrkirche (2019). Seit 2018 laufe die Planung der Innenrenovierung der Pfarrkirche, die Most gerne selbst noch durchgeführt hätte. Most gilt als „Baumeister der Pfarrei“.

Bürgermeister Armin Bulenda bezeichnete Most einen hingebungsvollen Pfarrer, der sich für die Pfarrfamilie aufopferte und seine Berufung mit Leib und Seele annahm. „18 Jahre waren Sie ein Wegbegleiter in freudigen und positiven Geschehnissen, aber auch in traurigen und leidvollen Ereignissen ein Beistand und eine wertvolle Unterstützung." Im Kindergarten verfolgte Most trotz finanzieller Probleme mit der Gemeinde gemeinsame Ziele. Bei den Heimatfesten wurde die gute und geschlossene Zusammenarbeit zwischen Kirche und Gemeinde deutlich. „Lieber Pfarrer Most, Sie haben sich nie in die Gemeindepolitik eingemischt, diese aber immer mit Interesse verfolgt“, stellte der Bürgermeister fest und wünschte dem scheidenden Pfarrer im Ruhestand wieder mehr Ruhe.

Lieber Pfarrer Most, Sie haben sich nie in die Gemeindepolitik eingemischt, diese aber immer mit Interesse verfolgt.

Bürgermeister Armin Bulenda

Das Vorstandsmitglied des Frauenbunds, Edeltraud Kiener, dankte Most für dessen Zeit als geistlicher Beirat. Ihr Dank galt auch im Namen der Veeh-Harfen-Gruppe, des Singkreises und des Pfarrgartenteams. Für die Ministranten aus Moosbach, Tröbes und Etzgersrieth nahmen Michael Steinhilber und Sofia Simon Abschied von ihrem Pfarrer mit einem Bild.

Pfarrer Most war überwältigt: "Liebe Moosbacher und Mitfeiernde ich kann nur danken für alles was ich hören durfte und den Rednern für die guten Wünsche." Most dankte allen, besonders dm Internet-Team mit Manuel Balk, Stefan Rappl und Sandro Stefinger für die vielen Übertragungen kirchlicher Veranstaltungen in der Corona-Zeit . „Vergelt´s Gott“, sagte er auch dem Kirchenchor, wenn sie auch nicht singen durften, sowie dessen Leiter Hubert Reimer aus Schönsee.

Zum Abschied überreichten Pfarrgemeinderat, Kirchenverwaltung und der Frauenbund Moosbach dem scheidenden Pfarrer ein E-Bike, damit er sich im Ruhestand fit halten kann. Darüber freut sich auch PGR-Sprecherin Elisabeth Völkl.
Der beliebte Geistliche Pfarrer Most bedankte sich auch von der Pfarrgemeinde.
Dekan Alexander Hösl überbrachte die Grüße und den Dank des Dekanates Leuchtenberg sowie von Bischof Rudolf Voderholzer.
Pfarrer Josef Most standen beim Gottesdienst Dekan Alexander Hösl (links), Pater Berthold Brandl (rechts) sowie der örtliche Diakon Herbert Sturm zur Seite.
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